CC 198 2015
Blister
Stgl./BU
Blister BU
Portugal · 500. Jahrestag des ersten portugiesischen Kontakts zu Timor
Auflage3.976
Ausgabedatum15.07.2015
VerpackungBlister
Randschrift5 Wappenschilde + 7 Burgen, gleichmäßig verteilt
Marktpreis29,00 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an die ersten Kontakte portugiesischer Seefahrer mit Timor vor 500 Jahren. Das Motiv zeigt ein Schiff aus dem 16. Jahrhundert sowie ein ortsübliches Hausdach mit typischen Holzfiguren, die auf Mythen und Legenden, die Herkunft der ersten Einwohner aus anderen Teilen Asiens und die Bedeutung von Pferden als Transportmittel verweisen. Ergänzt wird die Darstellung durch die Inschriften „1515“, „PORTUGAL“, „TIMOR“ und „2015“.
Das Motiv
Das Motiv zeigt ein Schiff aus dem 16. Jahrhundert, das die Ankunft der portugiesischen Seefahrer auf der Insel veranschaulicht, und ein ortsübliches gedecktes Hausdach mit den typischen Holzfiguren, die an Mythen und Legenden erinnern. Das auf der Münze abgebildete Dach zeigt die Geschichte der ersten Einwohner, die mit dem Boot aus anderen Teilen Asiens kamen, und die Bedeutung von Pferden als Transportmittel angesichts der steilen Berge, die die Insel fast vollständig bedecken. Oben rechts stehen die Jahreszahl „1515“ und der Name des Ausgabestaates „PORTUGAL“. Unten links finden sich der Name der Insel „TIMOR“ und die Jahreszahl „2015“. Ganz unten steht die Unterschrift des Künstlers Fernando Fonseca.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Die portugiesische Präsenz auf Timor entstand im Zusammenhang mit der europäischen Expansion in den Indischen Ozean. Portugiesische Händler suchten dort vor allem Sandelholz, das in China und anderen asiatischen Märkten gefragt war. Zunächst bestanden keine flächendeckenden kolonialen Strukturen. Händler und später dominikanische Missionare knüpften Beziehungen zu lokalen Herrschern, über die Handel, politische Bündnisse und die Verbreitung des Katholizismus organisiert wurden.
Portugal konkurrierte in der Region mit den Niederlanden. Aus den jeweiligen Einflusszonen entwickelte sich die Teilung der Insel: Der westliche Teil gehört heute zu Indonesien, während aus dem östlichen Teil sowie der Exklave Oe-Cusse das Staatsgebiet Timor-Lestes hervorging. Der portugiesische Verwaltungssitz befand sich zunächst in Lifau und wurde im 18. Jahrhundert nach Dili verlegt. Über lange Zeit blieb die tatsächliche koloniale Kontrolle außerhalb einzelner Küstenorte und regionaler Bündnisse begrenzt.
Nach der Nelkenrevolution von 1974 leitete Portugal die Entkolonialisierung seiner Überseegebiete ein. In Timor führte der Rückzug zu Auseinandersetzungen zwischen politischen Gruppierungen. Kurz nach einer Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1975 besetzte Indonesien das Gebiet. Die folgende Besatzungszeit war von bewaffnetem Widerstand, Repressionen und zahlreichen zivilen Opfern geprägt. Bei einer von den Vereinten Nationen organisierten Abstimmung entschied sich die Bevölkerung 1999 gegen eine Autonomie innerhalb Indonesiens. Nach einer Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen wurde Timor-Leste 2002 souverän.
Die Erinnerung an den frühen Kontakt verweist deshalb nicht nur auf Seefahrt und Handel, sondern auf eine rund fünf Jahrhunderte umfassende, konfliktreiche Beziehung. Portugiesische Einflüsse sind insbesondere im Katholizismus, in Familiennamen, im Recht und in der Sprache erkennbar. Portugiesisch ist neben Tetum Amtssprache; Timor-Leste gehört außerdem zur Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder. Das Jubiläum bot Portugal somit Anlass, die historische Verbindung zu einem inzwischen unabhängigen Staat aufzugreifen.
Portugal konkurrierte in der Region mit den Niederlanden. Aus den jeweiligen Einflusszonen entwickelte sich die Teilung der Insel: Der westliche Teil gehört heute zu Indonesien, während aus dem östlichen Teil sowie der Exklave Oe-Cusse das Staatsgebiet Timor-Lestes hervorging. Der portugiesische Verwaltungssitz befand sich zunächst in Lifau und wurde im 18. Jahrhundert nach Dili verlegt. Über lange Zeit blieb die tatsächliche koloniale Kontrolle außerhalb einzelner Küstenorte und regionaler Bündnisse begrenzt.
Nach der Nelkenrevolution von 1974 leitete Portugal die Entkolonialisierung seiner Überseegebiete ein. In Timor führte der Rückzug zu Auseinandersetzungen zwischen politischen Gruppierungen. Kurz nach einer Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1975 besetzte Indonesien das Gebiet. Die folgende Besatzungszeit war von bewaffnetem Widerstand, Repressionen und zahlreichen zivilen Opfern geprägt. Bei einer von den Vereinten Nationen organisierten Abstimmung entschied sich die Bevölkerung 1999 gegen eine Autonomie innerhalb Indonesiens. Nach einer Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen wurde Timor-Leste 2002 souverän.
Die Erinnerung an den frühen Kontakt verweist deshalb nicht nur auf Seefahrt und Handel, sondern auf eine rund fünf Jahrhunderte umfassende, konfliktreiche Beziehung. Portugiesische Einflüsse sind insbesondere im Katholizismus, in Familiennamen, im Recht und in der Sprache erkennbar. Portugiesisch ist neben Tetum Amtssprache; Timor-Leste gehört außerdem zur Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder. Das Jubiläum bot Portugal somit Anlass, die historische Verbindung zu einem inzwischen unabhängigen Staat aufzugreifen.



