CC 348 2019
2-Euro-Münze
Stgl./BU Hauptmünze Bankausgabe
2 Euro Stgl./BU
Litauen · Sutartinės - Litauische Volkslieder
Auflage495.000
Ausgabedatum10.07.2019
RandschriftLAISVĖ ★ VIENYBĖ ★ GEROVĖ ★
Marktpreis6,12 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze würdigt die „Sutartinės“, litauische mehrteilige Lieder, die in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen wurden. Das Motiv zeigt lineare Formen als Symbol für die Polyphonie dieser litauischen Volksliedtradition: Auseinander- und wieder zusammenlaufende Linien bilden einen Wirbel, der mit kleinen geometrischen Figuren und Naturmotiven verziert ist. Am Rand stehen die Schriftzüge „LIETUVA“ und „SUTARTINĖS“.
Das Motiv
Dargestellt sind lineare Motive, die die Polyphonie in der einzigartigen litauischen Volksliedtradition der „Sutartinės“ symbolisieren. Sich voneinander entfernende und dann wieder annähernde Linien bilden einen mit kleinen geometrischen Figuren und Naturmotiven verzierten Wirbel. Entlang des Randes erscheinen halbkreisförmig die Schriftzüge „LIETUVA“ (Ausgabestaat) und „SUTARTINĖS“ (litauische mehrteilige Lieder) sowie das Ausgabejahr „2019“. Aufgeprägt ist ferner das Zeichen der litauischen Münzprägeanstalt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Der Begriff „Sutartinės“ leitet sich vom litauischen Verb *sutarti* ab, das „übereinstimmen“ oder „sich verständigen“ bedeutet. Die Gesänge stammen vor allem aus Aukštaitija im Nordosten Litauens. Ihre Stimmen werden jedoch nicht im Sinne eines gewöhnlichen Chorsatzes zu einer gemeinsamen Melodie zusammengeführt. Vielmehr erklingen eigenständige, kurze Melodie- und Textabschnitte gleichzeitig oder zeitlich versetzt. Charakteristisch sind enge, teilweise reibungsreiche Intervalle, wiederholte Formeln, synkopierte Rhythmen und das präzise Ineinandergreifen der Stimmen.
Je nach Form werden Sutartinės von zwei, drei oder vier Sängerinnen ausgeführt. Häufig wechseln sich Textzeilen und lautmalerische Refrains ab. Der Vortrag verlangt eine feste Rollenverteilung: Die Beteiligten müssen ihren jeweiligen Teil halten und ihn zugleich genau mit den anderen abstimmen. Neben gesungenen Formen gibt es instrumentale Entsprechungen, unter anderem mit mehrteiligen Flöten- und Blasinstrumentensembles.
Die Texte gehören zu unterschiedlichen Bereichen des überlieferten Lebens. Sie behandeln etwa landwirtschaftliche Arbeiten, den Jahreslauf, Hochzeiten, Familie oder historische Erfahrungen. Zum Vortrag konnten geregelte Bewegungen oder schreitende Tanzformen gehören. Sutartinės waren damit nicht nur Lieder, sondern eine Verbindung von Gesang, Rhythmus und gemeinschaftlicher Handlung.
Im Lauf des 19. und 20. Jahrhunderts ging die lebendige Überlieferung in den Herkunftsregionen zurück. Aufzeichnungen von Volkskundlern sowie die spätere Arbeit von Folkloregruppen und Sängerinnen trugen dazu bei, das Repertoire zu bewahren und erneut aufzuführen. Heute werden Sutartinės sowohl in regionalen Zusammenhängen als auch bei Kulturveranstaltungen vermittelt.
Die UNESCO nahm die Tradition 2010 in ihre Liste auf. Die Münzausgabe von 2019 war nicht an ein rundes historisches Jubiläum gebunden. Sie stellte vielmehr eine weiterhin praktizierte Form des immateriellen Kulturerbes in den Mittelpunkt und machte neben Bauwerken oder historischen Persönlichkeiten auch eine mündlich und musikalisch überlieferte Tradition zum staatlichen Gedenkmotiv.
Je nach Form werden Sutartinės von zwei, drei oder vier Sängerinnen ausgeführt. Häufig wechseln sich Textzeilen und lautmalerische Refrains ab. Der Vortrag verlangt eine feste Rollenverteilung: Die Beteiligten müssen ihren jeweiligen Teil halten und ihn zugleich genau mit den anderen abstimmen. Neben gesungenen Formen gibt es instrumentale Entsprechungen, unter anderem mit mehrteiligen Flöten- und Blasinstrumentensembles.
Die Texte gehören zu unterschiedlichen Bereichen des überlieferten Lebens. Sie behandeln etwa landwirtschaftliche Arbeiten, den Jahreslauf, Hochzeiten, Familie oder historische Erfahrungen. Zum Vortrag konnten geregelte Bewegungen oder schreitende Tanzformen gehören. Sutartinės waren damit nicht nur Lieder, sondern eine Verbindung von Gesang, Rhythmus und gemeinschaftlicher Handlung.
Im Lauf des 19. und 20. Jahrhunderts ging die lebendige Überlieferung in den Herkunftsregionen zurück. Aufzeichnungen von Volkskundlern sowie die spätere Arbeit von Folkloregruppen und Sängerinnen trugen dazu bei, das Repertoire zu bewahren und erneut aufzuführen. Heute werden Sutartinės sowohl in regionalen Zusammenhängen als auch bei Kulturveranstaltungen vermittelt.
Die UNESCO nahm die Tradition 2010 in ihre Liste auf. Die Münzausgabe von 2019 war nicht an ein rundes historisches Jubiläum gebunden. Sie stellte vielmehr eine weiterhin praktizierte Form des immateriellen Kulturerbes in den Mittelpunkt und machte neben Bauwerken oder historischen Persönlichkeiten auch eine mündlich und musikalisch überlieferte Tradition zum staatlichen Gedenkmotiv.
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