Übersicht Belgien 2009 200. Geb. Louis Braille – Übersicht
CC 72 2009 2-Euro-Münze PP

2 Euro PP

Belgien · 200. Geburtstag von Louis Braille

Auflage7.500
Ausgabepreis18,50 €
Ausgabedatum25.09.2009
Verpackungim Etui
Randschrift2 ★ ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Marktpreis29,00 €

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Die Münze erinnert an den 200. Geburtstag von Louis Braille (1809–1852). Das Motiv zeigt sein Porträt zwischen den in der von ihm erfundenen Brailleschrift dargestellten Initialen „L“ und „B“. Darüber steht „LOUIS BRAILLE“, darunter sind die Jahreszahlen 1809 und 2009 sowie die Abkürzung „BE“ angeordnet.

Das Motiv
Auf der Innenseite der Münze ist das Portrait von Louis Braille zwischen seinen Initialen L und B zu sehen. Sie sind in dem von ihm erfundenen Alphabet geschrieben. Über dem Portrait stehen die Worte „LOUIS BRAILLE“, darunter die Abkürzung „BE“ für das Ausgabeland zwischen den Daten 1809 und 2009. Links sind das Münzzeichen und rechts das Zeichen des Graveurs zu erkennen.

Auf dem äußeren Ring der Münze sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Louis Braille wurde im französischen Coupvray bei Paris als Sohn eines Sattlers geboren. Als Kleinkind verletzte er sich in der Werkstatt seines Vaters mit einem Werkzeug am Auge. Eine Infektion führte schließlich zur vollständigen Erblindung. Mit zehn Jahren kam er an die königliche Blindenschule in Paris, eine der ersten Einrichtungen Europas, die blinden Kindern eine systematische Schulbildung ermöglichte. Später arbeitete er dort selbst als Lehrer und war außerdem als Organist tätig.

Den Ausgangspunkt für seine Schrift bildete ein von dem französischen Offizier Charles Barbier entwickeltes Verfahren. Diese sogenannte Nachtschrift sollte Soldaten ermöglichen, Mitteilungen ohne Licht zu lesen. Sie verwendete erhabene Punkte, war mit ihren großen Zeichen und zahlreichen Punktpositionen für den alltäglichen Gebrauch jedoch schwer handhabbar. Braille vereinfachte das Prinzip zu einer Grundform aus sechs Punkten, die in zwei Spalten angeordnet sind. Durch unterschiedliche Kombinationen lassen sich Buchstaben, Satzzeichen, Zahlen und weitere Zeichen darstellen. Die erste Beschreibung seines Systems veröffentlichte er 1829; später überarbeitete und erweiterte er es. Er entwickelte auch eine Punktschrift für Musik.

Gelesen werden die Zeichen mit den Fingerkuppen, geschrieben wurden sie zunächst mithilfe einer Tafel und eines Griffels. Das System ermöglichte blinden Menschen, selbstständig zu lesen und zu schreiben, statt ausschließlich auf vorgelesene oder besonders aufwendig hergestellte Texte angewiesen zu sein. Zu Brailles Lebzeiten setzte es sich allerdings nur allmählich durch. Erst danach wurde es international zur Grundlage der Blindenschrift. Für verschiedene Sprachen und Fachgebiete entstanden angepasste Zeichensätze und Kurzschriftsysteme.

Das Jubiläumsjahr bot sich für eine Gedenkmünze an, weil Brailles Verfahren nicht an eine einzelne Nation gebunden ist. Es wird auch in den verschiedenen Sprachgemeinschaften Belgiens verwendet und steht in engem Zusammenhang mit Bildung, Kommunikation und gesellschaftlicher Teilhabe blinder Menschen. Der Anlass wurde 2009 international aufgegriffen; die belgische Ausgabe ordnete sich damit in ein überstaatliches Gedenken an Braille und sein Schriftsystem ein.

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