Griechenland · 100. Jahrestag der Vereinigung Thrakiens mit Griechenland
Ausgabedatum16.07.2020
Gesamtauflage750.000
EU-Maximum750.000
Editionen3
RandschriftΕΛΛΗΝΙΚΗ ΔΗΜΟΚΡΑΤΙΑ + ★
Aufschrift100. JAHRESTAG DER VEREINIGUNG VON THRAKIEN MIT GRIECHENLAND / HELLENISCHE REPUBLIK / 2020
DesignerGeorgios Stamatopoulos
PrägestätteBank of Greece - Mint, Halandri
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 100. Jahrestag der Vereinigung Thrakiens mit Griechenland nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Das Motiv zeigt die Replika einer antiken Münze aus der thrakischen Stadt Abdera mit einem Greif. Hinzu kommen die Schriftzüge „100. JAHRESTAG DER VEREINIGUNG VON THRAKIEN MIT GRIECHENLAND“ und „HELLENISCHE REPUBLIK“, eine Palmette als Münzzeichen sowie das Monogramm des Künstlers George Stamatopoulos.
Das Motiv
Das Motiv ist eine Replika einer antiken Münze aus der thrakischen Stadt Abdera, auf der ein Greif abgebildet ist. Entlang des inneren Münzrands sind die Schriftzüge „100. JAHRESTAG DER VEREINIGUNG VON THRAKIEN MIT GRIECHENLAND“ und „HELLENISCHE REPUBLIK“, das Ausgabejahr „2020“ und eine Palmette (das Münzzeichen der griechischen Münze) zu sehen. Auf der linken Seite befindet sich außerdem das Monogramm des Künstlers (George Stamatopoulos). Die im Nordosten des Landes gelegene Region Thrakien wurde nach dem Ende des Ersten Weltkrieges mit Griechenland vereint.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Thrakien ist eine historische Landschaft im Südosten Europas, die heute auf Bulgarien, Griechenland und die Türkei verteilt ist. Der griechische Teil wird als Westthrakien bezeichnet und umfasst die heutigen Regionalbezirke Xanthi, Rodopi und Evros. Die Vereinigung von 1920 betraf somit nicht das gesamte historische Thrakien.
Westthrakien gehörte jahrhundertelang zum Osmanischen Reich. Infolge der Balkankriege kam das Gebiet 1913 unter bulgarische Herrschaft. Da Bulgarien im Ersten Weltkrieg aufseiten der Mittelmächte gekämpft hatte, musste es nach seiner Niederlage im Vertrag von Neuilly auf Westthrakien verzichten. Das Gebiet wurde zunächst von den alliierten Siegermächten verwaltet. Auf der Konferenz von San Remo wurde 1920 seine Übertragung an Griechenland beschlossen; im Mai desselben Jahres rückten griechische Truppen ein. Die nachfolgenden Friedensregelungen bestätigten die Zugehörigkeit zu Griechenland.
Zeitweise beanspruchte Griechenland auch Ostthrakien. Nach dem griechisch-türkischen Krieg musste es dieses Gebiet jedoch wieder aufgeben. Der Vertrag von Lausanne legte 1923 schließlich die bis heute bestehende Grenze zur Türkei fest. Westthrakien blieb eine ethnisch und religiös gemischte Region. Anders als die meisten orthodoxen Christen und Muslime in Griechenland und der Türkei war die muslimische Bevölkerung Westthrakiens vom verpflichtenden Bevölkerungsaustausch zwischen beiden Staaten ausgenommen. Ihr Minderheitenstatus wurde ebenfalls in Lausanne geregelt.
Abdera, auf dessen antike Prägung die Gestaltung zurückgreift, war eine griechische Polis an der ägäischen Küste Thrakiens. Die Stadt betrieb Handel und gab eigene Münzen aus; der Greif diente dabei als städtisches Kennzeichen. Mit Abdera werden auch die antiken Denker Demokrit und Protagoras verbunden. Der Rückgriff auf das Münzbild stellt die moderne staatliche Zugehörigkeit der Region in einen Zusammenhang mit ihrer griechischsprachigen antiken Vergangenheit.
Der Ausgabeanlass war das staatlich begangene Jubiläum der Eingliederung Westthrakiens. Das Motiv verbindet dieses politische Erinnerungsdatum mit der antiken Geschichte der Region, ohne ein militärisches oder politisches Porträt in den Mittelpunkt zu stellen.
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