KMS PP
Luxemburg · 100. Jahrestag der Einführung der Franc-Münzen mit dem Feierstëppler
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an das 100. Jubiläum der Unterzeichnung des Großherzoglichen Erlasses zur Ausgabe der „Feierstëppler“-Scheidemünze aus Nickel durch Großherzogin Charlotte. Im Zentrum ist die luxemburgische Münze von 1924 mit dem Motiv eines Stahlarbeiters dargestellt; sie bildet die zweite Null der Jubiläumszahl „100“. Ergänzt wird das Motiv durch die Aufschriften „LËTZEBUERG“ und „FEIERSTËPPLER“ sowie das gekrönte Monogramm Großherzog Henris. Der „Feierstëppler“ gehörte zu den am längsten umlaufenden Münzen in Luxemburgischen Franken.
Das Motiv
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Der „Feierstëppler“ war ein Ein-Franken-Stück. Als Scheidemünze beruhte sein Nennwert nicht auf dem Metallwert, sondern auf der staatlichen Festlegung. Solche Münzen dienten vor allem dem alltäglichen Zahlungsverkehr. Nickel war dafür wegen seiner Härte und Verschleißfestigkeit geeignet. Der großherzogliche Erlass bildete die rechtliche Grundlage für die Prägung und Ausgabe.
Die volkstümliche Bezeichnung ist luxemburgisch und bezieht sich auf den Arbeiter mit seiner langen Stange. Gemeint ist sinngemäß jemand, der im Feuer stochert beziehungsweise an einem Ofen arbeitet. Das Motiv verweist damit unmittelbar auf die Eisen- und Stahlproduktion. Seit dem späten 19. Jahrhundert hatten Erzabbau, Hochöfen und Stahlwerke vor allem den Süden Luxemburgs grundlegend verändert. Die dort vorkommende „Minette“, ein eisenhaltiges Gestein, bildete die Rohstoffbasis dieser Industrialisierung. Stahl wurde zu einem zentralen Exportgut; zugleich entstanden neue Industriestädte und eine große Arbeiterschaft, zu der auch zahlreiche Zuwanderer gehörten.
Die Darstellung eines Industriearbeiters unterschied sich von den lange üblichen Münzbildern mit Herrscherporträts, Wappen oder allegorischen Figuren. Sie machte körperliche Arbeit und die industrielle Wirtschaftsordnung zum staatlichen Bildmotiv. Der umgangssprachliche Name zeigt zudem, dass die Bevölkerung die Münze weniger über ihre amtliche Bezeichnung als über ihre Darstellung identifizierte.
Für die Gedenkausgabe bot sich der Anlass daher nicht nur als numismatisches Jubiläum an. Das historische Geldstück verbindet die Geschichte des luxemburgischen Frankens mit der industriellen Entwicklung des Landes. Die Wiedergabe einer älteren Münze auf einer heutigen Euromünze stellt zugleich einen Bezug zwischen zwei Währungsepochen her.
Wissenswertes
Dieser KMS enthält alle acht Umlaufmünzen von 1 Cent bis 2 Euro, die 2-€-Gedenkmünze „175. Jahrestag des Todes von Großherzog Guillaume II“ (CC516) und die 2-€-Gedenkmünze „100. Jahrestag der Einführung der Franc-Münzen mit dem Feierstëppler" (CC517), Nennwert: 7,88 €.




