CC 391 2020
2-Euro-Münze
Stgl./BU Hauptmünze Bankausgabe
2 Euro Stgl./BU
Finnland · 100. Geburtstag von Väinö Linna
Auflage689.500
Ausgabedatum16.11.2020
RandschriftSUOMI FINLAND + 3 Löwenköpfe
Marktpreis8,79 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze würdigt den 100. Geburtstag des 1920 geborenen finnischen Schriftstellers Väinö Linna. Das Motiv zeigt sein Porträt sowie Buchstaben als gewobenen Stoff und Fäden, die sich durch seine Bücher ziehen, und erinnert damit an seine Arbeit in einer Textilfabrik. Links steht der Schriftzug „VÄINÖ LINNA“.
Das Motiv
Mit dem Münzmotiv wird der bereits verstorbene bekannte finnische Schriftsteller Väinö Linna geehrt. 1920 geboren, wäre er dieses Jahr hundert geworden. Das Motiv erinnert an Linnas Arbeit in einer Textilfabrik und zeigt neben seinem Porträt Buchstaben als gewobenen Stoff und Fäden, die sich durch seine Bücher ziehen. Der Schriftzug VÄINÖ LINNA befindet sich an der linken Seite. Unten stehen das Ausgabejahr „2020“, der Ausgabestaat „FI“ und das Münzzeichen.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Väinö Linna wuchs in einfachen Verhältnissen in der südwestfinnischen Gemeinde Urjala auf. Im Fortsetzungskrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion diente er als Soldat. Seine Kriegserfahrungen flossen später in den Roman *Tuntematon sotilas* („Der unbekannte Soldat“) ein, der 1954 erschien. Das Buch schildert eine finnische Maschinengewehrkompanie während des Feldzugs von 1941 bis 1944. Anstelle einer heroischen Gesamterzählung stehen unterschiedliche Charaktere, soziale Hintergründe, Dialekte und die alltäglichen Erfahrungen der Soldaten im Mittelpunkt.
Der Roman löste zunächst auch Kritik aus, weil Offiziere, militärische Disziplin und nationale Leitbilder teils schonungslos dargestellt werden. Zugleich prägte er die finnische Erinnerung an den Krieg. Mehrere Verfilmungen und zahlreiche Bühnenfassungen machten die Figuren auch außerhalb der Literatur bekannt. Eine gekürzte Fassung war zuerst veröffentlicht worden; das umfangreichere Manuskript erschien später unter dem Titel *Sotaromaani*.
Ein weiteres Hauptwerk Linnas ist die zwischen 1959 und 1962 veröffentlichte Trilogie *Täällä Pohjantähden alla* („Hier unter dem Polarstern“). Am Beispiel der fiktiven Ortschaft Pentinkulma und mehrerer Generationen beschreibt sie den gesellschaftlichen Wandel Finnlands vom späten 19. Jahrhundert bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Themen sind unter anderem die Lage von Pachtbauern, die Arbeiterbewegung, die staatliche Unabhängigkeit und der finnische Bürgerkrieg von 1918. Linna rückte dabei besonders die Erfahrungen der unterlegenen „Roten“ in den Blick. Dies trug zu einer breiteren öffentlichen Auseinandersetzung mit den sozialen Ursachen und den Folgen des Bürgerkriegs bei.
Linnas Werke verbinden erfundene Lebensgeschichten mit politischen Konflikten der finnischen Geschichte. Seine Figuren sprechen häufig in regionalen und sozialen Sprachformen, wodurch gesellschaftliche Unterschiede unmittelbar sichtbar werden. Der runde Geburtstag bot daher Anlass, nicht nur an einen einzelnen Autor, sondern auch an dessen Rolle für Finnlands Beschäftigung mit Krieg, Klassengegensätzen und nationaler Erinnerung zu erinnern.
Der Roman löste zunächst auch Kritik aus, weil Offiziere, militärische Disziplin und nationale Leitbilder teils schonungslos dargestellt werden. Zugleich prägte er die finnische Erinnerung an den Krieg. Mehrere Verfilmungen und zahlreiche Bühnenfassungen machten die Figuren auch außerhalb der Literatur bekannt. Eine gekürzte Fassung war zuerst veröffentlicht worden; das umfangreichere Manuskript erschien später unter dem Titel *Sotaromaani*.
Ein weiteres Hauptwerk Linnas ist die zwischen 1959 und 1962 veröffentlichte Trilogie *Täällä Pohjantähden alla* („Hier unter dem Polarstern“). Am Beispiel der fiktiven Ortschaft Pentinkulma und mehrerer Generationen beschreibt sie den gesellschaftlichen Wandel Finnlands vom späten 19. Jahrhundert bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Themen sind unter anderem die Lage von Pachtbauern, die Arbeiterbewegung, die staatliche Unabhängigkeit und der finnische Bürgerkrieg von 1918. Linna rückte dabei besonders die Erfahrungen der unterlegenen „Roten“ in den Blick. Dies trug zu einer breiteren öffentlichen Auseinandersetzung mit den sozialen Ursachen und den Folgen des Bürgerkriegs bei.
Linnas Werke verbinden erfundene Lebensgeschichten mit politischen Konflikten der finnischen Geschichte. Seine Figuren sprechen häufig in regionalen und sozialen Sprachformen, wodurch gesellschaftliche Unterschiede unmittelbar sichtbar werden. Der runde Geburtstag bot daher Anlass, nicht nur an einen einzelnen Autor, sondern auch an dessen Rolle für Finnlands Beschäftigung mit Krieg, Klassengegensätzen und nationaler Erinnerung zu erinnern.
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