CC 132 2012
2-Euro-Münze
Stgl./BU Hauptmünze Bankausgabe
2 Euro Stgl./BU
Malta · Serie: Verfassungsgeschichte Maltas, 2. Ausgabe, 1887 Mehrheitswahlrecht
Auflage350.000
Ausgabedatum15.10.2012
Randschrift2 ✠✠ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Marktpreis12,01 €
Varianten
21.1 · BU · KMS BU · Auflage 50.000
Münzzeichen der niederländischen Münze
Serie: Verfassungsgeschichte Maltas
2. Ausgabe:
1887 Mehrheitswahlrecht · Umlauf · Rollenware · Auflage 400.000
ohne Münzzeichen (Standard)
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze erinnert an die Einführung des Mehrheitswahlrechts im Jahr 1887. Das von Gianni Bonnici entworfene Motiv zeigt eine triumphierende Menge vor dem Großmeisterpalast in Valletta sowie die Aufschrift „MALTA — Majority representation 1887“ und die Jahreszahl „2012“.
Das Motiv
Auf der von dem maltesischen Künstler Gianni Bonnici entworfenen Münze ist eine triumphierende Menge vor dem Großmeisterpalast in Valletta zu sehen. Am oberen Rand des inneren Münzrings ist halbkreisförmig die Aufschrift „MALTA — Majority representation 1887“ angeordnet, am unteren Rand die Jahreszahl „2012“.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Malta stand seit 1814 als Kronkolonie unter britischer Herrschaft. Die politische Mitwirkung der Bevölkerung war zunächst stark begrenzt. Zwar schuf eine Verfassung von 1849 einen Regierungsrat mit gewählten Abgeordneten, doch bildeten diese gegenüber den ernannten Mitgliedern keine Mehrheit. Die maßgeblichen Entscheidungen blieben damit beim Gouverneur und der Kolonialverwaltung.
Die Reform von 1887 veränderte dieses Verhältnis: Im Regierungsrat verfügten die gewählten Mitglieder erstmals über eine Mehrheit gegenüber den von Amts wegen oder durch die Kolonialmacht eingesetzten Mitgliedern. Der englische Ausdruck „majority representation“ bezeichnet hier somit nicht in erster Linie ein Mehrheitswahlsystem, sondern die Mehrheitsstellung der gewählten Vertreter im gesetzgebenden Gremium. Von einem allgemeinen demokratischen Wahlrecht im heutigen Sinn konnte dennoch keine Rede sein. Die Wahlberechtigung war unter anderem an Geschlecht und Besitz beziehungsweise Einkommen gebunden; große Teile der Bevölkerung blieben ausgeschlossen. Zudem behielt der britische Gouverneur weitreichende Befugnisse.
Der Verfassungsänderung gingen Forderungen maltesischer politischer Gruppen nach stärkerer Selbstverwaltung voraus. Zu den prägenden Akteuren gehörte Fortunato Mizzi, der sich gegen eine stärkere kulturelle und sprachliche Angleichung an Großbritannien wandte. Fragen der politischen Vertretung waren damals eng mit Auseinandersetzungen um Verwaltung, Besteuerung, Bildung und die Stellung der italienischen Sprache verbunden.
Der Großmeisterpalast war ursprünglich der Amtssitz der Oberhäupter des Johanniterordens. Während der britischen Kolonialzeit diente er dem Gouverneur als Residenz und beherbergte politische Institutionen. Deshalb steht er im Münzbild nicht nur für Valletta, sondern auch für den Ort kolonialer Herrschaft und parlamentarischer Tätigkeit.
Die Verfassungsordnung von 1887 blieb nicht dauerhaft bestehen; 1903 wurde die gewählte Mehrheit wieder aufgehoben. Dennoch gilt die Reform als eine Etappe auf dem Weg zur Selbstverwaltung. Die Ausgabe gehörte zu einer maltesischen Münzserie über die Verfassungsgeschichte des Landes, die weitere Stationen von den ersten gewählten Vertretern bis zur Republik behandelte.
Die Reform von 1887 veränderte dieses Verhältnis: Im Regierungsrat verfügten die gewählten Mitglieder erstmals über eine Mehrheit gegenüber den von Amts wegen oder durch die Kolonialmacht eingesetzten Mitgliedern. Der englische Ausdruck „majority representation“ bezeichnet hier somit nicht in erster Linie ein Mehrheitswahlsystem, sondern die Mehrheitsstellung der gewählten Vertreter im gesetzgebenden Gremium. Von einem allgemeinen demokratischen Wahlrecht im heutigen Sinn konnte dennoch keine Rede sein. Die Wahlberechtigung war unter anderem an Geschlecht und Besitz beziehungsweise Einkommen gebunden; große Teile der Bevölkerung blieben ausgeschlossen. Zudem behielt der britische Gouverneur weitreichende Befugnisse.
Der Verfassungsänderung gingen Forderungen maltesischer politischer Gruppen nach stärkerer Selbstverwaltung voraus. Zu den prägenden Akteuren gehörte Fortunato Mizzi, der sich gegen eine stärkere kulturelle und sprachliche Angleichung an Großbritannien wandte. Fragen der politischen Vertretung waren damals eng mit Auseinandersetzungen um Verwaltung, Besteuerung, Bildung und die Stellung der italienischen Sprache verbunden.
Der Großmeisterpalast war ursprünglich der Amtssitz der Oberhäupter des Johanniterordens. Während der britischen Kolonialzeit diente er dem Gouverneur als Residenz und beherbergte politische Institutionen. Deshalb steht er im Münzbild nicht nur für Valletta, sondern auch für den Ort kolonialer Herrschaft und parlamentarischer Tätigkeit.
Die Verfassungsordnung von 1887 blieb nicht dauerhaft bestehen; 1903 wurde die gewählte Mehrheit wieder aufgehoben. Dennoch gilt die Reform als eine Etappe auf dem Weg zur Selbstverwaltung. Die Ausgabe gehörte zu einer maltesischen Münzserie über die Verfassungsgeschichte des Landes, die weitere Stationen von den ersten gewählten Vertretern bis zur Republik behandelte.
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