Rückseite Litauen 2024 Strohgärten in Litauen – Rückseite
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CC 541 2024 2-Euro-Münze Stgl./BU Hauptmünze Bankausgabe

2 Euro Stgl./BU

Litauen · Strohgärten in Litauen

Auflage495.000
Ausgabedatum25.09.2024
RandschriftLAISVĖ ★ VIENYBĖ ★ GEROVĖ ★
Marktpreis3,50 €

Zum Ausgabeanlass

Anlass ist die Aufnahme der litauischen Tradition der Strohgärten in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO. Das Motiv zeigt einen stilisierten Strohgarten aus geometrischen Formen unterschiedlicher Größe, dessen Spitzen gen Himmel und unter die Erde weisen, sowie die Aufschrift „LIETUVA“. Strohgärten sind eine baltische Kulturtradition mit dekorativer und zeremonieller Bedeutung und stehen im Zusammenhang mit Wohlbefinden und Spiritualität.

Das Motiv
Auf der Münze ist ein stilisierter Strohgarten aus geometrischen Formen unterschiedlicher Größe abgebildet. Eine seiner Spitzen zeigt nach oben (gen Himmel), die andere nach unten (unter die Erde). Ferner sind auf der Münze die Aufschrift „LIETUVA“ (LITAUEN), das Ausgabejahr (2024) und das Münzzeichen der litauischen Münze zu sehen. Bei Strohgärten handelt es sich um eine baltische Kulturtradition mit dekorativer und zeremonieller Bedeutung. Sie stehen im Zusammenhang mit Wohlbefinden und Spiritualität. Die nationale Seite der Münze wurde von Tomas Dragūnas gestaltet.

Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Die Eintragung der „Herstellung von Strohgärten in Litauen“ erfolgte 2023. In Litauen werden diese Gebilde *sodai* genannt, wörtlich „Gärten“. Es handelt sich nicht um geflochtene Körbe oder Kränze, sondern um leichte, räumliche Hängekonstruktionen. Dafür werden getrocknete Getreidehalme in gleichmäßige Stücke geschnitten und mit Fäden zu Pyramiden, Oktaedern und daraus zusammengesetzten Körpern verbunden. Häufig ergänzen kleine Figuren, etwa Vögel, die Grundstruktur. Frei unter der Decke aufgehängt, können sich die Gebilde bereits durch geringe Luftbewegungen drehen.

Die geometrische Ordnung wird traditionell als verkleinertes Modell einer geordneten Welt verstanden. Einzelne Ebenen und Achsen können Vorstellungen vom Verhältnis zwischen Menschen, Vorfahren, Natur und Kosmos ausdrücken. Das verwendete Getreidestroh verweist zugleich auf Landwirtschaft, Ernte und den Kreislauf des Lebens. Die genaue Form und Deutung ist jedoch nicht überall gleich, sondern hängt von Region, Familie, Anlass und den jeweiligen Herstellerinnen und Herstellern ab.

Strohgärten wurden besonders für häusliche Feste und Übergänge im Lebenslauf angefertigt. Sie konnten über einer Hochzeitstafel oder einer Wiege hängen und gehörten außerdem zur Ausstattung bei jahreszeitlichen Feiern. Herstellung und Gebrauch waren damit in gemeinschaftliche Abläufe eingebunden. Das Wissen wurde lange vor allem innerhalb von Familien und örtlichen Gemeinschaften weitergegeben. Heute vermitteln es auch Kunsthandwerker, Kulturzentren, Schulen und Workshops. Neben überlieferten Formen entstehen neue Kompositionen, ohne dass die grundlegende Technik aufgegeben wird.

Die UNESCO-Liste erfasst keine materiellen Einzelstücke, sondern Kenntnisse, Fertigkeiten und soziale Praktiken. Ihre Aufnahme soll daher vor allem die Weitergabe der Herstellungstechnik und ihrer kulturellen Zusammenhänge unterstützen. Die Münzausgabe im folgenden Jahr machte diese internationale Anerkennung im alltäglichen Zahlungsverkehr sichtbar und stellte eine weiterhin ausgeübte Tradition anstelle eines einzelnen historischen Objekts in den Mittelpunkt.

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