Übersicht Deutschland 2015 Hessen, Frankfurter Paulskirche – Übersicht
CC 185 2015 Kursmünzensatz Stgl./BU

KMS BU

Deutschland · Hessen, Frankfurter Paulskirche

Auflage175.100
Ausgabepreis13,35 €
Ausgabedatum30.01.2015
VerpackungKursmünzensatz
RandschriftEINIGKEIT UND RECHT UND FREIHEIT + Bundesadler
Preis des Satzes (2 Münzen)49,00 €

Auflagenangabe der Quelle: 39800 | 33825

Varianten

5
Deutschland, A · A · Münzzeichen A · BU · Kursmünzensatz · Auflage 39.800
Deutschland, D · D · Münzzeichen D · BU · Kursmünzensatz · Auflage 33.825
Deutschland, F · F · Münzzeichen F · BU · Kursmünzensatz · Auflage 33.825
Deutschland, G · G · Münzzeichen G · BU · Kursmünzensatz · Auflage 33.825
Deutschland, J · J · Münzzeichen J · BU · Kursmünzensatz · Auflage 33.825

Zum Ausgabeanlass

Die Gedenkmünze ist dem Bundesland Hessen gewidmet und gehört zur Reihe „Bundesländer“. Das Motiv zeigt eine klassische Ansicht der Frankfurter Paulskirche mit ihrem dominierenden Turm, dem elliptischen Kirchenbau und einer hervorgehobenen Treppe sowie der Aufschrift „HESSEN“. Die Paulskirche war 1849 Sitz der ersten frei gewählten Volksvertretung der deutschen Lande und gilt als Wiege der deutschen Demokratie.

Das Motiv
Das Motiv zeigt eine klassische Ansicht der Frankfurter Paulskirche (diese war der Sitz der ersten frei gewählten Volksvertretung (1849) der deutschen Lande und gilt als Wiege der deutschen Demokratie), die den größten Wiedererkennungswert hat. Es vermittelt eindrücklich die Spannung zwischen dem dominierenden Turm und der elliptischen Struktur der Kirche. Die etwas überdimensionierte Treppe hat einladenden Charakter und betont zugleich die darunter befindliche Aufschrift „HESSEN“ (das Bundesland Hessen, in dem die Paulskirche liegt). Der innere Münzring enthält zudem auf der linken Seite die Jahreszahl „2015“ und das Münzzeichen der jeweiligen Prägeanstalt („A“, „D“, „F“, „G“ oder „J“) sowie auf der rechten Seite das Zeichen des Ausgabestaats „D“ und die Initialen des Künstlers („HH“ — Heinz Hoyer).

Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Die Paulskirche wurde zwischen 1789 und 1833 als evangelische Hauptkirche Frankfurts errichtet. Ihr ovaler Innenraum bot Platz für große Versammlungen. Deshalb wurde das Gebäude während der Revolution von 1848 als Tagungsort eines gesamtdeutschen Parlaments ausgewählt. Frankfurt war damals eine Freie Stadt und zugleich Sitz des Deutschen Bundes, eines lockeren Zusammenschlusses souveräner deutscher Staaten.

Die Nationalversammlung trat am 18. Mai 1848 zusammen. Vorausgegangen waren Proteste gegen Zensur und obrigkeitliche Herrschaft sowie Forderungen nach Grundrechten, politischer Mitwirkung und einem deutschen Nationalstaat. Die Abgeordneten wurden nach unterschiedlichen Wahlverfahren der Einzelstaaten bestimmt. Die Wahl entsprach nicht heutigen demokratischen Maßstäben: Frauen waren ausgeschlossen, und regional bestanden weitere Einschränkungen.

Im März 1849 verabschiedete die Versammlung die sogenannte Paulskirchenverfassung. Sie enthielt einen Grundrechtskatalog und sah einen föderalen deutschen Verfassungsstaat mit einem erblichen Kaiser als Staatsoberhaupt vor. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. lehnte die ihm angebotene Kaiserkrone jedoch ab. Mehrere Regierungen erkannten die Verfassung nicht an; die Nationalversammlung verlor ihren politischen Rückhalt und wurde schließlich aufgelöst. Die staatliche Einigung Deutschlands erfolgte erst 1871 unter anderen politischen Voraussetzungen.

Bei Luftangriffen auf Frankfurt brannte die Paulskirche 1944 aus. Sie wurde vereinfacht wiederaufgebaut und 1948, zum hundertsten Jahrestag der Nationalversammlung, erneut eröffnet. Seither dient sie vor allem als Erinnerungs- und Veranstaltungsort. Dort finden unter anderem politische Feierstunden und die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels statt.

Die Auswahl für die Münze hing auch mit dem Konzept der damaligen Bundesländer-Reihe zusammen: Jährlich wurde das Land berücksichtigt, das turnusgemäß den Vorsitz im Bundesrat innehatte. Hessen wählte mit der Paulskirche ein Bauwerk, das sowohl einen klaren Landesbezug als auch einen Bezug zur deutschen Verfassungs- und Demokratiegeschichte besitzt.

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