Übersicht Italien 2012 100. Todestag Giovanni Pascoli – Übersicht
CC 131 2012 Blister Stgl./BU

Blister BU

Italien · 100. Todestag von Giovanni Pascoli

Auflage12.000
Ausgabepreis12,50 €
Ausgabedatum10.10.2012
VerpackungBlister
Randschrift2 ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Marktpreis17,00 €

Zum Ausgabeanlass

Die Gedenkmünze erinnert an den 100. Todestag von Giovanni PASCOLI, einem aus der Romagna stammenden Dichter und bedeutenden Vertreter der italienischen Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Das Motiv zeigt sein Porträt, flankiert von den Jahreszahlen „1912“ und „2012“, dem Monogramm „RI“, dem Münzzeichen „R“ sowie den Initialen der Graveurin Maria Carmela Colaneri; darunter steht bogenförmig „G. PASCOLI“.

Das Motiv
Die Münze zeigt ein Porträt des aus der Romagna stammenden Dichters Giovanni PASCOLI, eines repräsentativen Vertreters der italienischen Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Rechts neben dem Bildnis sind das Ausgabejahr — „2012“ — und das Monogramm der Italienischen Republik — „RI“ — eingraviert, auf der linken Seite das Todesjahr des Dichters — „1912“ — sowie das Münzzeichen — „R“ — und die Initialen der Graveurin Maria Carmela Colaneri — „MCC“. Unter dem Münzmotiv befindet sich bogenförmig der Name „G. PASCOLI“.

Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Giovanni Pascoli wurde 1855 in San Mauro di Romagna geboren. Seine Kindheit war von mehreren Todesfällen innerhalb der Familie geprägt. Besonders die Ermordung seines Vaters, deren Hintergründe nicht aufgeklärt wurden, hinterließ Spuren in seinem späteren Werk. Wiederkehrende Themen seiner Gedichte sind der Verlust familiärer Geborgenheit, Erinnerung, Tod und die Suche nach einem geschützten häuslichen „Nest“.

Pascoli studierte in Bologna bei Giosuè Carducci. In jungen Jahren stand er sozialistischen Kreisen nahe und wurde zeitweise inhaftiert, zog sich danach jedoch weitgehend aus der aktiven Politik zurück. Er arbeitete zunächst als Lehrer und später als Hochschulprofessor in Messina, Pisa und Bologna. Neben italienischen Gedichten verfasste er auch lateinische Dichtung.

Zu seinen bekanntesten Sammlungen gehören „Myricae“ und die „Canti di Castelvecchio“. Pascoli richtete den Blick häufig auf ländliche Lebenswelten, Tiere, Pflanzen, Geräusche und unscheinbare Alltagsgegenstände. Dabei setzte er lautmalerische Wörter, wechselnde Rhythmen und eine oft fragmentarische Satzgestaltung ein. Diese Schreibweise unterschied sich von der stärker rhetorischen und klassizistischen Tradition des 19. Jahrhunderts und wirkte auf die italienische Lyrik des folgenden Jahrhunderts ein.

Seine poetischen Vorstellungen erläuterte Pascoli in dem Text „Il fanciullino“ („Das kleine Kind“). Darin beschreibt er den Dichter als jemanden, der die Welt mit dem staunenden Blick eines Kindes wahrnimmt und verborgene Beziehungen zwischen den Dingen erkennt. Gleichzeitig blieb sein Werk mit den sozialen und politischen Spannungen des jungen italienischen Nationalstaats verbunden. In einer Rede unterstützte er den italienischen Krieg in Libyen und deutete die Kolonialpolitik als Ausweg für Armut und Auswanderung.

Die Wahl Pascolis als Münzmotiv knüpft an seine feste Stellung im italienischen Literaturunterricht und im kulturellen Gedächtnis des Landes an. Sein Lebensweg verbindet zudem seine Herkunft aus der Romagna mit akademischen Wirkungsorten in mehreren Teilen Italiens. Das runde Todesjubiläum bot den formalen Anlass, an diesen Bestandteil der nationalen Literaturgeschichte zu erinnern.

Teilen

Fehler melden

Was stimmt hier nicht? Auflage, Datum, Bild, Zuordnung – jede Angabe hilft.

Wird nur für die Antwort auf diese Meldung gespeichert und für nichts anderes verwendet.