CC 508 2023
2-Euro-Münze
PP
2 Euro PP
Belgien · 75 Jahre Frauenwahlrecht in Belgien
Auflage5.000
Ausgabepreis29,95 €
Ausgabedatum25.10.2023
Verpackungim Etui
Randschrift2 ★ ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Marktpreis31,90 €
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze erinnert an 75 Jahre Frauenwahlrecht in Belgien. Das Motiv zeigt eine Wahlurne mit einem Stimmzettel, der mit einem Stift ausgefüllt wird, überlagert vom Venus-Symbol als Zeichen für Frauen und Weiblichkeit. Zu sehen sind außerdem die Aufschriften „75 JAAR ANS“ sowie „ALGEMEEN VROUWENKIESRECHT – SUFFRAGE UNIVERSEL FÉMININ“.
Das Motiv
In der Mitte des Münzmotivs ist eine Wahlurne mit einem Stimmzettel zu sehen, der mit einem Stift ausgefüllt wird. Überlagert wird die Wahlurne vom Venus-Symbol (Symbol der Frau/Weiblichkeit). Darunter ist linkerhand die Aufschrift „75 JAAR ANS“ zu erkennen. Umrundet wird das Motiv von den niederländischen und den französischen Worten „ALGEMEEN VROUWENKIESRECHT“ – „SUFFRAGE UNIVERSEL FÉMININ“. Rechts unten neben dem zentralen Münzbild befinden sich die Initialen der Gestalterin Iris Bruijns. Da die Münzen von der Königlichen Niederländischen Münze geprägt werden, befindet sich rechts das Münzzeichen von Utrecht, ein Hermesstab, zusammen mit dem belgischen Zeichen der Münzmeister, einer Aster vor einem Erlenmeyer-Kolben, dem Ländercode „BE“ und der Jahreszahl „2023“.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Der Jahrestag bezieht sich auf das belgische Gesetz vom 27. März 1948. Es gewährte Frauen bei Wahlen zum nationalen Parlament grundsätzlich das Stimmrecht unter denselben Bedingungen wie Männern. Erstmals konnten sie dieses Recht bei den Parlamentswahlen vom 26. Juni 1949 ausüben. Da in Belgien Wahlpflicht besteht, wurden Frauen damit nicht nur wahlberechtigt, sondern grundsätzlich auch zur Teilnahme an den Wahlen verpflichtet.
Die Einführung war das Ergebnis einer schrittweisen Entwicklung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das allgemeine gleiche Wahlrecht zunächst im Wesentlichen für Männer verwirklicht. Bestimmte Gruppen von Frauen erhielten zwar begrenzte politische Rechte, doch ein allgemeines Wahlrecht auf nationaler Ebene blieb ihnen vorerst verwehrt. Ab 1920 durften Frauen an Gemeindewahlen teilnehmen. Außerdem konnten sie bereits in politische Ämter gewählt werden, obwohl die meisten von ihnen das nationale Parlament noch nicht selbst mitwählen durften. Marie Janson zog 1921 als erste Frau in den belgischen Senat ein; sie wurde von den Senatoren kooptiert.
Die Verzögerung hing auch mit parteipolitischen Berechnungen zusammen. In der damaligen Debatte wurde häufig angenommen, Frauen stünden stärker unter dem Einfluss der katholischen Kirche und würden daher überwiegend katholische Parteien wählen. Das prägte sowohl die Unterstützung als auch den Widerstand gegen eine Ausweitung des Wahlrechts. Belgien führte das nationale Frauenwahlrecht später ein als mehrere Nachbarstaaten. In Frankreich war es 1944 beschlossen worden, in den Niederlanden bereits 1919.
Mit der Reform von 1948 wurde eine rechtliche Trennung zwischen männlichen und weiblichen Wahlberechtigten bei nationalen Wahlen beseitigt. Der 75. Jahrestag bot daher Anlass, an den Abschluss dieses langen Prozesses und an die Einbeziehung von Frauen in die parlamentarische Willensbildung zu erinnern. Die Münzausgabe knüpft nicht nur an eine einzelne Wahl an, sondern an die gesetzliche Grundlage politischer Gleichberechtigung auf nationaler Ebene.
Die Einführung war das Ergebnis einer schrittweisen Entwicklung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das allgemeine gleiche Wahlrecht zunächst im Wesentlichen für Männer verwirklicht. Bestimmte Gruppen von Frauen erhielten zwar begrenzte politische Rechte, doch ein allgemeines Wahlrecht auf nationaler Ebene blieb ihnen vorerst verwehrt. Ab 1920 durften Frauen an Gemeindewahlen teilnehmen. Außerdem konnten sie bereits in politische Ämter gewählt werden, obwohl die meisten von ihnen das nationale Parlament noch nicht selbst mitwählen durften. Marie Janson zog 1921 als erste Frau in den belgischen Senat ein; sie wurde von den Senatoren kooptiert.
Die Verzögerung hing auch mit parteipolitischen Berechnungen zusammen. In der damaligen Debatte wurde häufig angenommen, Frauen stünden stärker unter dem Einfluss der katholischen Kirche und würden daher überwiegend katholische Parteien wählen. Das prägte sowohl die Unterstützung als auch den Widerstand gegen eine Ausweitung des Wahlrechts. Belgien führte das nationale Frauenwahlrecht später ein als mehrere Nachbarstaaten. In Frankreich war es 1944 beschlossen worden, in den Niederlanden bereits 1919.
Mit der Reform von 1948 wurde eine rechtliche Trennung zwischen männlichen und weiblichen Wahlberechtigten bei nationalen Wahlen beseitigt. Der 75. Jahrestag bot daher Anlass, an den Abschluss dieses langen Prozesses und an die Einbeziehung von Frauen in die parlamentarische Willensbildung zu erinnern. Die Münzausgabe knüpft nicht nur an eine einzelne Wahl an, sondern an die gesetzliche Grundlage politischer Gleichberechtigung auf nationaler Ebene.
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