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Lettland · 100. Jahrestag der Anerkennung der Republik Lettland
Ausgabedatum20.01.2021
Gesamtauflage412.000
EU-Maximum412.000
Editionen3
RandschriftDIEVS ★ SVĒTĪ ★ LATVIJU
Aufschrift100 Latvija de iure 2021 / LATVIJA / 2021
DesignerZane Ernštreite
PrägestätteStaatliche Münzen Baden-Württemberg
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 100. Jahrestag der völkerrechtlichen Anerkennung Lettlands am 26. Januar 1921, nachdem das Land am 18. November 1918 seine Unabhängigkeit erklärt hatte. Das Motiv zeigt die kunstvolle Inschrift „100 Latvija de iure 2021“ mit dem Ländernamen „LATVIJA“ und dem Ausgabejahr.
Das Motiv
Am 26. Januar 1921 war es der lettischen Diplomatie gelungen, die völkerrechtliche Anerkennung des Landes durch die internationalen Großmächte zu erwirken. Lettland erklärte sich am 18. November 1918 für unabhängig, das Land wurde aber erst 1920 nach Unruhen anerkannt.
Das Münzmotiv zeigt die kunstvolle Inschrift „100 Latvija de iure 2021“ und damit auch den Ländernamen (LATVIJA) sowie das Ausgabejahr (2021).
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Das Münzmotiv zeigt die kunstvolle Inschrift „100 Latvija de iure 2021“ und damit auch den Ländernamen (LATVIJA) sowie das Ausgabejahr (2021).
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Die Entstehung des lettischen Staates stand im Zusammenhang mit dem Zerfall des Russischen Reiches und den Folgen des Ersten Weltkriegs. Das Gebiet Lettlands war Kriegsschauplatz und zugleich von unterschiedlichen politischen und militärischen Kräften umkämpft. Die provisorische Regierung unter Kārlis Ulmanis musste sich gegen bolschewistische Truppen, deutschbaltische Verbände und die sogenannte Westrussische Befreiungsarmee unter Pawel Bermondt-Awaloff behaupten. Erst nach dem Ende des Lettischen Unabhängigkeitskrieges konnte die Regierung ihr Staatsgebiet weitgehend kontrollieren.
Ein weiterer Schritt war der Friedensvertrag mit Sowjetrussland von 1920. Darin verzichtete Russland auf Herrschaftsansprüche gegenüber Lettland. Die westlichen Siegermächte des Ersten Weltkriegs hatten mit einer endgültigen Anerkennung zunächst gezögert. Ein Grund war die ungeklärte Zukunft Russlands während des Bürgerkriegs: Teile der alliierten Politik hofften zeitweise auf die Wiederherstellung eines nichtbolschewistischen russischen Staates und wollten dessen mögliche territoriale Ansprüche nicht vorwegnehmen.
Die Formulierung „de iure“ bezeichnet die vollständige rechtliche Anerkennung eines Staates. Sie unterscheidet sich von einer bloßen Anerkennung „de facto“, bei der ein Staat zwar als tatsächlich bestehende politische Ordnung behandelt wird, sein Rechtsstatus aber noch nicht abschließend anerkannt ist. Die De-jure-Anerkennung erleichterte Lettland den Aufbau regulärer diplomatischer Beziehungen. Noch im selben Jahr wurde das Land in den Völkerbund aufgenommen.
Der Rechtsgedanke der staatlichen Kontinuität erhielt später zusätzliches Gewicht. Nach der sowjetischen Besetzung und Eingliederung Lettlands 1940 erkannten mehrere westliche Staaten diese Annexion rechtlich nicht an. Lettische diplomatische Vertretungen konnten deshalb teilweise weiterarbeiten. Bei der Wiederherstellung der staatlichen Unabhängigkeit 1991 berief sich Lettland darauf, dass die Republik rechtlich fortbestanden habe. Das Münzthema verweist somit nicht nur auf einen diplomatischen Vorgang der Zwischenkriegszeit, sondern auch auf eine Grundlage des heutigen lettischen Staatsverständnisses.
Ein weiterer Schritt war der Friedensvertrag mit Sowjetrussland von 1920. Darin verzichtete Russland auf Herrschaftsansprüche gegenüber Lettland. Die westlichen Siegermächte des Ersten Weltkriegs hatten mit einer endgültigen Anerkennung zunächst gezögert. Ein Grund war die ungeklärte Zukunft Russlands während des Bürgerkriegs: Teile der alliierten Politik hofften zeitweise auf die Wiederherstellung eines nichtbolschewistischen russischen Staates und wollten dessen mögliche territoriale Ansprüche nicht vorwegnehmen.
Die Formulierung „de iure“ bezeichnet die vollständige rechtliche Anerkennung eines Staates. Sie unterscheidet sich von einer bloßen Anerkennung „de facto“, bei der ein Staat zwar als tatsächlich bestehende politische Ordnung behandelt wird, sein Rechtsstatus aber noch nicht abschließend anerkannt ist. Die De-jure-Anerkennung erleichterte Lettland den Aufbau regulärer diplomatischer Beziehungen. Noch im selben Jahr wurde das Land in den Völkerbund aufgenommen.
Der Rechtsgedanke der staatlichen Kontinuität erhielt später zusätzliches Gewicht. Nach der sowjetischen Besetzung und Eingliederung Lettlands 1940 erkannten mehrere westliche Staaten diese Annexion rechtlich nicht an. Lettische diplomatische Vertretungen konnten deshalb teilweise weiterarbeiten. Bei der Wiederherstellung der staatlichen Unabhängigkeit 1991 berief sich Lettland darauf, dass die Republik rechtlich fortbestanden habe. Das Münzthema verweist somit nicht nur auf einen diplomatischen Vorgang der Zwischenkriegszeit, sondern auch auf eine Grundlage des heutigen lettischen Staatsverständnisses.
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