CC 396 2020
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Slowenien · 500. Geburtstag von Adam Bohorič
Auflage990.500
Ausgabedatum23.12.2020
RandschriftSLOVENIJA •
Marktpreis3,50 €
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze erinnert an den 500. Geburtstag von Adam Bohorič. Das Motiv zeigt einen mehrsprachigen Ausschnitt aus der Titelseite seiner lateinisch-slowenischen Grammatik „Proste zimske urice“: den slowenischen Text in der nach ihm benannten Schreibung Bohoričica und dahinter denselben Ausschnitt auf Lateinisch als Symbol seines internationalen akademischen Beitrags. Darüber steht halbkreisförmig die Aufschrift „ADAM BOHORIČ 1520/SLOVENIJA 2020“.
Das Motiv
In der Mitte des Münzmotivs ist ein mehrsprachiger Ausschnitt aus der Titelseite der lateinisch-slowenischen Grammatik von Bohorič mit dem Titel „Proste zimske urice“ zu sehen. In der unteren Hälfte der Münzmitte befindet sich der Ausschnitt in slowenischer Sprache in der (nach Adam Bohorič benannten) Schreibung Bohoričica, die aufgrund der typischen Letter f leicht erkennbar ist. Dahinter steht der gleiche Ausschnitt auf Lateinisch — ein Symbol für den internationalen akademischen Beitrag von Bohorič. In der oberen Mitte des Münzmotivs steht halbkreisförmig die Aufschrift „ADAM BOHORIČ 1520/SLOVENIJA 2020“.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Adam Bohorič war ein slowenischer protestantischer Pädagoge und Sprachgelehrter des 16. Jahrhunderts. Er studierte in Wittenberg, einem Zentrum der Reformation, und leitete später eine Schule in Ljubljana. Dort wirkte er am Aufbau eines protestantisch geprägten Bildungswesens mit. Die Reformation förderte in den slowenischsprachigen Gebieten die Verwendung der Volkssprache in Gottesdienst, Unterricht und Druck. Damit entstand ein Bedarf an einheitlichen Schreibregeln und Lehrmitteln.
Bohoričs Grammatik erschien 1584 in Wittenberg unter dem lateinischen Titel „Arcticae horulae succisivae“. Sie gilt als erste Grammatik der slowenischen Sprache. Dass sie auf Latein verfasst wurde, entsprach der damaligen Wissenschaftssprache und machte die Beschreibung auch außerhalb des slowenischen Sprachraums zugänglich. Bohorič ordnete die Formenlehre und weitere sprachliche Regeln nach dem Vorbild zeitgenössischer lateinischer Grammatiken. Zugleich half das Werk, Slowenisch als regelhaft beschreibbare Sprache des Unterrichts und der Literatur zu etablieren.
Die mit seinem Namen verbundene Rechtschreibung wurde in protestantischen Drucken verwendet und blieb, mit Veränderungen, bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch. Auch Jurij Dalmatins vollständige slowenische Bibelübersetzung, die ebenfalls 1584 in Wittenberg gedruckt wurde, nutzte diese Schreibtradition. Solche Bücher trugen dazu bei, über regionale Mundarten hinweg eine gemeinsame slowenische Schriftsprache auszubilden. Später wurde die Bohorič-Schreibung durch ein am kroatischen Sprachreformer Ljudevit Gaj orientiertes Alphabet abgelöst.
Die Erinnerung an Bohorič betrifft daher nicht nur eine einzelne Gelehrtenbiografie. Sie verweist auf die Entstehung slowenischer Sprachwissenschaft, auf die protestantische Buchkultur und auf die Rolle gedruckter Texte bei der Entwicklung einer gemeinsamen Schriftsprache. Das runde Jubiläum bot Slowenien einen Anlass, diesen Abschnitt seiner Sprach- und Bildungsgeschichte auf einer Umlaufmünze aufzugreifen.
Bohoričs Grammatik erschien 1584 in Wittenberg unter dem lateinischen Titel „Arcticae horulae succisivae“. Sie gilt als erste Grammatik der slowenischen Sprache. Dass sie auf Latein verfasst wurde, entsprach der damaligen Wissenschaftssprache und machte die Beschreibung auch außerhalb des slowenischen Sprachraums zugänglich. Bohorič ordnete die Formenlehre und weitere sprachliche Regeln nach dem Vorbild zeitgenössischer lateinischer Grammatiken. Zugleich half das Werk, Slowenisch als regelhaft beschreibbare Sprache des Unterrichts und der Literatur zu etablieren.
Die mit seinem Namen verbundene Rechtschreibung wurde in protestantischen Drucken verwendet und blieb, mit Veränderungen, bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch. Auch Jurij Dalmatins vollständige slowenische Bibelübersetzung, die ebenfalls 1584 in Wittenberg gedruckt wurde, nutzte diese Schreibtradition. Solche Bücher trugen dazu bei, über regionale Mundarten hinweg eine gemeinsame slowenische Schriftsprache auszubilden. Später wurde die Bohorič-Schreibung durch ein am kroatischen Sprachreformer Ljudevit Gaj orientiertes Alphabet abgelöst.
Die Erinnerung an Bohorič betrifft daher nicht nur eine einzelne Gelehrtenbiografie. Sie verweist auf die Entstehung slowenischer Sprachwissenschaft, auf die protestantische Buchkultur und auf die Rolle gedruckter Texte bei der Entwicklung einer gemeinsamen Schriftsprache. Das runde Jubiläum bot Slowenien einen Anlass, diesen Abschnitt seiner Sprach- und Bildungsgeschichte auf einer Umlaufmünze aufzugreifen.
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