CC 385 2020
Blister
Stgl./BU
Blister BU
Deutschland · 50 Jahre Kniefall von Warschau
Auflage30.000
Ausgabepreis17,80 €
Ausgabedatum08.10.2020
VerpackungBlister
RandschriftEINIGKEIT UND RECHT UND FREIHEIT + Bundesadler
Marktpreis25,00 €
Varianten
1Deutschland, A · A · Münzzeichen A · BU · Blister · Auflage 30.000
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 50. Jahrestag des Kniefalls von Willy Brandt in Warschau. Das Motiv zeigt den damaligen Bundeskanzler in einer Geste der Demut vor dem Denkmal für die Helden des Ghettos; außerdem sind ein siebenarmiger Leuchter und die Opfer des Ghettos als Symbole für den Aufstand im Warschauer Ghetto von 1943 dargestellt. Der Schriftzug „50 JAHRE KNIEFALL VON WARSCHAU“ ergänzt das Motiv.
Das Motiv
Das Motiv zeigt den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt, wie er in einer Geste der Demut vor dem Denkmal für die Helden des Ghettos in Warschau niederkniet. Durch die kraftvolle Darstellung wird der Aufstand im Warschauer Ghetto von 1943 lebendig. Das äußerst feine Relief zieht die Betrachter über die abgebildeten Symbole in seinen Bann: ein siebenarmiger Leuchter, die Opfer des Ghettos, der Kniefall. Im inneren Münzring erscheinen ferner die Künstlerinitialen (oben), das Zeichen der jeweiligen Münze („A“, „D“, „F“, „G“ bzw. „J“), das Ausgabejahr „2020“ (in der Mitte links), der deutsche Ländercode und der Schriftzug „50 JAHRE KNIEFALL VON WARSCHAU“.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Willy Brandt war seit 1969 Bundeskanzler und verfolgte mit seiner Ostpolitik eine Annäherung an die Staaten Mittel- und Osteuropas. Zuvor hatte der SPD-Politiker während der nationalsozialistischen Herrschaft im Exil gelebt. Nach dem Krieg war er unter anderem Regierender Bürgermeister von West-Berlin und Bundesaußenminister gewesen. Seine Politik sollte die Folgen der deutschen Teilung politisch handhabbarer machen und das Verhältnis zu den östlichen Nachbarn neu ordnen.
Brandts Besuch in Warschau am 7. Dezember 1970 galt vor allem der Unterzeichnung des Warschauer Vertrags. Darin verpflichteten sich die Bundesrepublik Deutschland und die Volksrepublik Polen zur Gewaltfreiheit und bestätigten die bestehende Grenze an Oder und Neiße. Der Vertrag war innenpolitisch umstritten, bildete aber eine Grundlage für die weitere Annäherung zwischen beiden Ländern.
Das Denkmal, an dem Brandt einen Kranz niederlegte, war 1948 nach einem Entwurf des Bildhauers Nathan Rapoport errichtet worden. Es erinnert an den jüdischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Im abgeriegelten Warschauer Ghetto waren Hunderttausende Juden unter katastrophalen Bedingungen zusammengepfercht worden. Nachdem 1942 die Massendeportationen in das Vernichtungslager Treblinka begonnen hatten, leisteten jüdische Widerstandsgruppen im Frühjahr 1943 bewaffneten Widerstand gegen die endgültige Räumung des Ghettos. Die deutschen Einheiten schlugen den Aufstand nieder, zerstörten das Viertel systematisch und ermordeten oder deportierten seine verbliebenen Bewohner.
Brandts Niederknien war nicht angekündigt. Die wortlose Handlung wurde zunächst unterschiedlich aufgenommen, entwickelte sich jedoch zu einem festen Erinnerungsbild der deutschen Nachkriegsgeschichte. Sie verband das Eingeständnis deutscher Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen mit dem politischen Bemühen um Verständigung mit Polen. Brandt erhielt 1971 den Friedensnobelpreis, insbesondere für seine Entspannungspolitik.
Die Ausgabe zum Jahrestag griff daher nicht nur eine persönliche Geste auf. Sie erinnerte zugleich an den Holocaust, den jüdischen Widerstand und den schwierigen Prozess der deutsch-polnischen Aussöhnung. Der Anlass eignete sich damit auch als Hinweis darauf, welche Rolle öffentliches Gedenken in den Beziehungen zwischen europäischen Staaten spielen kann.
Brandts Besuch in Warschau am 7. Dezember 1970 galt vor allem der Unterzeichnung des Warschauer Vertrags. Darin verpflichteten sich die Bundesrepublik Deutschland und die Volksrepublik Polen zur Gewaltfreiheit und bestätigten die bestehende Grenze an Oder und Neiße. Der Vertrag war innenpolitisch umstritten, bildete aber eine Grundlage für die weitere Annäherung zwischen beiden Ländern.
Das Denkmal, an dem Brandt einen Kranz niederlegte, war 1948 nach einem Entwurf des Bildhauers Nathan Rapoport errichtet worden. Es erinnert an den jüdischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Im abgeriegelten Warschauer Ghetto waren Hunderttausende Juden unter katastrophalen Bedingungen zusammengepfercht worden. Nachdem 1942 die Massendeportationen in das Vernichtungslager Treblinka begonnen hatten, leisteten jüdische Widerstandsgruppen im Frühjahr 1943 bewaffneten Widerstand gegen die endgültige Räumung des Ghettos. Die deutschen Einheiten schlugen den Aufstand nieder, zerstörten das Viertel systematisch und ermordeten oder deportierten seine verbliebenen Bewohner.
Brandts Niederknien war nicht angekündigt. Die wortlose Handlung wurde zunächst unterschiedlich aufgenommen, entwickelte sich jedoch zu einem festen Erinnerungsbild der deutschen Nachkriegsgeschichte. Sie verband das Eingeständnis deutscher Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen mit dem politischen Bemühen um Verständigung mit Polen. Brandt erhielt 1971 den Friedensnobelpreis, insbesondere für seine Entspannungspolitik.
Die Ausgabe zum Jahrestag griff daher nicht nur eine persönliche Geste auf. Sie erinnerte zugleich an den Holocaust, den jüdischen Widerstand und den schwierigen Prozess der deutsch-polnischen Aussöhnung. Der Anlass eignete sich damit auch als Hinweis darauf, welche Rolle öffentliches Gedenken in den Beziehungen zwischen europäischen Staaten spielen kann.


