CC 493 2023
2-Euro-Münze
PP
2 Euro PP
Belgien · Jahr des Jugendstils
Auflage5.000
Ausgabepreis29,95 €
Ausgabedatum20.06.2023
Verpackungim Etui
Randschrift2 ★ ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Marktpreis27,90 €
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Die Münze würdigt das in Belgien begangene „Jahr des Jugendstils“ (Art Nouveau). Das Motiv zeigt ein dekoratives Fassadenelement des von Victor Horta entworfenen „Hotel Van Eetvelde“ in Brüssel, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Seine geschwungenen, asymmetrischen Linien stehen für den von der Natur inspirierten Stil des Art Nouveau; darüber befindet sich die Inschrift „ART NOUVEAU“.
Das Motiv
Das Münzmotiv ist ein dekoratives Element der Fassade des „Hotel Van Eetvelde“, eines emblematischen Stadthauses in Brüssel, das von dem belgischen Art-Nouveau-Architekten Victor Horta entworfen und von der Unesco als Welterbe anerkannt wurde. Die geschwungenen, asymmetrischen Linien des Elements spiegeln den charakteristischen von der Natur inspirierten Stil der Art-Nouveau-Bewegung wider. Das Element füllt die untere Münzhälfte aus und lässt darüber einen Freiraum, in dem sich die Inschrift „ART NOUVEAU“ befindet. Ganz rechts sind die Initialen der Münzgestalterin Iris Bruijns zu sehen. Da die Münzen von der Königlichen Niederländischen Münze geprägt werden, findet sich ganz links neben dem belgischen Münzmeisterzeichen, einer Asterblüte vor einem Erlenmeyerkolben, auch das Zeichen der Münze von Utrecht, ein Hermesstab. Weiter rechts stehen der Ländercode BE sowie die Jahreszahl 2023.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Der Art Nouveau entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Gegenbewegung zur Nachahmung älterer Baustile. Architektur, Innenausstattung, Möbel und Gebrauchsgegenstände sollten zu einem gestalterischen Ganzen verbunden werden. Neue industrielle Werkstoffe wie Eisen und großflächiges Glas wurden dabei nicht verborgen, sondern sichtbar in die Gestaltung einbezogen. Brüssel war neben Paris, Nancy und Wien eines der Zentren dieser Strömung. In Belgien wirkten neben Victor Horta unter anderem Paul Hankar und Henry van de Velde.
Victor Horta wurde 1861 in Gent geboren und ließ sich als Architekt in Brüssel nieder. Mit seinen Stadthäusern entwickelte er neuartige Grundrisse, die sich von der traditionellen Aufteilung schmaler Brüsseler Parzellen lösten. Treppenhallen, Oberlichter und offene Raumfolgen führten Tageslicht tief in die Gebäude. Architektur und Ausstattung plante Horta häufig gemeinsam, bis hin zu Geländern, Türgriffen, Mosaiken und Möbeln. Vier seiner Brüsseler Wohnhäuser wurden im Jahr 2000 gemeinsam in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Das Hôtel Van Eetvelde ist trotz seines Namens kein Beherbergungsbetrieb. Im französischen Sprachgebrauch bezeichnet „hôtel particulier“ ein repräsentatives städtisches Wohnhaus. Auftraggeber war Edmond van Eetvelde, ein hochrangiger Beamter des von König Leopold II. beherrschten Kongo-Freistaats. Das Gebäude gehört damit auch in den kolonialgeschichtlichen Zusammenhang Belgiens: Vermögen, politische Netzwerke und Repräsentationsbedürfnisse der damaligen Eliten ermöglichten solche aufwendig gestalteten Privathäuser. Diese Herkunft wird heute bei der Vermittlung des Brüsseler Architekturerbes zunehmend mitbehandelt.
Das belgische Themenjahr 2023 bündelte Ausstellungen, Führungen und die Öffnung sonst schwer zugänglicher Innenräume. Die Wahl des Jugendstils als Münzanlass verweist daher sowohl auf eine international bekannte Phase der belgischen Architekturgeschichte als auch auf ein konkretes Kulturprogramm. Horta und seine Bauten eignen sich dafür besonders, weil sich an ihnen das Zusammenspiel von Architektur, Kunsthandwerk, industriellen Materialien und großbürgerlicher Gesellschaft exemplarisch zeigen lässt.
Victor Horta wurde 1861 in Gent geboren und ließ sich als Architekt in Brüssel nieder. Mit seinen Stadthäusern entwickelte er neuartige Grundrisse, die sich von der traditionellen Aufteilung schmaler Brüsseler Parzellen lösten. Treppenhallen, Oberlichter und offene Raumfolgen führten Tageslicht tief in die Gebäude. Architektur und Ausstattung plante Horta häufig gemeinsam, bis hin zu Geländern, Türgriffen, Mosaiken und Möbeln. Vier seiner Brüsseler Wohnhäuser wurden im Jahr 2000 gemeinsam in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Das Hôtel Van Eetvelde ist trotz seines Namens kein Beherbergungsbetrieb. Im französischen Sprachgebrauch bezeichnet „hôtel particulier“ ein repräsentatives städtisches Wohnhaus. Auftraggeber war Edmond van Eetvelde, ein hochrangiger Beamter des von König Leopold II. beherrschten Kongo-Freistaats. Das Gebäude gehört damit auch in den kolonialgeschichtlichen Zusammenhang Belgiens: Vermögen, politische Netzwerke und Repräsentationsbedürfnisse der damaligen Eliten ermöglichten solche aufwendig gestalteten Privathäuser. Diese Herkunft wird heute bei der Vermittlung des Brüsseler Architekturerbes zunehmend mitbehandelt.
Das belgische Themenjahr 2023 bündelte Ausstellungen, Führungen und die Öffnung sonst schwer zugänglicher Innenräume. Die Wahl des Jugendstils als Münzanlass verweist daher sowohl auf eine international bekannte Phase der belgischen Architekturgeschichte als auch auf ein konkretes Kulturprogramm. Horta und seine Bauten eignen sich dafür besonders, weil sich an ihnen das Zusammenspiel von Architektur, Kunsthandwerk, industriellen Materialien und großbürgerlicher Gesellschaft exemplarisch zeigen lässt.
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