Übersicht Italien 2009 200. Geb. Louis Braille – Übersicht
CC 73 2009 Blister Stgl./BU

Blister BU

Italien · 200. Geburtstag von Louis Braille

Auflage15.000
Ausgabepreis12,00 €
Ausgabedatum15.10.2009
VerpackungBlister
Randschrift2 ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Marktpreis19,00 €

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Die Münze erinnert an den zweihundertsten Geburtstag von Louis Braille (1809–1852). Das Motiv zeigt eine Hand, die ein aufgeschlagenes Buch in Blindenschrift liest; der Zeigefinger weist auf die vertikale Inschrift „LOUIS BRAILLE 1809–2009“. Zwei Vögel symbolisieren die Freiheit durch Wissen, unter dem Buch steht der Name Braille in Blindenschrift.

Das Motiv
Das Münzinnere zeigt eine Hand, die ein offenes Buch in Blindenschrift liest. Über dem Zeigefinger, der auf die vertikale Inschrift „LOUIS BRAILLE 1809—2009“ zeigt, symbolisieren zwei Vögel die Freiheit durch Wissen. Die Angabe des Ausgabelandes „RI“ ist rechts oben zu sehen und das „R“ des Graveurs rechts unten. Unter dem Buch steht der Name Braille in Blindenschrift. Ganz unten sind die Initialen „MCC“ der Künstlerin Maria Carmela Colanéri zu sehen. Auf dem äußeren Ring der Münze sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Louis Braille stammte aus Coupvray bei Paris und war der Sohn eines Sattlers. Als Kleinkind verletzte er sich in der Werkstatt seines Vaters an einem Auge. Eine Infektion griff auch auf das andere Auge über, sodass er vollständig erblindete. Später besuchte er in Paris das Königliche Institut für junge Blinde. Dort wurden Bücher mit erhabenen lateinischen Buchstaben verwendet. Diese ließen sich ertasten, waren jedoch langsam zu lesen; zudem waren die Bücher groß und aufwendig herzustellen.

Einen Ausgangspunkt für Brailles eigenes Schriftsystem bildete eine von dem französischen Offizier Charles Barbier entwickelte „Nachtschrift“. Sie sollte Soldaten ermöglichen, Nachrichten ohne Licht und Sprache zu übermitteln. Braille vereinfachte Barbiers System grundlegend. Seine Zeichen beruhen auf einer Zelle aus sechs tastbaren Punkten, die in zwei Spalten angeordnet sind. Unterschiedliche Punktkombinationen stehen für Buchstaben, Satzzeichen und weitere Zeichen. Dadurch können Texte nicht nur gelesen, sondern mit geeigneten Hilfsmitteln auch selbstständig geschrieben werden.

Braille entwickelte außerdem Zeichensysteme für Mathematik und Musik. Das war besonders für Unterricht und Berufsausbildung wichtig. Er arbeitete später selbst als Lehrer am Pariser Blindeninstitut und war auch als Organist tätig. Seine Schrift setzte sich dort zunächst nur langsam durch und wurde am Institut erst nach seinem Tod offiziell eingeführt. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts fand sie international Verbreitung.

Bis heute wird die Brailleschrift in zahlreichen Sprachen verwendet und an deren jeweilige Besonderheiten angepasst. Sie erscheint unter anderem in Büchern, auf Medikamentenverpackungen, in Aufzügen und an öffentlichen Orientierungssystemen. Auch digitale Braillezeilen geben Bildschirminhalte durch bewegliche Stifte tastbar wieder.

Das Jubiläum bot Italien somit Anlass, an eine europaweit und international verwendete Kulturtechnik zu erinnern. Im Mittelpunkt steht weniger eine nationale Leistung als der Zugang blinder Menschen zu Schrift, Bildung und selbstständiger Kommunikation.

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