
CC 19 2006
Kursmünzensatz
Stgl./BU
KMS BU
Finnland · 100 Jahre allgemeines Wahlrecht
Auflage20.000
Ausgabepreis28,00 €
Ausgabedatum04.10.2006
VerpackungKursmünzensatz
RandschriftSUOMI FINLAND + 3 Löwenköpfe
Marktpreis22,00 €
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze würdigt 100 Jahre allgemeine, gleiche, geheime und freie Wahlen. Das Motiv zeigt die durch eine Linie getrennten Gesichter eines Mannes und einer Frau sowie das Datum „1.10.06“ und die Jahresangabe „20 FI 06“. Der äußere Münzring trägt die zwölf Sterne der Europäischen Union.
Das Motiv
Auf der Münze sind die durch eine Linie getrennten Gesichter eines Mannes und einer Frau abgebildet. Auf der linken Seite der Münze befindet sich das Datum 1.10.06 und auf der rechten Seite das Jahr mit der Landesabkürzung in der Mitte 20 FI 06. Links von jedem Gesicht befindet sich das Münzzeichen „M“. Der äußere Münzring trägt die zwölf Sterne der Europäischen Union.
Hintergrund zum Thema
Finnland war 1906 noch kein unabhängiger Staat, sondern ein autonomes Großfürstentum im Russischen Reich. Seine politische Vertretung beruhte bis dahin auf einem Ständetag, in dem Adel, Geistlichkeit, Bürgertum und Bauernschaft getrennt vertreten waren. Große Teile der Bevölkerung besaßen kein Wahlrecht. Auch Frauen waren von der politischen Mitwirkung ausgeschlossen.
Den unmittelbaren Hintergrund der Reform bildeten die politischen Unruhen im Russischen Reich von 1905. In Finnland verband sich der Widerstand gegen die Einschränkung der Autonomie mit Forderungen nach einer demokratischeren Volksvertretung. Ein landesweiter Generalstreik verstärkte den Druck auf die russische Regierung und die finnischen Institutionen. Daraufhin wurde der ständisch gegliederte Landtag durch ein Einkammerparlament mit 200 Abgeordneten ersetzt.
Die 1906 beschlossene Wahlordnung gewährte Frauen und Männern unter denselben Voraussetzungen das aktive und passive Wahlrecht. Frauen durften damit nicht nur abstimmen, sondern auch selbst für ein Mandat kandidieren. Diese Verbindung beider Rechte ging über frühere Wahlrechtsreformen in anderen Ländern hinaus, die Frauen zunächst nur die Stimmabgabe erlaubten. Bei der ersten Wahl nach der Reform im März 1907 zogen 19 Frauen in das finnische Parlament ein. Sie gelten als die ersten weiblichen Abgeordneten eines nationalen Parlaments weltweit.
Das neue Wahlrecht beruhte außerdem auf Verhältniswahl und geheimer Stimmabgabe. Die Reform beseitigte damit die politische Einteilung nach Ständen und schuf die Grundlage für die heutige Eduskunta. Ihre praktische Wirkung blieb zunächst durch die Stellung des russischen Kaisers begrenzt, der das Parlament wiederholt auflösen konnte. Erst mit der finnischen Unabhängigkeit von 1917 arbeitete die Volksvertretung im Rahmen eines souveränen Staates.
Die Münzausgabe von 2006 knüpfte an den hundertsten Jahrestag dieser Parlaments- und Wahlrechtsreform an. Die Gegenüberstellung beider Geschlechter verweist dabei auf den Kern der damaligen Neuerung: gleiche politische Rechte für Frauen und Männer.
Den unmittelbaren Hintergrund der Reform bildeten die politischen Unruhen im Russischen Reich von 1905. In Finnland verband sich der Widerstand gegen die Einschränkung der Autonomie mit Forderungen nach einer demokratischeren Volksvertretung. Ein landesweiter Generalstreik verstärkte den Druck auf die russische Regierung und die finnischen Institutionen. Daraufhin wurde der ständisch gegliederte Landtag durch ein Einkammerparlament mit 200 Abgeordneten ersetzt.
Die 1906 beschlossene Wahlordnung gewährte Frauen und Männern unter denselben Voraussetzungen das aktive und passive Wahlrecht. Frauen durften damit nicht nur abstimmen, sondern auch selbst für ein Mandat kandidieren. Diese Verbindung beider Rechte ging über frühere Wahlrechtsreformen in anderen Ländern hinaus, die Frauen zunächst nur die Stimmabgabe erlaubten. Bei der ersten Wahl nach der Reform im März 1907 zogen 19 Frauen in das finnische Parlament ein. Sie gelten als die ersten weiblichen Abgeordneten eines nationalen Parlaments weltweit.
Das neue Wahlrecht beruhte außerdem auf Verhältniswahl und geheimer Stimmabgabe. Die Reform beseitigte damit die politische Einteilung nach Ständen und schuf die Grundlage für die heutige Eduskunta. Ihre praktische Wirkung blieb zunächst durch die Stellung des russischen Kaisers begrenzt, der das Parlament wiederholt auflösen konnte. Erst mit der finnischen Unabhängigkeit von 1917 arbeitete die Volksvertretung im Rahmen eines souveränen Staates.
Die Münzausgabe von 2006 knüpfte an den hundertsten Jahrestag dieser Parlaments- und Wahlrechtsreform an. Die Gegenüberstellung beider Geschlechter verweist dabei auf den Kern der damaligen Neuerung: gleiche politische Rechte für Frauen und Männer.
Wissenswertes
Dieser KMS enthält alle acht Umlaufmünzen von 1 Cent bis 2 Euro sowie diese 2-€-Gedenkmünze (Nennwert: 5,88 €)
