CC 418 2021
2-Euro-Münze
Stgl./BU Hauptmünze Bankausgabe
2 Euro Stgl./BU
Litauen · Dzūkija (Serie: Litauische Ethnographische Regionen)
Auflage495.000
Ausgabedatum09.09.2021
RandschriftLAISVĖ ★ VIENYBĖ ★ GEROVĖ ★
Marktpreis3,50 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze würdigt Dzūkija im Rahmen der Serie „Litauische Ethnographische Regionen“. Das Motiv zeigt ein Wappenschild mit einem gerüsteten Ritter, der eine Hellebarde hält und sich auf einen silbernen baltischen Schild stützt; zwei Luchse tragen den darunterliegenden Balken. Ein Band trägt die lateinische Inschrift „EX GENTE BELICOSISSIMA POPULUS LABORIOSUS“ („Von einem kriegstüchtigen Stamm zu einem geschäftigen Volk“).
Das Motiv
Das Münzbild zeigt ein Wappenschild mit einem Ritter in Rüstung, der in seiner Rechten eine Hellebarde hält und mit seiner Linken an einem silbernen baltischen Schild lehnt. Das Wappenschild ruht auf einem Balken, der von zwei Luchsen gehalten wird. Darunter weht ein Band mit dem lateinischen Schriftzug EX GENTE BELICOSISSIMA POPULUS LABORIOSUS (VON EINEM KRIEGSTÜCHTIGEN STAMM ZU EINEM GESCHÄFTIGEN VOLK).
Eingerahmt wird die Darstellung von den Inschriften LIETUVA (LITAUEN) und DZŪKIJA, dem Ausgabejahr 2021 und dem Zeichen der litauischen Münzprägeanstalt. Gestaltet wurde die Münze von Rolandas Rimkūnas.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Eingerahmt wird die Darstellung von den Inschriften LIETUVA (LITAUEN) und DZŪKIJA, dem Ausgabejahr 2021 und dem Zeichen der litauischen Münzprägeanstalt. Gestaltet wurde die Münze von Rolandas Rimkūnas.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Dzūkija liegt im Süden und Südosten Litauens. Als ethnografische Region besitzt sie keine festgelegten Verwaltungsgrenzen und bildet keine eigene politische Gebietskörperschaft. Als regionales Zentrum gilt Alytus; auch die waldreichen Gebiete um Varėna und den Kurort Druskininkai werden Dzūkija zugerechnet. Große Teile der Landschaft sind von Kiefernwäldern, sandigen Böden, Flüssen und Seen geprägt. Da die Böden vielerorts nur geringe landwirtschaftliche Erträge ermöglichten, spielten Forstwirtschaft, Bienenzucht sowie das Sammeln von Pilzen und Beeren traditionell eine besondere Rolle.
Die Bezeichnung Dzūkija geht auf eine auffällige Eigenheit der örtlichen litauischen Mundarten zurück: Bestimmte Konsonanten werden als „dz“ beziehungsweise „c“ ausgesprochen. Die Bewohner werden Dzūkai genannt. Neben der Sprache gehören Volkslieder, Erzähltraditionen, Holzarchitektur und überlieferte Bräuche zu den Merkmalen der regionalen Identität. Für das Gebiet ist auch der Name Dainava gebräuchlich. Er bezeichnet eine historische Landschaft, die mit den Jatwingern verbunden wird, einem westbaltischen Volk, das im Mittelalter in Teilen des heutigen Litauens, Polens und Belarus lebte.
Die ausgedehnten Wälder prägten auch die politische Geschichte der Region. Sie boten wiederholt Rückzugsräume für bewaffnete Widerstandsgruppen. Nach der sowjetischen Besetzung Litauens operierten dort litauische Partisanen; einer ihrer territorialen Verbände trug den Namen Dainava. Der kriegerische Bezug der modernen Regionalheraldik knüpft daher sowohl an ältere baltische Überlieferungen als auch an die Erinnerung an Verteidigung und Widerstand an.
Die Münzausgabe ordnet Dzūkija in die ethnografische Gliederung Litauens ein. Diese unterscheidet gewöhnlich fünf Regionen, deren Grenzen vor allem anhand von Dialekten, Bräuchen und historischer Selbstwahrnehmung gezogen werden. Die Münzserie macht damit eine kulturelle Vielfalt sichtbar, die sich nicht in den heutigen Verwaltungsbezirken widerspiegelt. Die Wahl Dzūkijas war folglich kein einzelnes Jubiläum, sondern Teil einer systematischen Darstellung der regionalen Identitäten des Landes.
Die Bezeichnung Dzūkija geht auf eine auffällige Eigenheit der örtlichen litauischen Mundarten zurück: Bestimmte Konsonanten werden als „dz“ beziehungsweise „c“ ausgesprochen. Die Bewohner werden Dzūkai genannt. Neben der Sprache gehören Volkslieder, Erzähltraditionen, Holzarchitektur und überlieferte Bräuche zu den Merkmalen der regionalen Identität. Für das Gebiet ist auch der Name Dainava gebräuchlich. Er bezeichnet eine historische Landschaft, die mit den Jatwingern verbunden wird, einem westbaltischen Volk, das im Mittelalter in Teilen des heutigen Litauens, Polens und Belarus lebte.
Die ausgedehnten Wälder prägten auch die politische Geschichte der Region. Sie boten wiederholt Rückzugsräume für bewaffnete Widerstandsgruppen. Nach der sowjetischen Besetzung Litauens operierten dort litauische Partisanen; einer ihrer territorialen Verbände trug den Namen Dainava. Der kriegerische Bezug der modernen Regionalheraldik knüpft daher sowohl an ältere baltische Überlieferungen als auch an die Erinnerung an Verteidigung und Widerstand an.
Die Münzausgabe ordnet Dzūkija in die ethnografische Gliederung Litauens ein. Diese unterscheidet gewöhnlich fünf Regionen, deren Grenzen vor allem anhand von Dialekten, Bräuchen und historischer Selbstwahrnehmung gezogen werden. Die Münzserie macht damit eine kulturelle Vielfalt sichtbar, die sich nicht in den heutigen Verwaltungsbezirken widerspiegelt. Die Wahl Dzūkijas war folglich kein einzelnes Jubiläum, sondern Teil einer systematischen Darstellung der regionalen Identitäten des Landes.
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