CC 352 2019
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Stgl./BU
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Litauen · Samogitien (Serie: Litauische Ethnographische Regionen)
Auflage5.000
Ausgabepreis9,00 €
Ausgabedatum10.09.2019
VerpackungCoincard
RandschriftLAISVĖ ★ VIENYBĖ ★ GEROVĖ ★
Marktpreis22,00 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze würdigt Samogitien, eine ethnografische Region Litauens. Das Motiv zeigt das samogitische Wappen mit einem gekrönten Schild und einem auf den Hinterpfoten stehenden Bären mit Kettenhalsband, der seit dem 16. Jahrhundert das Wappentier der Region ist. Als Schildhalter erscheinen ein gerüsteter Soldat als Symbol für Mut, Opferbereitschaft und Patriotismus sowie eine Göttin mit Anker als Symbol der Hoffnung; darunter steht der lateinische Wahlspruch „PATRIA UNA“ („ein Vaterland“).
Das Motiv
Abgebildet ist ein auf den Hinterpfoten stehender Bär mit Kettenhalsband, seit dem 16. Jahrhundert das samogitische Wappentier. Der Bär erscheint auf einem mit einer Krone versehenen Schild. Schildhalter sind ein Soldat in Rüstung (als Symbol für Mut, Opferbereitschaft und Patriotismus) und eine Göttin mit einem Anker (als Symbol für Hoffnung). Unter dem Schild ist der lateinische Schriftzug „PATRIA UNA“ (ein Vaterland) zu lesen. Umrahmt wird das Wappen oben vom Schriftzug „LIETUVA“ (Litauen), unten vom Schriftzug „ŽEMAITIJA“ (Samogitien) sowie vom Ausgabejahr „2019“ und dem Zeichen der litauischen Münzprägeanstalt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Samogitien, litauisch Žemaitija, liegt im Nordwesten Litauens. Der Name wird gewöhnlich als „Niederland“ beziehungsweise „unteres Land“ gedeutet und steht damit dem Namen Aukštaitija, dem „Oberland“, gegenüber. Die Region ist heute keine eigene Verwaltungseinheit. Ihre Abgrenzung beruht vielmehr auf Geschichte, Sprache, Brauchtum und regionalem Selbstverständnis. Das Samogitische wird meist als Dialektgruppe des Litauischen eingeordnet, weist jedoch markante Unterschiede zur litauischen Standardsprache auf.
Im Mittelalter nahm Samogitien eine besondere Stellung ein. Das Gebiet lag zwischen den Besitzungen des Deutschen Ordens in Preußen und des Livländischen Ordens im Baltikum. Seine Kontrolle hätte eine Landverbindung zwischen beiden Ordensgebieten ermöglicht. Deshalb war die Region über lange Zeit Gegenstand militärischer Auseinandersetzungen und diplomatischer Vereinbarungen. Samogitische Aufstände erschwerten zugleich die dauerhafte Herrschaft des Ordens. Nach den Konflikten des frühen 15. Jahrhunderts blieb Samogitien beim Großfürstentum Litauen.
Die Christianisierung setzte hier später ein als in anderen Teilen Litauens. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts begann die organisierte Bekehrung; 1417 wurde eine eigene Diözese eingerichtet. Innerhalb des Großfürstentums und später der polnisch-litauischen Adelsrepublik besaß Samogitien als Ältestenschaft beziehungsweise Herzogtum besondere institutionelle Traditionen. Auch nach dem Verlust dieser politischen Eigenständigkeit blieb die regionale Identität erhalten.
Die Ausgabe von 2019 stand im Zusammenhang mit dem vom litauischen Parlament ausgerufenen Jahr Samogitiens. Anlass war die erste bekannte schriftliche Erwähnung der Samogiten im Jahr 1219, also 800 Jahre zuvor. Zugleich eröffnete die Münze eine litauische Reihe zu den ethnografischen Regionen des Landes. In den folgenden Jahren wurden auch Aukštaitija, Dzūkija und Suvalkija mit eigenen 2-Euro-Gedenkmünzen behandelt. Die Auswahl machte damit regionale Vielfalt zu einem Thema staatlicher Erinnerungskultur.
Im Mittelalter nahm Samogitien eine besondere Stellung ein. Das Gebiet lag zwischen den Besitzungen des Deutschen Ordens in Preußen und des Livländischen Ordens im Baltikum. Seine Kontrolle hätte eine Landverbindung zwischen beiden Ordensgebieten ermöglicht. Deshalb war die Region über lange Zeit Gegenstand militärischer Auseinandersetzungen und diplomatischer Vereinbarungen. Samogitische Aufstände erschwerten zugleich die dauerhafte Herrschaft des Ordens. Nach den Konflikten des frühen 15. Jahrhunderts blieb Samogitien beim Großfürstentum Litauen.
Die Christianisierung setzte hier später ein als in anderen Teilen Litauens. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts begann die organisierte Bekehrung; 1417 wurde eine eigene Diözese eingerichtet. Innerhalb des Großfürstentums und später der polnisch-litauischen Adelsrepublik besaß Samogitien als Ältestenschaft beziehungsweise Herzogtum besondere institutionelle Traditionen. Auch nach dem Verlust dieser politischen Eigenständigkeit blieb die regionale Identität erhalten.
Die Ausgabe von 2019 stand im Zusammenhang mit dem vom litauischen Parlament ausgerufenen Jahr Samogitiens. Anlass war die erste bekannte schriftliche Erwähnung der Samogiten im Jahr 1219, also 800 Jahre zuvor. Zugleich eröffnete die Münze eine litauische Reihe zu den ethnografischen Regionen des Landes. In den folgenden Jahren wurden auch Aukštaitija, Dzūkija und Suvalkija mit eigenen 2-Euro-Gedenkmünzen behandelt. Die Auswahl machte damit regionale Vielfalt zu einem Thema staatlicher Erinnerungskultur.



