Rückseite Portugal 2018 250 Jahre Botanischer Garten von Ajuda – Rückseite
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CC 321 2018 2-Euro-Münze Stgl./BU Hauptmünze Bankausgabe

2 Euro Stgl./BU

Portugal · 250 Jahre Botanischer Garten von Ajuda

Auflage430.930
Ausgabedatum25.07.2018
Randschrift5 Wappenschilde + 7 Burgen, gleichmäßig verteilt
Marktpreis5,45 €

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Die Münze würdigt das 250-jährige Bestehen des Botanischen Gartens Ajuda („Jardim Botânico da Ajuda“), des ersten botanischen Gartens Portugals zur Erhaltung, Erforschung und Sammlung pflanzlicher Artenvielfalt. Das Motiv zeigt sein Wahrzeichen, einen sehr alten Drachenbaum, umgeben von den Schriftzügen „250 ANOS JARDIM BOTÂNICO DA AJUDA“ und „PORTUGAL 2018“. Unter dem Baum stehen der Name des Künstlers „J. FAZENDA“ und das Münzzeichen „INCM“.

Das Motiv
Das Münzmotiv zeigt das Wahrzeichen des Botanischen Gartens Ajuda, einen sehr alten Drachenbaum. Der Botanische Garten Ajuda gehört zum Agronomie-Institut der Universität Lissabon und dient als Infrastruktur für Bildungs- und Forschungszwecke. Er ist frei zugänglich und war der erste botanische Garten in Portugal zur Erhaltung, Erforschung und Sammlung einer größtmöglichen pflanzlichen Artenvielfalt. Oberhalb des Motivs ist von links nach rechts im Halbkreis der Schriftzug „250 ANOS JARDIM BOTÂNICO DA AJUDA“ zu lesen. Unterhalb des Motivs steht von links nach rechts im Halbkreis „PORTUGAL 2018“. Direkt unterhalb des Drachenbaums ist links der Name des Künstlers „J. FAZENDA“ und rechts das Münzzeichen „INCM“ eingeprägt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Der Botanische Garten von Ajuda entstand 1768 im Umfeld der portugiesischen Königsresidenz. Nach dem Erdbeben von Lissabon 1755 hatte sich der Hof in den höher gelegenen Stadtteil Ajuda zurückgezogen. Dort wurde neben der königlichen Wohnanlage ein Garten eingerichtet, der zunächst der Ausbildung der Mitglieder der Königsfamilie dienen sollte. Mit seiner systematisch geordneten Pflanzensammlung folgte er den naturkundlichen Vorstellungen der Aufklärung.

An der Konzeption war der aus Italien stammende Naturforscher Domenico Vandelli beteiligt, der in Portugal Botanik und Naturgeschichte lehrte. Botanische Gärten waren damals nicht nur Orte der Anschauung. Sie dienten dazu, Pflanzen zu bestimmen, zu klassifizieren, zu vermehren und auf eine mögliche medizinische oder wirtschaftliche Nutzung zu prüfen. Für Portugal spielte dabei das Kolonialreich eine Rolle: Pflanzen und Samen gelangten unter anderem aus Südamerika, Afrika und dem Atlantikraum nach Lissabon. Der Garten war damit Teil eines internationalen Netzes naturkundlicher Sammlungen und Austauschbeziehungen.

Die Anlage wurde nach italienischen Gestaltungsprinzipien auf zwei Terrassen angelegt. Geometrische Beete, Treppen, Balustraden, Brunnen und Skulpturen verbinden botanische Ordnung mit höfischer Gartenarchitektur. Im Laufe seiner Geschichte wechselten Verwaltung und wissenschaftliche Ausrichtung mehrfach. Kriege, politische Umbrüche und Veränderungen des Königshauses wirkten sich ebenfalls auf Bestände und Nutzung aus. Dennoch blieb der Garten als historische Anlage und Ort botanischer Lehre erhalten.

Der Drachenbaum gehört zur Art *Dracaena draco*, die vor allem mit Makaronesien, insbesondere den Kanarischen Inseln, Madeira und den Kapverden, verbunden ist. Seine auffällige, schirmartige Krone und sein langsames Wachstum machen alte Exemplare leicht erkennbar. Das rötliche Harz wurde traditionell als „Drachenblut“ bezeichnet und verschiedenartig genutzt.

Das Jubiläum bot Anlass, an die Entstehung institutionalisierter Botanik in Portugal und an die Verbindung von höfischer Sammlung, Aufklärung, Pflanzenkunde und akademischer Ausbildung zu erinnern.

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