CC 389 2020
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Stgl./BU
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Litauen · Berg der Kreuze
Auflage5.000
Ausgabepreis9,00 €
Ausgabedatum04.11.2020
VerpackungCoincard
RandschriftLAISVĖ ★ VIENYBĖ ★ GEROVĖ ★
Marktpreis29,00 €
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze ist dem UNESCO-Kulturerbe Kryžių kalnas (Berg der Kreuze) gewidmet. Das Motiv zeigt Fragmente von Holzkreuzen und geschmiedeten Kreuzen als Symbole des litauischen Kreuzhandwerks und der litauischen Volkskultur. Kreuzhandwerk und Kreuzsymbolik Litauens stehen auf der repräsentativen UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.
Das Motiv
Das Münzmotiv zeigt den Berg der Kreuze: Fragmente von Holzkreuzen und geschmiedeten Kreuzen, die das litauische Kreuzhandwerk und die litauische Volkskultur symbolisieren. Das Kreuzhandwerk und die Kreuzsymbolik Litauens wurden in die repräsentative UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Im oberen Bereich des Münzinneren finden sich der Schriftzug „LIETUVA“ (Litauen) und das Ausgabejahr „2020“, im unteren Bereich der Schriftzug „KRYŽIŲ KALNAS“ (Berg der Kreuze) und das Zeichen der litauischen Münzprägeanstalt. Gestaltet wurde die Münze von Rytas Jonas Belevičius.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Der Berg der Kreuze liegt bei Šiauliai im Norden Litauens. Es handelt sich nicht um einen natürlichen Berg, sondern um einen kleinen Hügel, auf dem Gläubige über Generationen Kreuze, Kruzifixe, Rosenkränze und andere Andachtszeichen aufgestellt haben. Der genaue Beginn dieser Tradition ist nicht eindeutig geklärt. Häufig wird sie mit dem Gedenken an die Toten und Verschollenen der Aufstände gegen die russische Herrschaft im 19. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Später kamen Kreuze als Dank für erhörte Gebete, zur Erinnerung an Angehörige oder als Ausdruck persönlicher Bitten hinzu.
Während der sowjetischen Herrschaft wurde der Ort zu einem Zeichen religiöser und nationaler Selbstbehauptung. Staatliche Stellen ließen die Kreuze mehrfach beseitigen und das Gelände räumen. Dennoch stellten Menschen dort immer wieder neue Kreuze auf. Diese Praxis verband den katholischen Glauben, der in Litauen stark verwurzelt ist, mit dem Widerstand gegen die staatlich verordnete Religionsfeindlichkeit und gegen die Einschränkung litauischer Identität.
Nach der Wiederherstellung der litauischen Unabhängigkeit entwickelte sich der Hügel erneut zu einem frei zugänglichen Wallfahrtsort. Papst Johannes Paul II. besuchte ihn 1993 und feierte dort einen Gottesdienst. Seither bringen auch Pilger und Besucher aus anderen Ländern Kreuze mit, sodass sich der Bestand fortlaufend verändert.
Die UNESCO-Anerkennung bezieht sich genau genommen nicht auf den Hügel als bauliches Welterbe, sondern auf die in Litauen gepflegte Tradition des Kreuzhandwerks. Dazu gehören neben Kreuzen auch Bildstöcke, kleine Kapellen und reich verzierte hölzerne Pfosten. Ihre Gestaltung verbindet christliche Zeichen mit überlieferten Pflanzen-, Sonnen- und geometrischen Motiven. Die Kenntnisse werden von Holzschnitzern und Schmieden weitergegeben.
Die Münzwahl verbindet somit einen konkreten Erinnerungsort mit einer lebendigen handwerklichen und religiösen Praxis. Zugleich verweist sie auf Erfahrungen von Fremdherrschaft, Verfolgung und erneuerter staatlicher Unabhängigkeit.
Während der sowjetischen Herrschaft wurde der Ort zu einem Zeichen religiöser und nationaler Selbstbehauptung. Staatliche Stellen ließen die Kreuze mehrfach beseitigen und das Gelände räumen. Dennoch stellten Menschen dort immer wieder neue Kreuze auf. Diese Praxis verband den katholischen Glauben, der in Litauen stark verwurzelt ist, mit dem Widerstand gegen die staatlich verordnete Religionsfeindlichkeit und gegen die Einschränkung litauischer Identität.
Nach der Wiederherstellung der litauischen Unabhängigkeit entwickelte sich der Hügel erneut zu einem frei zugänglichen Wallfahrtsort. Papst Johannes Paul II. besuchte ihn 1993 und feierte dort einen Gottesdienst. Seither bringen auch Pilger und Besucher aus anderen Ländern Kreuze mit, sodass sich der Bestand fortlaufend verändert.
Die UNESCO-Anerkennung bezieht sich genau genommen nicht auf den Hügel als bauliches Welterbe, sondern auf die in Litauen gepflegte Tradition des Kreuzhandwerks. Dazu gehören neben Kreuzen auch Bildstöcke, kleine Kapellen und reich verzierte hölzerne Pfosten. Ihre Gestaltung verbindet christliche Zeichen mit überlieferten Pflanzen-, Sonnen- und geometrischen Motiven. Die Kenntnisse werden von Holzschnitzern und Schmieden weitergegeben.
Die Münzwahl verbindet somit einen konkreten Erinnerungsort mit einer lebendigen handwerklichen und religiösen Praxis. Zugleich verweist sie auf Erfahrungen von Fremdherrschaft, Verfolgung und erneuerter staatlicher Unabhängigkeit.



