CC 369 2020
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Stgl./BU
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Estland · 100 Jahre Friedensvertrag von Tartu
Auflage10.000
Ausgabepreis10,00 €
Ausgabedatum01.02.2020
VerpackungCoincard
RandschriftEESTI × 2, abwechselnd aufrecht/verkehrt, durch Punkte getrennt
Marktpreis17,00 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 100. Jahrestag des Friedens von Dorpat (Tartu). Der 1920 zwischen Estland und Sowjetrussland geschlossene Friedensvertrag beendete den Unabhängigkeitskrieg und legte die Ostgrenze Estlands fest. Das Motiv zeigt einen Baum, dessen Zweige mit der Aufschrift „TARTU RAHU“ („Tartu-Friedensvertrag“) verwoben sind; am unteren Rand steht „EESTI“.
Das Motiv
Der am 2. Februar 1920 zwischen Estland und Sowjetrussland unterzeichnete Friedensvertrag legte die Ostgrenze Estlands fest und beendete damit den Unabhängigkeitskrieg.
Das Motiv zeigt einen Baum, dessen Zweige mit der Aufschrift TARTU RAHU („Tartu-Friedensvertrag“) verwoben sind. Am unteren Rand des Motivs sind der Ländername „EESTI“ und das Ausgabedatum „2. Februar 2020“ vermerkt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Das Motiv zeigt einen Baum, dessen Zweige mit der Aufschrift TARTU RAHU („Tartu-Friedensvertrag“) verwoben sind. Am unteren Rand des Motivs sind der Ländername „EESTI“ und das Ausgabedatum „2. Februar 2020“ vermerkt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Nach dem Zerfall des Russischen Kaiserreichs und während des Ersten Weltkriegs erklärte Estland am 24. Februar 1918 seine staatliche Unabhängigkeit. Zunächst folgte jedoch die deutsche Besetzung. Als sich die deutschen Truppen nach dem Waffenstillstand vom November 1918 zurückzogen, griff die Rote Armee Estland an. Der daraus entstandene Krieg war zugleich Teil der Auseinandersetzungen im Baltikum und des Russischen Bürgerkriegs. Die estnischen Streitkräfte erhielten unter anderem Unterstützung durch finnische Freiwillige und eine britische Flotteneinheit.
Die Verhandlungen mit Sowjetrussland fanden in Tartu statt, dessen historischer deutscher Name Dorpat lautet. Die estnische Delegation wurde von dem Juristen und Politiker Jaan Poska geleitet, die sowjetrussische von Adolf Joffe. Dem Abschluss gingen ein militärischer Rückschlag der Roten Armee und ein Waffenstillstand voraus, der Anfang Januar 1920 in Kraft trat.
Im Vertrag erkannte Sowjetrussland die Unabhängigkeit Estlands rechtlich an und verzichtete auf frühere Hoheitsansprüche aus der Zeit des Zarenreichs. Neben territorialen Fragen regelte das Abkommen unter anderem wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten, die Rückkehr von Einwohnern sowie die Herausgabe von Kulturgütern und Archivalien. Damit erhielt die wenige Jahre zuvor ausgerufene Republik eine vertragliche Grundlage für ihre internationalen Beziehungen. Estland wurde 1921 Mitglied des Völkerbundes.
Eine besondere politische Rolle erhielt der Vertrag nach der sowjetischen Besetzung und Eingliederung Estlands im Jahr 1940. Nach estnischem Staatsverständnis bestand die Republik rechtlich fort, weil die Eingliederung unter Zwang erfolgt war. An diese Vorstellung staatlicher Kontinuität knüpfte die Wiederherstellung der Unabhängigkeit 1991 an. Die im Vertrag vereinbarte Grenzlinie entspricht allerdings nicht vollständig der heutigen tatsächlichen Grenze zwischen Estland und Russland.
Die Wahl des Jahrestags verweist somit nicht nur auf das Ende eines Krieges, sondern auf ein grundlegendes Dokument des estnischen Staats- und Rechtsverständnisses. Auch die Ausgabe am Kalendertag der Unterzeichnung stellt diesen Bezug her.
Die Verhandlungen mit Sowjetrussland fanden in Tartu statt, dessen historischer deutscher Name Dorpat lautet. Die estnische Delegation wurde von dem Juristen und Politiker Jaan Poska geleitet, die sowjetrussische von Adolf Joffe. Dem Abschluss gingen ein militärischer Rückschlag der Roten Armee und ein Waffenstillstand voraus, der Anfang Januar 1920 in Kraft trat.
Im Vertrag erkannte Sowjetrussland die Unabhängigkeit Estlands rechtlich an und verzichtete auf frühere Hoheitsansprüche aus der Zeit des Zarenreichs. Neben territorialen Fragen regelte das Abkommen unter anderem wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten, die Rückkehr von Einwohnern sowie die Herausgabe von Kulturgütern und Archivalien. Damit erhielt die wenige Jahre zuvor ausgerufene Republik eine vertragliche Grundlage für ihre internationalen Beziehungen. Estland wurde 1921 Mitglied des Völkerbundes.
Eine besondere politische Rolle erhielt der Vertrag nach der sowjetischen Besetzung und Eingliederung Estlands im Jahr 1940. Nach estnischem Staatsverständnis bestand die Republik rechtlich fort, weil die Eingliederung unter Zwang erfolgt war. An diese Vorstellung staatlicher Kontinuität knüpfte die Wiederherstellung der Unabhängigkeit 1991 an. Die im Vertrag vereinbarte Grenzlinie entspricht allerdings nicht vollständig der heutigen tatsächlichen Grenze zwischen Estland und Russland.
Die Wahl des Jahrestags verweist somit nicht nur auf das Ende eines Krieges, sondern auf ein grundlegendes Dokument des estnischen Staats- und Rechtsverständnisses. Auch die Ausgabe am Kalendertag der Unterzeichnung stellt diesen Bezug her.


