CC 426 2021
2-Euro-Münze
PP
2 Euro PP
Slowakei · 100. Geburtstag von Alexander Dubček
Auflage4.200
Ausgabedatum26.11.2021
RandschriftSLOVENSKÁ REPUBLIKA + ★ + Lindenblatt + ★
Marktpreis559,00 €
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze würdigt den 100. Geburtstag des slowakischen Spitzenpolitikers Alexander Dubček, dessen Bemühungen um liberale Reformen in der Tschechoslowakei 1968 als „Prager Frühling“ bekannt wurden. Das Motiv zeigt ein linksseitiges Porträt Dubčeks sowie seinen Namen und die Lebensdaten „1921“ und „1992“. Hinzu kommen die Aufschrift „SLOVENSKO“ und die zwölf Sterne der Europaflagge.
Das Motiv
Das Münzbild zeigt ein linksseitiges Porträt des slowakischen Spitzenpolitikers Alexander Dubček, dessen Bemühen um liberale Reformen in der Tschechoslowakei von 1968 später als „Prager Frühling“ bekannt wurde. Am linken Rand des Münzinneren befindet sich der Name des Ausgabestaates „SLOVENSKO“. Im unteren Teil wird das Porträt vom Namen „Alexander Dubček“ überlagert (oben der Vorname, darunter der Nachname), und darunter sind - ebenfalls übereinander angeordnet - das Geburtsjahr „1921“ und das Todesjahr „1992“ zu sehen. Am rechten Rand des Münzinneren befinden sich das Ausgabejahr „2021“ und darunter das Münzzeichen „MK“ der Münzprägeanstalt Kremnitz (Mincovňa Kremnica) zwischen zwei Prägeformen. Am unteren rechten Rand sind die stilisierten Initialen „BR“ des Designers Branislav Ronai zu erkennen.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Alexander Dubček wuchs teilweise in der Sowjetunion auf und schloss sich während des Zweiten Weltkriegs dem Widerstand gegen das mit dem Deutschen Reich verbündete slowakische Regime an. Er nahm am Slowakischen Nationalaufstand von 1944 teil und machte nach dem Krieg Karriere in der Kommunistischen Partei. Im Januar 1968 löste er Antonín Novotný als Ersten Sekretär der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei ab.
Unter Dubčeks Führung entstand ein Reformprogramm, das häufig mit der Formel „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ verbunden wird. Die Kommunistische Partei sollte ihre führende Stellung behalten, zugleich waren jedoch mehr Meinungs- und Pressefreiheit, eine teilweise wirtschaftliche Dezentralisierung sowie eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung vorgesehen. Die Zensur wurde gelockert, und in der Öffentlichkeit begann eine breite Debatte über Politik, Kultur und die stalinistische Vergangenheit. In diese Zeit fiel auch die Neuordnung des Staates als Föderation aus einer tschechischen und einer slowakischen Teilrepublik.
Die sowjetische Führung und mehrere mit ihr verbündete Regierungen sahen darin eine Gefahr für die politische Ordnung des Ostblocks. In der Nacht zum 21. August 1968 marschierten Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei ein. Dubček und weitere Politiker wurden festgenommen und nach Moskau gebracht. Dort mussten sie einem Protokoll zustimmen, das die schrittweise Rücknahme der Reformen einleitete. 1969 wurde Dubček durch Gustáv Husák ersetzt; später verlor er seine Parteiämter und wurde aus der Partei ausgeschlossen. Danach arbeitete er außerhalb des öffentlichen politischen Lebens.
Während der Umbrüche von 1989 kehrte Dubček auf die politische Bühne zurück. Nach der Samtenen Revolution wurde er Vorsitzender der Föderalversammlung der Tschechoslowakei. Er verkörperte damit eine Verbindung zwischen dem gescheiterten Reformversuch von 1968 und dem Ende der kommunistischen Herrschaft. Für die Slowakei kam hinzu, dass er als slowakischer Politiker an der Spitze des gemeinsamen tschechoslowakischen Staates gestanden hatte. Diese doppelte historische Bezugsebene erklärt seine Auswahl als nationales Münzmotiv.
Unter Dubčeks Führung entstand ein Reformprogramm, das häufig mit der Formel „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ verbunden wird. Die Kommunistische Partei sollte ihre führende Stellung behalten, zugleich waren jedoch mehr Meinungs- und Pressefreiheit, eine teilweise wirtschaftliche Dezentralisierung sowie eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung vorgesehen. Die Zensur wurde gelockert, und in der Öffentlichkeit begann eine breite Debatte über Politik, Kultur und die stalinistische Vergangenheit. In diese Zeit fiel auch die Neuordnung des Staates als Föderation aus einer tschechischen und einer slowakischen Teilrepublik.
Die sowjetische Führung und mehrere mit ihr verbündete Regierungen sahen darin eine Gefahr für die politische Ordnung des Ostblocks. In der Nacht zum 21. August 1968 marschierten Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei ein. Dubček und weitere Politiker wurden festgenommen und nach Moskau gebracht. Dort mussten sie einem Protokoll zustimmen, das die schrittweise Rücknahme der Reformen einleitete. 1969 wurde Dubček durch Gustáv Husák ersetzt; später verlor er seine Parteiämter und wurde aus der Partei ausgeschlossen. Danach arbeitete er außerhalb des öffentlichen politischen Lebens.
Während der Umbrüche von 1989 kehrte Dubček auf die politische Bühne zurück. Nach der Samtenen Revolution wurde er Vorsitzender der Föderalversammlung der Tschechoslowakei. Er verkörperte damit eine Verbindung zwischen dem gescheiterten Reformversuch von 1968 und dem Ende der kommunistischen Herrschaft. Für die Slowakei kam hinzu, dass er als slowakischer Politiker an der Spitze des gemeinsamen tschechoslowakischen Staates gestanden hatte. Diese doppelte historische Bezugsebene erklärt seine Auswahl als nationales Münzmotiv.
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