Übersicht Estland 2025 500. Jahrestag des ersten Textdrucks in estnischer Sprache – Übersicht
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CC 552 2025 Coincard Stgl./BU

Coincard

Estland · 500. Jahrestag des ersten Textdrucks in estnischer Sprache

Auflage8.500
Ausgabepreis12,20 €
Ausgabedatum30.01.2025
VerpackungCoincard
RandschriftEESTI × 2, abwechselnd aufrecht/verkehrt, durch Punkte getrennt
Marktpreis17,68 €

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Die Münze erinnert an den 500. Jahrestag der ersten Veröffentlichung mit estnischen Wörtern und an die Anfänge der estnischen Literatursprache. Das Motiv zeigt auf- und nebeneinanderliegende Bücher, die gemeinsam den Großbuchstaben „E“ bilden und die Tradition der estnischen Literatursprache symbolisieren. Hinzu kommen die Aufschrift „EESTI RAAMAT 500“ („500 Jahre Bücher in Estnisch“) und die Jahreszahl 1525 als Datum der ersten Veröffentlichung eines Buches in estnischer Sprache.

Das Motiv
Das Münzinnere zeigt auf- bzw. nebeneinanderliegende Bücher, die zusammen den Großbuchstaben „E“ ergeben, als Symbol für die Tradition der estnischen literarischen Sprache, sowie die Aufschrift „EESTI RAAMAT 500“, d. h. „500 Jahre Bücher in Estnisch“, und die Jahreszahl 1525 als Datum der ersten Veröffentlichung eines Buches in Estnisch. Ferner ist das Ausgabejahr „2025“ angegeben.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Der früheste estnische Buchdruck entstand im Umfeld der Reformation. Reformatoren wollten religiöse Texte nicht nur in Latein, sondern auch in den Sprachen der Bevölkerung verbreiten. Im damaligen Livland, zu dem das Gebiet des heutigen Estlands gehörte, wurden daher Übersetzungen für die örtliche Bevölkerung angefertigt. Kirche, Verwaltung und Buchdruck waren allerdings lange von Deutsch und Latein geprägt.

Von der frühesten bekannten Druckschrift mit estnischem Text ist kein Exemplar erhalten. Ihre Existenz lässt sich durch Lübecker Akten nachvollziehen. Demnach wurde eine Sendung lutherischer Schriften, die für Livland bestimmt war, von den Behörden beschlagnahmt. Über Wortlaut, Umfang und genaue sprachliche Gestalt des estnischen Anteils ist deshalb nur wenig bekannt.

Das älteste teilweise erhaltene estnische Druckwerk ist ein lutherischer Katechismus von 1535. Er wurde vom Geistlichen Simon Wanradt verfasst und von Johann Koell ins Estnische übertragen. Auch dieses Buch ist nicht vollständig überliefert: Fragmente wurden erst im 20. Jahrhundert entdeckt, nachdem Seiten zur Verstärkung eines späteren Bucheinbands verwendet worden waren.

Eine einheitliche Schriftsprache entstand erst schrittweise. Zunächst entwickelten sich nord- und südestnische Schreibtraditionen nebeneinander. Geistliche Übersetzungen, Grammatiken und Wörterbücher trugen zur Festlegung von Wortschatz, Rechtschreibung und Satzbau bei. Einen weiteren Bezugspunkt bildete die vollständige Bibelübersetzung von 1739, die auf dem Nordestnischen beruhte. Im 19. Jahrhundert erweiterten Zeitungen, Schulbücher und literarische Werke den Gebrauch des Estnischen über den kirchlichen Bereich hinaus. Während des nationalen Erwachens wurde die Sprache zudem zu einem zentralen Träger estnischer kultureller und politischer Selbstorganisation.

Der gewählte Münzanlass verweist somit nicht nur auf ein einzelnes, verlorenes Druckwerk. Er steht für einen über Jahrhunderte verlaufenden Prozess, in dem aus regionalen Sprachformen eine standardisierte Literatur- und Staatssprache hervorging. Das Jubiläum wurde in Estland außerdem als landesweites Themenjahr des estnischen Buches begangen.

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