CC 4852023Münzzeichen A/D/F/G/J2-Euro-MünzeStgl./BUBankausgabe
Deutschland · 1275. Geburtstag von Karl dem Großen
Ausgabedatum30.03.2023
Gesamtauflage20.240.000
EU-Maximum20.000.000
Editionen3
RandschriftEINIGKEIT UND RECHT UND FREIHEIT + Bundesadler
AufschriftKARL DER GROßE / 2023 / 748–814 / D / A / D / F / G / J / TW
DesignerTobias Winnen
PrägestätteA: Staatliche Münze Berlin · D: Bayerisches Hauptmünzamt München · F: Staatliche Münzen Baden-Württemberg, Stuttgart · G: Staatliche Münzen Baden-Württemberg, Karlsruhe · J: Landesbetrieb Hamburgische Münze, Hamburg
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 1275. Jahrestag der Geburt Karls des Großen (748–814), König des Frankenreichs und römischer Kaiser. Das Motiv verbindet sein persönliches Monogramm mit dem Oktogon des Aachener Doms. Ergänzt wird es durch die Inschrift „KARL DER GROSSE“ sowie die Jahreszahlen „748–814“.
Das Motiv
Das Münzmotiv kombiniert zwei zeitgenössische Elemente: das persönliche Monogramm Karls des Großen und das Oktogon des Aachener Doms. Die beiden Komponenten sind geschickt zu einem einzigartigen Kunstwerk verknüpft. Das Motiv besticht durch die Dynamik seiner plastischen Gestaltung. Insgesamt würdigt es auf innovative Weise eine herausragende Persönlichkeit der europäischen Geschichte. Das Münzinnere enthält außerdem in der oberen Hälfte die Inschrift „KARL DER GROßE“ und in der unteren Hälfte das Ausgabejahr „2023“, die Jahresdaten „748–814“, den deutschen Ländercode „D“, das Münzzeichen der jeweiligen Prägeanstalt („A“, „D“, „F“, „G“ oder „J“) und die Initialen des Künstlers („TW“).
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Karl entstammte dem Herrschergeschlecht der Karolinger. Nach dem Tod seines Vaters Pippin des Jüngeren teilte er die Herrschaft zunächst mit seinem Bruder Karlmann. Später vereinigte er das Reich und vergrößerte es durch zahlreiche Feldzüge. Es umfasste schließlich weite Teile des heutigen Frankreichs, Deutschlands, Italiens und der Benelux-Staaten. Die jahrzehntelangen Sachsenkriege gingen mit Zwangstaufen, Umsiedlungen und harter Bestrafung des Widerstands einher.
Die Kaiserkrönung durch Papst Leo III. in Rom am Weihnachtstag des Jahres 800 knüpfte im Westen an die Tradition des antiken römischen Kaisertums an. Zugleich prägte sie das Verhältnis zwischen weltlicher Herrschaft und Papsttum. Karls Reich war jedoch kein zentral verwalteter Staat im modernen Sinn. Der Hof zog zwischen verschiedenen Pfalzen umher; Grafen übten regionale Herrschaft aus, während königliche Gesandte deren Amtsführung kontrollieren sollten.
Am Hof wurden Bildung, Schriftgebrauch und die Vereinheitlichung kirchlicher Texte gefördert. Gelehrte wie Alkuin von York wirkten an diesen Reformen mit. In diesem Umfeld verbreitete sich die karolingische Minuskel, eine gut lesbare Schrift, die später die Entwicklung der lateinischen Buchschrift beeinflusste. Diese kulturelle Erneuerung wird als karolingische Renaissance bezeichnet.
Aachen war eine bevorzugte Pfalz Karls. Die dort errichtete Pfalzkapelle bildet den Kern des heutigen Doms. Ihr zentraler, achteckiger Raum orientierte sich an spätantiken und byzantinischen Zentralbauten, besonders an San Vitale in Ravenna. Karl wurde in Aachen bestattet. Später diente die Kirche über Jahrhunderte als Krönungsort römisch-deutscher Könige.
Das Herrschermonogramm war ein Beglaubigungszeichen auf Urkunden und stand für den lateinischen Namen Karolus. Die Verbindung mit dem Aachener Bau verweist somit zugleich auf königliche Herrschaft, Hofkultur und Karls Nachwirkung. Der Jahrestag bot Deutschland einen Anlass, eine Person aufzugreifen, deren Herrschaft sowohl mit Aachen als auch mit der politischen Geschichte mehrerer heutiger europäischer Staaten verbunden ist.
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