CC 246 2016
2-Euro-Münze
Stgl./BU Hauptmünze Bankausgabe
2 Euro Stgl./BU
Italien · 2200. Todestag von Tito Maccio Plauto
Auflage1.468.900
Ausgabedatum16.05.2016
Randschrift2 ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Marktpreis6,90 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 2.200. Todestag von Titus Maccius Plautus. Das Motiv zeigt Theatermasken einer jungen Frau und eines Sklaven aus einem Mosaik des 2. Jahrhunderts v. Chr. sowie die schemenhafte Darstellung eines römischen Theaters. Hinzu kommen die Jahreszahlen „184 a. C.“ und „2016“ sowie der Schriftzug „PLAUTO“.
Das Motiv
Das Motiv zeigt Theatermasken aus einem Mosaik aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. (Rom, Kapitolinische Museen), die für zwei Charaktere der Neuen Komödie — die junge Frau und den Sklaven — stehen. Darüber befinden sich eine schemenhafte Darstellung eines römischen Theaters und das Landeskürzel der Republik Italien „RI“. Links ist das Kürzel „R“ zu lesen, rechts die Initialen der Designerin Luciana De Simoni „LDS“. Der untere Teil des Motivs enthält die Jahreszahlen „184 a. C.“ und „2016“ sowie den Schriftzug „PLAUTO“.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Plautus war ein römischer Komödiendichter der frühen Republik. Er wurde vermutlich um 250 v. Chr. in Sarsina im heutigen Nordosten Italiens geboren. Über sein Leben ist nur wenig zuverlässig überliefert; spätere Berichte über seine Berufe und wirtschaftlichen Schwierigkeiten gelten nicht als gesichert. Sein Todesjahr wird traditionell mit 184 v. Chr. angegeben.
Seine Stücke gehören zur sogenannten *fabula palliata*, der römischen Bearbeitung griechischer Komödien. Plautus griff vor allem auf die griechische Neue Komödie zurück, übertrug deren Stoffe aber nicht lediglich ins Lateinische. Er passte sie an die Erwartungen eines römischen Publikums an, verwendete Wortspiele, derbe Pointen, rhythmisch vielfältige Dialoge und musikalische Partien. Die Handlungen spielen meist in einer griechisch wirkenden Welt, behandeln jedoch Konflikte, die auch den Römern vertraut waren: Liebesverwicklungen, Geldnot, Familienautorität, Täuschungen und Verwechslungen.
Typisch ist ein festes Figurenrepertoire. Dazu zählen junge Liebende, strenge Väter, Kuppler, Geizhälse, prahlerische Soldaten und besonders einfallsreiche Sklaven. Letztere treiben häufig die Handlung voran, indem sie ihre Herren überlisten oder einem jungen Paar helfen. Solche Rollen waren keine individuellen Porträts, sondern wiedererkennbare Bühnentypen. Masken erleichterten dem Publikum, sie rasch zuzuordnen.
Unter Plautus’ Namen sind 21 Komödien weitgehend vollständig erhalten. Zu den bekanntesten gehören *Amphitruo*, *Aulularia*, *Menaechmi* und *Miles gloriosus*. Seine Verwechslungskomödien und Charaktertypen wirkten in der europäischen Theatergeschichte weiter. Die *Menaechmi* beeinflussten etwa Shakespeares *Komödie der Irrungen*; Stoffe und Figuren aus anderen Stücken wurden bis in die Neuzeit vielfach neu bearbeitet.
Zu Plautus’ Zeit fanden Aufführungen vor allem im Rahmen öffentlicher Feste statt. Dauerhafte steinerne Theater entstanden in Rom erst wesentlich später. Die Gedenkausgabe knüpft somit nicht nur an ein traditionell überliefertes Todesjahr an, sondern auch an einen frühen Abschnitt der lateinischen Literatur- und Theatergeschichte.
Seine Stücke gehören zur sogenannten *fabula palliata*, der römischen Bearbeitung griechischer Komödien. Plautus griff vor allem auf die griechische Neue Komödie zurück, übertrug deren Stoffe aber nicht lediglich ins Lateinische. Er passte sie an die Erwartungen eines römischen Publikums an, verwendete Wortspiele, derbe Pointen, rhythmisch vielfältige Dialoge und musikalische Partien. Die Handlungen spielen meist in einer griechisch wirkenden Welt, behandeln jedoch Konflikte, die auch den Römern vertraut waren: Liebesverwicklungen, Geldnot, Familienautorität, Täuschungen und Verwechslungen.
Typisch ist ein festes Figurenrepertoire. Dazu zählen junge Liebende, strenge Väter, Kuppler, Geizhälse, prahlerische Soldaten und besonders einfallsreiche Sklaven. Letztere treiben häufig die Handlung voran, indem sie ihre Herren überlisten oder einem jungen Paar helfen. Solche Rollen waren keine individuellen Porträts, sondern wiedererkennbare Bühnentypen. Masken erleichterten dem Publikum, sie rasch zuzuordnen.
Unter Plautus’ Namen sind 21 Komödien weitgehend vollständig erhalten. Zu den bekanntesten gehören *Amphitruo*, *Aulularia*, *Menaechmi* und *Miles gloriosus*. Seine Verwechslungskomödien und Charaktertypen wirkten in der europäischen Theatergeschichte weiter. Die *Menaechmi* beeinflussten etwa Shakespeares *Komödie der Irrungen*; Stoffe und Figuren aus anderen Stücken wurden bis in die Neuzeit vielfach neu bearbeitet.
Zu Plautus’ Zeit fanden Aufführungen vor allem im Rahmen öffentlicher Feste statt. Dauerhafte steinerne Theater entstanden in Rom erst wesentlich später. Die Gedenkausgabe knüpft somit nicht nur an ein traditionell überliefertes Todesjahr an, sondern auch an einen frühen Abschnitt der lateinischen Literatur- und Theatergeschichte.
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