AufschriftD-DAY / 1944-2014 / 70e anniversaire du débarquement / les sanglots longs des violons de l’automne blessent mon cœur d’une langueur monotone
DesignerYves Sampo
PrägestätteMonnaie de Paris, Pessac
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944. Das Motiv zeigt den Schriftzug „D-DAY“ als stilisierte Darstellung eines Landungsschiffs und einer Panzerkanone sowie die Jahreszahlen 1944–2014 und die Worte „70e anniversaire du débarquement“. Abdrücke der Schnürstiefel amerikanischer, britischer und kanadischer Soldaten werden von einer Welle im Sand fortgespült; in die Welle sind Worte Verlaines eingraviert, die als Code für den Beginn der Landung dienten.
Das Motiv
Das Münzinnere zeigt den Schriftzug „D-DAY“ als stilisierte Darstellung eines Landungsschiffs und einer Panzerkanone. Oberhalb der Panzerkanone befinden sich die Jahreszahlen 1944-2014 und die Worte „70e anniversaire du débarquement“ (70. Jahrestag der Landung). Die charakteristischen Abdrücke der von den amerikanischen, britischen und kanadischen Soldaten getragenen Schnürstiefel werden von einer Welle weggespült und verlieren sich langsam im Sand. In die Welle sind die Worte Verlaines eingraviert, die als Code für den Beginn der Landung dienten: „les sanglots longs des violons de l’automne blessent mon cœur d’une langueur monotone“ („Seufzer gleiten die Saiten des Herbsts entlang, treffen mein Herz mit einem Schmerz, dumpf und bang“, Nachdichtung von Stefan George).
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Die Landung war der amphibische Teil der alliierten Operation „Overlord“, mit der in Westeuropa eine neue Front gegen das nationalsozialistische Deutschland eröffnet wurde. Frankreich war seit 1940 teilweise, ab 1942 vollständig von deutschen Truppen besetzt. Eine direkte Rückkehr westalliierter Streitkräfte auf das französische Festland sollte die Sowjetunion an der Ostfront entlasten und die Befreiung der besetzten Länder ermöglichen.
Die eigentliche Landungsoperation trug den Namen „Neptune“. Amerikanische Einheiten gingen an den Strandabschnitten Utah und Omaha an Land, britische bei Gold und Sword sowie kanadische bei Juno. Gleichzeitig wurden Fallschirmjäger hinter den Küstenbefestigungen abgesetzt. Luftstreitkräfte und Kriegsschiffe unterstützten den Angriff. Die Wehrmacht hatte die Küste mit Bunkern, Geschützstellungen und Hindernissen als Teil des sogenannten Atlantikwalls gesichert. Eine alliierte Täuschungsoperation hatte zudem den Eindruck erweckt, der Hauptangriff werde am Pas-de-Calais erfolgen.
Nach schweren Kämpfen gelang es den Alliierten, ihre Brückenköpfe miteinander zu verbinden und Nachschub über den Ärmelkanal heranzuführen. Der folgende Feldzug in der Normandie dauerte mehrere Wochen. Er endete mit dem Rückzug großer Teile der deutschen Truppen aus der Region und bereitete den Weg für die Befreiung von Paris sowie den weiteren Vormarsch Richtung Deutschland. An den Kämpfen waren neben US-amerikanischen, britischen und kanadischen Verbänden auch Soldaten, Seeleute und Flieger weiterer alliierter Staaten beteiligt.
Die verwendeten Verse stammen aus Paul Verlaines Gedicht „Chanson d’automne“, das im 19. Jahrhundert erschien. Der britische Rundfunk sendete während des Krieges verschlüsselte Mitteilungen an Widerstandsgruppen im besetzten Frankreich. Die Verlaine-Zeilen gehörten zu den Signalen, die französische Résistance-Netzwerke auf bevorstehende Aktionen vorbereiteten, darunter Sabotage an Verkehrs- und Nachrichtenverbindungen.
In Frankreich ist die Landung eng mit der Erinnerung an Besatzung, Résistance und Befreiung verbunden. Runde Jahrestage werden deshalb mit internationalen Gedenkfeiern in der Normandie begangen. Die Münzausgabe ordnete sich in dieses staatliche und grenzüberschreitende Erinnern ein.
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