CC 362 2019
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Stgl./BU
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Estland · 100. Jahrestag der Gründung der estnischsprachlichen Universität Tartu
Auflage17.500
Ausgabepreis10,00 €
Ausgabedatum19.11.2019
VerpackungCoincard
RandschriftEESTI × 2, abwechselnd aufrecht/verkehrt, durch Punkte getrennt
Marktpreis22,00 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 100. Jahrestag der Gründung der Universität Tartu als erste estnischsprachige Hochschule. Die 1632 von König Gustav II. Adolf gegründete Universität wurde 1919 zur ersten estnischen Sprachhochschule. Das Motiv zeigt das Hauptgebäude der Universität sowie die Aufschriften „RAHVUSÜLIKOOL 100“ und „UNIVERSITAS TARTUENSIS“ und die Jahreszahl „1632“.
Das Motiv
Die Münze prägt den hundertsten Jahrestag der Gründung der Universität Tartu als die erste estnische Sprachhochschule. Sie wurde 1632 von dem schwedischen König Gustav II. Adolf gegründet und ist eine der ältesten Universitäten in Nord- und Osteuropa. 1919 wurde sie die erste estnische Sprachhochschule.
Das Motiv zeigt das Motiv des Hauptgebäudes der Universität. Es trägt auch die Aufschriften „RAHVUSÜLIKOOL 100“ (Nationale Universität 100) und „UNIVERSITAS TARTUENSIS“, das Jahr „1632“, den Ausgabestaat „EESTI“ und das Ausgabejahr „2019“.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Das Motiv zeigt das Motiv des Hauptgebäudes der Universität. Es trägt auch die Aufschriften „RAHVUSÜLIKOOL 100“ (Nationale Universität 100) und „UNIVERSITAS TARTUENSIS“, das Jahr „1632“, den Ausgabestaat „EESTI“ und das Ausgabejahr „2019“.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Der Übergang zum Unterricht auf Estnisch stand in engem Zusammenhang mit der Entstehung der Republik Estland. Nach der Unabhängigkeitserklärung von 1918 befand sich das Land zunächst im Unabhängigkeitskrieg. Dennoch begann die neue Staatsführung, eigene Institutionen für Verwaltung, Wissenschaft und Bildung aufzubauen. Die Eröffnung der nationalen Universität am 1. Dezember 1919 gehörte zu diesem Prozess.
Zuvor hatte die Hochschule mehrfach ihre institutionelle und sprachliche Ausrichtung gewechselt. Nach einer längeren Unterbrechung war sie 1802 im Russischen Kaiserreich als deutschsprachige Universität wiedereröffnet worden und wurde unter dem Namen Dorpat zu einem Wissenschaftszentrum des Baltikums. Im Zuge der Russifizierung setzte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts Russisch als Unterrichtssprache durch; auch der offizielle Stadt- und Universitätsname wurde in Jurjew geändert. Während der deutschen Besetzung 1918 bestand kurzzeitig eine deutschsprachige Landesuniversität.
Die Umstellung auf Estnisch war mehr als ein Wechsel der Unterrichtssprache. Für zahlreiche Fachgebiete musste zunächst eine estnische wissenschaftliche Terminologie entwickelt und vereinheitlicht werden. Die Hochschule bildete Lehrkräfte, Juristen, Ärzte, Beamte und Wissenschaftler für den neuen Staat aus. Zugleich erhielt Estnisch einen festen Platz in Forschung und akademischer Lehre, nachdem die Sprache dort zuvor nur eine begrenzte Rolle gespielt hatte.
Das klassizistische Hauptgebäude entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Plänen des aus Deutschland stammenden Architekten Johann Wilhelm Krause. Seine von Säulen geprägte Fassade wurde zu einem weithin erkennbaren Zeichen der Universität. Das Gebäude liegt im Zentrum Tartus; zum historischen Universitätsensemble gehören außerdem Anlagen auf dem Domberg, darunter die Sternwarte und die Universitätsbibliothek in den Ruinen des Doms.
Die Hundertjahrfeier bot sich als Münzanlass an, weil die nationale Universität eng mit Staatsgründung, Sprachpolitik und dem Aufbau estnischer Institutionen verbunden ist. Der Ausdruck „Rahvusülikool“, also „Nationaluniversität“, verweist dabei besonders auf ihren Auftrag gegenüber estnischer Sprache, Kultur und Gesellschaft.
Zuvor hatte die Hochschule mehrfach ihre institutionelle und sprachliche Ausrichtung gewechselt. Nach einer längeren Unterbrechung war sie 1802 im Russischen Kaiserreich als deutschsprachige Universität wiedereröffnet worden und wurde unter dem Namen Dorpat zu einem Wissenschaftszentrum des Baltikums. Im Zuge der Russifizierung setzte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts Russisch als Unterrichtssprache durch; auch der offizielle Stadt- und Universitätsname wurde in Jurjew geändert. Während der deutschen Besetzung 1918 bestand kurzzeitig eine deutschsprachige Landesuniversität.
Die Umstellung auf Estnisch war mehr als ein Wechsel der Unterrichtssprache. Für zahlreiche Fachgebiete musste zunächst eine estnische wissenschaftliche Terminologie entwickelt und vereinheitlicht werden. Die Hochschule bildete Lehrkräfte, Juristen, Ärzte, Beamte und Wissenschaftler für den neuen Staat aus. Zugleich erhielt Estnisch einen festen Platz in Forschung und akademischer Lehre, nachdem die Sprache dort zuvor nur eine begrenzte Rolle gespielt hatte.
Das klassizistische Hauptgebäude entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Plänen des aus Deutschland stammenden Architekten Johann Wilhelm Krause. Seine von Säulen geprägte Fassade wurde zu einem weithin erkennbaren Zeichen der Universität. Das Gebäude liegt im Zentrum Tartus; zum historischen Universitätsensemble gehören außerdem Anlagen auf dem Domberg, darunter die Sternwarte und die Universitätsbibliothek in den Ruinen des Doms.
Die Hundertjahrfeier bot sich als Münzanlass an, weil die nationale Universität eng mit Staatsgründung, Sprachpolitik und dem Aufbau estnischer Institutionen verbunden ist. Der Ausdruck „Rahvusülikool“, also „Nationaluniversität“, verweist dabei besonders auf ihren Auftrag gegenüber estnischer Sprache, Kultur und Gesellschaft.




