Übersicht Estland 2018 Gemeinschaftsausgabe Baltikum: 100 Jahre Unabhängigkeit – Übersicht
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CC 302 2018 Kursmünzensatz Stgl./BU

KMS BU

Estland · Gemeinschaftsausgabe Baltikum: 100 Jahre Unabhängigkeit

Auflage5.000
Ausgabepreis20,00 €
Ausgabedatum31.01.2018
VerpackungKursmünzensatz
RandschriftEESTI × 2, abwechselnd aufrecht/verkehrt, durch Punkte getrennt
Preis des Satzes (2 Münzen)139,00 €

Zum Ausgabeanlass

Die Münze erinnert an den 100. Jahrestag der Gründung Estlands und Lettlands sowie der Neugründung Litauens. Das gemeinsame Motiv zeigt die drei baltischen Staaten als miteinander verflochtenen Zopf und verweist damit auf ihre gemeinsame Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ergänzt wird es durch eine stilisierte Ziffer zum 100. Jahrestag, die heraldischen Zeichen aller drei Staaten sowie die Aufschriften „EESTI“ und „2018“.

Das Motiv
Die drei baltischen Mitgliedstaaten werden symbolisch als ein Zopf dargestellt. Sie sind durch ihre Geschichte verbunden: eine gemeinsame Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Eine stilisierte Ziffer zum 100. Jahrestag und die heraldischen Zeichen aller drei Mitgliedstaaten sind ebenfalls dargestellt. Auf der linken Seite steht der Name des Ausgabestaates „EESTI“ und auf der rechten Seite das Ausgabejahr „2018“. Das Münzmotiv wurde nach einer öffentlichen Abstimmung in allen drei baltischen Ländern ausgewählt.

Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Bis zum Ersten Weltkrieg gehörten Estland und Lettland zum Russischen Reich. Auch der größte Teil des litauischen Siedlungsgebiets stand unter russischer Herrschaft; Litauen konnte dabei an eine ältere Staatstradition des Großfürstentums Litauen anknüpfen. Der Krieg, die deutsche Besetzung des Baltikums und der Zusammenbruch des Zarenreichs eröffneten den dortigen Unabhängigkeitsbewegungen die Möglichkeit, eigene Staaten zu errichten.

Der Litauische Staatsrat erklärte am 16. Februar 1918 in Vilnius die Wiederherstellung eines unabhängigen litauischen Staates mit demokratischer Ordnung. Der Begriff der Wiederherstellung verweist darauf, dass Litauen bereits vor den Teilungen Polen-Litauens Ende des 18. Jahrhunderts eine eigenständige staatliche Tradition besessen hatte. In Estland verkündete ein vom Landtag eingesetztes Rettungskomitee am 24. Februar 1918 die staatliche Selbstständigkeit. Lettland folgte am 18. November 1918: Nach dem Ende der deutschen Besatzung rief der Lettische Volksrat in Riga die Republik aus.

Mit den Erklärungen allein war die Unabhängigkeit noch nicht gesichert. In den folgenden Jahren mussten sich die drei Staaten in militärischen Auseinandersetzungen gegen bolschewistische Truppen und weitere bewaffnete Kräfte behaupten. Friedensverträge und internationale Anerkennung festigten anschließend ihre Stellung. In der Zwischenkriegszeit entwickelten sie eigene staatliche Institutionen, bevor sie 1940 von der Sowjetunion besetzt und eingegliedert wurden. Auf die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkriegs folgte erneut die sowjetische Herrschaft.

Die Erinnerung an 1918 blieb deshalb eng mit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1990 und 1991 verbunden. Estland, Lettland und Litauen betrachteten ihre damalige Loslösung von der Sowjetunion rechtlich nicht als Gründung neuer Staaten, sondern als Wiederherstellung der bereits 1918 geschaffenen beziehungsweise erneuerten Republiken. Gemeinsame Erfahrungen unter fremder Herrschaft und die Zusammenarbeit während der Unabhängigkeitsbewegungen – sichtbar etwa in der Menschenkette des „Baltischen Weges“ von 1989 – erklären, weshalb die drei Jubiläen gemeinsam aufgegriffen wurden.

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