Übersicht Finnland 2009 200 Jahre Finnische Autonomie – Übersicht
CC 74 2009 Kursmünzensatz Stgl./BU

KMS BU

Finnland · 200 Jahre Finnische Autonomie

Auflage20.000
Ausgabepreis30,00 €
Ausgabedatum23.10.2009
VerpackungKursmünzensatz
RandschriftSUOMI FINLAND + 3 Löwenköpfe
Preis des Satzes (2 Münzen)25,90 €

Zum Ausgabeanlass

Die Münze erinnert an den 200. Jahrestag des ersten finnischen Landtags und der Gründung zentraler staatlicher Einrichtungen in Finnland. Das Motiv zeigt die Silhouette des Doms von Porvoo, in dem sich der erste finnische Landtag konstituierte, sowie die Jahreszahlen 1809 und 2009. Links stehen das Länderkürzel „FI“ und das Zeichen der Münze.

Das Motiv
Das Münzinnere zeigt die Silhouette des Doms von Porvoo, in der sich der erste finnische Landtag konstituierte. Darüber ist das Datum 1809 eingeprägt. Die Jahreszahl 2009 erscheint auf der rechten Seite. Links sind der Ausgabestaat „FI“ und das Zeichen der Münze eingeprägt. Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Der Landtag von Porvoo stand im Zusammenhang mit dem Finnischen Krieg von 1808 bis 1809. Im Verlauf dieses Krieges besetzte das Russische Reich die bis dahin zum Königreich Schweden gehörenden finnischen Gebiete. Der endgültige Übergang an Russland wurde im Frieden von Fredrikshamn besiegelt. Finnland wurde anschließend als Großfürstentum in das Russische Reich eingegliedert; russischer Kaiser und finnischer Großfürst waren dieselbe Person.

Noch vor dem Friedensschluss berief Kaiser Alexander I. die Vertreter der vier damaligen Stände ein: Adel, Geistlichkeit, Bürgertum und Bauernstand. Diese ständische Versammlung war kein Parlament im heutigen demokratischen Sinn. Die Bevölkerung war nicht nach allgemeinem und gleichem Wahlrecht vertreten, und die politischen Mitwirkungsrechte waren nach gesellschaftlichen Gruppen gegliedert. Vertreter der finnischen Gebiete hatten zuvor am schwedischen Reichstag teilgenommen; die Versammlung von 1809 schuf nun einen eigenen politischen Rahmen für Finnland.

Alexander I. sagte zu, die bestehende Religion sowie die überlieferten Gesetze und Rechte des Landes zu achten. Die Stände leisteten ihm ihrerseits den Treueid. Aus diesen gegenseitigen Erklärungen entwickelte sich die Vorstellung einer besonderen finnischen Rechts- und Verwaltungsordnung innerhalb des Russischen Reiches. Wie weit diese Zusagen eine förmliche Verfassung begründeten, wurde später unterschiedlich ausgelegt.

In der Folge entstand eine eigene Zentralverwaltung. Ein Regierungsrat übernahm Aufgaben der inneren Verwaltung und wurde später als Senat bezeichnet. Finnland behielt außerdem eigene Gesetze, eine eigene Verwaltung und getrennte Staatsfinanzen. Diese institutionelle Eigenständigkeit trug dazu bei, dass sich im 19. Jahrhundert ein finnisches Staatswesen herausbildete, obwohl das Land weiterhin zum Russischen Reich gehörte.

Das Münzthema verweist damit auf einen politischen Wendepunkt: Nicht nur die staatliche Zugehörigkeit Finnlands änderte sich, sondern es entstanden auch Institutionen, an die spätere parlamentarische und staatliche Strukturen anknüpfen konnten. Das Jubiläum bot daher Anlass, an die Entstehungsphase des autonomen Großfürstentums zu erinnern.

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