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Andorra · 25. Jahrestag der Verfassung von Andorra
Ausgabedatum12.04.2018
Gesamtauflage75.000
EU-Maximum75.000
Editionen1
Randschrift2 ★ ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
AufschriftVIRTVS VNITA FORTIOR / 25è ANIVERSARI DE LA CONSTITUCIÓ 1993-2018 / ANDORRA
DesignerFábrica Nacional de Moneda y Timbre
PrägestätteReal Casa de la Moneda, Madrid
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 25. Jahrestag der Verfassung von Andorra, die nach dem Referendum vom 14. März 1993 den Willen zu einem demokratischen und sozialen Rechtsstaat festschrieb. Das Motiv zeigt das vor dem Parlament („Consell General“) stehende „Denkmal für die Männer und Frauen Andorras, die die Verfassung ins Leben gerufen haben“ mit den Umrissen eines Mannes und einer Frau. Daneben sind die Karte Andorras, das Staatsmotto „VIRTVS VNITA FORTIOR“ sowie die Schriftzüge „25è ANIVERSARI DE LA CONSTITUCIÓ 1993-2018“ und „ANDORRA“ zu sehen.
Das Motiv
Die Münze zeigt das „Denkmal für die Männer und Frauen Andorras, die die Verfassung ins Leben gerufen haben“, das dem Platz des Parlaments („Consell General“) von Andorra steht. Dieses Denkmal zeigt die Umrisse eines Mannes und einer Frau und erinnert an den im Referendum vom 14. März 1993 zum Ausdruck gebrachten Willen Andorras, ein demokratischer und sozialer Rechtsstaat zu werden, so wie in Artikel 1 der Verfassung festgeschrieben. Auf der rechten Seite des Denkmals ist auf dem inneren Münzring die Karte Andorras mit dem lateinischen Schriftzug „VIRTVS VNITA FORTIOR“ (Tugend vereint ist stärker) zu sehen, dem staatlichen Motto des Fürstentums Andorra. Um das Bild herum ist der Schriftzug „25è ANIVERSARI DE LA CONSTITUCIÓ 1993-2018” (25. Jahrestag der Verfassung 1993-2018”) und der Ländername „ANDORRA” zu sehen.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Bis 1993 beruhte Andorras staatliche Ordnung auf mittelalterlichen Herrschaftsrechten, Gewohnheitsrecht und späteren institutionellen Reformen. Ausgangspunkt waren Verträge aus dem 13. Jahrhundert, die sogenannten Pareatges. Sie regelten die gemeinsame Herrschaft des Bischofs von Urgell und des Grafen von Foix über die andorranischen Täler. Die weltlichen Rechte gingen später auf Frankreich über; schließlich nahm der französische Staatspräsident die Funktion des zweiten Kofürsten wahr.
Der Consell General vertrat seit dem Spätmittelalter die Gemeinden und die Bevölkerung, doch fehlte lange eine geschriebene Verfassung mit einer eindeutigen Gewaltenteilung. Im 20. Jahrhundert wurden politische Rechte schrittweise erweitert. Eine Reform von 1981 schuf zudem eine eigenständige Regierung und trennte damit Regierungsaufgaben stärker von denen des Parlaments. Dennoch blieben die Kompetenzen der Kofürsten, des Consell General und der Regierung teilweise unklar. Auch Andorras völkerrechtliche Stellung war nicht umfassend geregelt.
Die Verfassungsreform entstand aus Verhandlungen zwischen andorranischen Vertretern und den beiden Kofürsten. Sie ordnete die überkommenen Einrichtungen neu, ohne die Kofürsten abzuschaffen. Der Bischof von Urgell und der französische Staatspräsident blieben gemeinsam Staatsoberhäupter, ihre Befugnisse wurden jedoch verfassungsrechtlich festgelegt und begrenzt. Die Staatsgewalt wurde dem andorranischen Volk zugeordnet. Zugleich erhielten Parlament, Regierung und Justiz klar voneinander abgegrenzte Aufgaben; ein Verfassungsgericht wacht über die Einhaltung der Verfassung.
Die neue Ordnung erleichterte auch Andorras eigenständiges Auftreten nach außen. Noch 1993 wurde das Land Mitglied der Vereinten Nationen, im folgenden Jahr trat es dem Europarat bei. Damit war seine Stellung als souveräner Staat international klarer verankert.
Der Jahrestag bot sich als Münzanlass an, weil die Verfassung den Übergang von einer historisch gewachsenen Kofürstenherrschaft zu einer modernen parlamentarischen Ordnung markiert. Die Darstellung anonymer Bürger statt einzelner Politiker verweist dabei auf den kollektiven Charakter dieses Verfassungsprozesses.
Der Consell General vertrat seit dem Spätmittelalter die Gemeinden und die Bevölkerung, doch fehlte lange eine geschriebene Verfassung mit einer eindeutigen Gewaltenteilung. Im 20. Jahrhundert wurden politische Rechte schrittweise erweitert. Eine Reform von 1981 schuf zudem eine eigenständige Regierung und trennte damit Regierungsaufgaben stärker von denen des Parlaments. Dennoch blieben die Kompetenzen der Kofürsten, des Consell General und der Regierung teilweise unklar. Auch Andorras völkerrechtliche Stellung war nicht umfassend geregelt.
Die Verfassungsreform entstand aus Verhandlungen zwischen andorranischen Vertretern und den beiden Kofürsten. Sie ordnete die überkommenen Einrichtungen neu, ohne die Kofürsten abzuschaffen. Der Bischof von Urgell und der französische Staatspräsident blieben gemeinsam Staatsoberhäupter, ihre Befugnisse wurden jedoch verfassungsrechtlich festgelegt und begrenzt. Die Staatsgewalt wurde dem andorranischen Volk zugeordnet. Zugleich erhielten Parlament, Regierung und Justiz klar voneinander abgegrenzte Aufgaben; ein Verfassungsgericht wacht über die Einhaltung der Verfassung.
Die neue Ordnung erleichterte auch Andorras eigenständiges Auftreten nach außen. Noch 1993 wurde das Land Mitglied der Vereinten Nationen, im folgenden Jahr trat es dem Europarat bei. Damit war seine Stellung als souveräner Staat international klarer verankert.
Der Jahrestag bot sich als Münzanlass an, weil die Verfassung den Übergang von einer historisch gewachsenen Kofürstenherrschaft zu einer modernen parlamentarischen Ordnung markiert. Die Darstellung anonymer Bürger statt einzelner Politiker verweist dabei auf den kollektiven Charakter dieses Verfassungsprozesses.
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2018 · Coincard: 12,50 €
Ergänzende Informationen
In den Umlaufmünzensätzen Andorras ist diese Gedenkmünze nicht enthalten.
