Rückseite Litauen 2018 Gemeinschaftsausgabe Baltikum: 100 Jahre Unabhängigkeit – Rückseite
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CC 304 2018 2-Euro-Münze Stgl./BU Hauptmünze Bankausgabe

2 Euro Stgl./BU

Litauen · Gemeinschaftsausgabe Baltikum: 100 Jahre Unabhängigkeit

Auflage990.000
Ausgabedatum31.01.2018
RandschriftLAISVĖ ★ VIENYBĖ ★ GEROVĖ ★
Marktpreis7,50 €

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Die Gedenkmünze würdigt den 100. Jahrestag der Gründung Estlands und Lettlands sowie der Neugründung Litauens. Das gemeinsame Motiv stellt die drei baltischen Staaten als miteinander verflochtenen Zopf dar und verweist damit auf ihre gemeinsame Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ergänzt wird es durch eine stilisierte Ziffer zum 100. Jahrestag und die heraldischen Zeichen aller drei Staaten.

Das Motiv
Die drei baltischen Mitgliedstaaten werden symbolisch als ein Zopf dargestellt. Sie sind durch ihre Geschichte verbunden: eine gemeinsame Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Eine stilisierte Ziffer zum 100. Jahrestag und die heraldischen Zeichen aller drei Mitgliedstaaten sind ebenfalls dargestellt. Auf der linken Seite stehen der Name des Ausgabestaates „LIETUVA“ und das Münzzeichen, und auf der rechten Seite das Ausgabejahr „2018“ und das Zeichen des Künstlers „JP“. Das Münzmotiv wurde nach einer öffentlichen Abstimmung in allen drei baltischen Ländern ausgewählt.

Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Die staatlichen Erklärungen des Jahres 1918 entstanden im Umfeld des Ersten Weltkriegs, des Zerfalls des Russischen Reiches und der zeitweiligen deutschen Besetzung des Baltikums. Die drei Länder vollzogen ihre Staatsgründung beziehungsweise Wiederherstellung zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Litauen erklärte am 16. Februar, Estland am 24. Februar und Lettland am 18. November 1918 seine staatliche Unabhängigkeit.

Die unterschiedliche Bezeichnung hat historische Gründe. Estland und Lettland wurden 1918 erstmals als moderne, eigenständige Nationalstaaten gegründet. Litauen knüpfte dagegen ausdrücklich an eine ältere Staatstradition an. Das Großfürstentum Litauen hatte über Jahrhunderte bestanden und war später Teil der polnisch-litauischen Adelsrepublik gewesen. Mit deren Teilungen am Ende des 18. Jahrhunderts gerieten die litauischen Gebiete überwiegend unter russische Herrschaft. Der litauische Unabhängigkeitsakt von 1918 sprach daher von der Wiederherstellung eines unabhängigen Staates.

Auf die Erklärungen folgten militärische Auseinandersetzungen um Grenzen, politische Ordnung und tatsächliche Souveränität. Erst nach Unabhängigkeitskriegen und diplomatischen Anerkennungen konnten sich die drei Republiken festigen. Ihre erste Phase staatlicher Eigenständigkeit endete 1940 mit der Besetzung und Eingliederung in die Sowjetunion. Nach der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs folgte erneut die sowjetische Herrschaft.

In der Schlussphase der Sowjetunion arbeiteten die Unabhängigkeitsbewegungen der drei Länder eng zusammen. Ein weithin sichtbares Zeichen war der „Baltische Weg“ von 1989, eine Menschenkette durch Estland, Lettland und Litauen. Litauen erklärte 1990 die Wiederherstellung seiner Unabhängigkeit; Estland und Lettland folgten 1991. Seitdem entwickelten die Staaten gemeinsame politische Interessen, unter anderem in der europäischen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit.

Eine gemeinsame Münzausgabe lag daher nahe: Die Jubiläen bezogen sich zwar auf drei getrennte Staatsakte, zugleich aber auf vergleichbare Erfahrungen mit Fremdherrschaft, staatlicher Selbstbehauptung und erneuerter Souveränität. Seit 2004 gehören alle drei Länder der Europäischen Union an.

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