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Andorra · Die Legende von Karl dem Großen
Ausgabedatum16.01.2023
Gesamtauflage70.000
EU-Maximum70.000
Editionen1
Randschrift2 ★ ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
AufschriftAndorra / 2022
PrägestätteReal Casa de la Moneda, Madrid
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an die Legende, nach der Kaiser Karl der Große Andorra im Jahr 805 gründete und seinen Einwohnern einen eigenen Rechtsstatus verlieh. Das Motiv zeigt eine Teilreproduktion des bekannten Porträts Karls des Großen nach einem Gemälde von Albrecht Dürer. Im Hintergrund sind eine Gebirgslandschaft und ein Fluss als Sinnbilder für den landschaftlichen Reichtum Andorras dargestellt.
Das Motiv
Der Legende nach wurde Andorra im Jahr 805 von Kaiser Karl dem Großen gegründet, der seinen Einwohnern einen eigenen Rechtsstatus verlieh. Das Münzmotiv bringt diese tief in der Geschichte und Kultur Andorras verwurzelte Legende zum Ausdruck und zeigt im Hintergrund eine Gebirgslandschaft mit einem Fluss, die den landschaftlichen Reichtum des Landes versinnbildlicht. Darunter befindet sich der Name des Ausgabestaates „Andorra“. Im Vordergrund zeigt das Münzmotiv eine Teilreproduktion des bekannten Porträts von Karl dem Großen nach einem Gemälde von Albrecht Dürer sowie das Ausgabejahr „2022“.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Karl der Große (747/748–814) war seit 768 König der Franken und wurde im Jahr 800 in Rom zum Kaiser gekrönt. Unter seiner Herrschaft entstand ein Reich, das große Teile West- und Mitteleuropas umfasste. An dessen südlicher Grenze führten die Franken Feldzüge gegen muslimisch beherrschte Gebiete auf der Iberischen Halbinsel. Die dabei eingerichtete Grenzzone südlich der Pyrenäen, später als Spanische Mark bezeichnet, sollte das Frankenreich militärisch absichern. In diesem historischen Umfeld entwickelte sich die andorranische Überlieferung über Karl den Großen.
Ein zeitgenössischer Beleg für eine persönliche Gründung Andorras durch den Kaiser ist nicht bekannt. Die Erzählung ist vielmehr als Herkunfts- und Freiheitslegende zu verstehen. Sie verbindet die politische Eigenständigkeit der Pyrenäentäler mit einem angesehenen mittelalterlichen Herrscher und mit dem Kampf der Franken gegen muslimische Mächte. Auch die Nationalhymne Andorras greift diese Tradition auf: „El Gran Carlemany“ bezeichnet Karl den Großen als Vater des Landes und schreibt ihm dessen Befreiung zu. Die Legende gehört damit zum staatlichen Selbstbild, unabhängig davon, ob ihre Einzelheiten historisch nachweisbar sind.
Die tatsächliche politische Ordnung Andorras entstand schrittweise im Mittelalter. Prägend war die konkurrierende Herrschaft des Bischofs von Urgell und der Grafen von Foix. Vereinbarungen von 1278 und 1288 regelten ihre gemeinsamen Rechte und bildeten die Grundlage der späteren Kofürstenordnung. Heute sind der Bischof von Urgell und der französische Staatspräsident die beiden Kofürsten.
Albrecht Dürers Darstellung ist kein authentisches Bildnis Karls. Sie entstand rund sieben Jahrhunderte nach dessen Tod und zeigt ihn als idealisierten Kaiser mit Herrschaftszeichen. Dürer fertigte das Tafelbild für Nürnberg an, wo die Reichskleinodien verwahrt wurden. Seine Darstellung prägte die spätere Vorstellung vom Aussehen des Herrschers. Die Münzausgabe knüpft somit nicht an ein gesichertes Gründungsereignis an, sondern an eine bis heute in Hymne und Geschichtskultur verankerte nationale Ursprungserzählung.
Ein zeitgenössischer Beleg für eine persönliche Gründung Andorras durch den Kaiser ist nicht bekannt. Die Erzählung ist vielmehr als Herkunfts- und Freiheitslegende zu verstehen. Sie verbindet die politische Eigenständigkeit der Pyrenäentäler mit einem angesehenen mittelalterlichen Herrscher und mit dem Kampf der Franken gegen muslimische Mächte. Auch die Nationalhymne Andorras greift diese Tradition auf: „El Gran Carlemany“ bezeichnet Karl den Großen als Vater des Landes und schreibt ihm dessen Befreiung zu. Die Legende gehört damit zum staatlichen Selbstbild, unabhängig davon, ob ihre Einzelheiten historisch nachweisbar sind.
Die tatsächliche politische Ordnung Andorras entstand schrittweise im Mittelalter. Prägend war die konkurrierende Herrschaft des Bischofs von Urgell und der Grafen von Foix. Vereinbarungen von 1278 und 1288 regelten ihre gemeinsamen Rechte und bildeten die Grundlage der späteren Kofürstenordnung. Heute sind der Bischof von Urgell und der französische Staatspräsident die beiden Kofürsten.
Albrecht Dürers Darstellung ist kein authentisches Bildnis Karls. Sie entstand rund sieben Jahrhunderte nach dessen Tod und zeigt ihn als idealisierten Kaiser mit Herrschaftszeichen. Dürer fertigte das Tafelbild für Nürnberg an, wo die Reichskleinodien verwahrt wurden. Seine Darstellung prägte die spätere Vorstellung vom Aussehen des Herrschers. Die Münzausgabe knüpft somit nicht an ein gesichertes Gründungsereignis an, sondern an eine bis heute in Hymne und Geschichtskultur verankerte nationale Ursprungserzählung.
eBay-Preisanalyse
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Preisanalyse ansehenCoincard
- Verpackung
- Coincard
- Auflage
- 70.000
- Marktpreis
- 20,95 €
- Randschrift
- 2 ★ ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Auflagen nach Ausgabeform
Coincard
70.000
Offizielle Ausgabepreise
2022 · Coincard: 14,50 €
Ergänzende Informationen
In den Umlaufmünzensätzen Andorras ist diese Gedenkmünze nicht enthalten.
