CC 293 2017
Blister
Stgl./BU
Blister BU
Portugal · 150. Geburtstag von Raoul Brandão
Auflage3.641
Ausgabedatum21.11.2017
VerpackungBlister
Randschrift5 Wappenschilde + 7 Burgen, gleichmäßig verteilt
Marktpreis11,90 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze erinnert an den 150. Jahrestag der Geburt des Schriftstellers Raul Brandão. Das Motiv zeigt sein Gesicht sowie die Inschrift „RAUL BRANDÃO“ und die Jahreszahlen „1867“ und „2017“. Zudem sind der Schriftzug „PORTUGAL“, der Name des Gestalters „LUIS FILIPE DE ABREU“ und das Münzzeichen „INCM“ abgebildet.
Das Motiv
Das Münzmotiv zeigt das Gesicht Raul Brandãos. Auf der linken Seite befindet sich die Inschrift „RAUL BRANDÃO“ und darunter die Jahreszahlen „1867“ und „2017“. Unten rechts befindet sich der Schriftzug des Ausgabestaats „PORTUGAL“, oben rechts befindet sich der Name des Autors „LUIS FILIPE DE ABREU“ und das Münzzeichen „INCM“.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Raul Brandão stammte aus Foz do Douro bei Porto, einem damals stark von Fischerei und Seefahrt geprägten Ort. Er schlug zunächst eine militärische Laufbahn ein, arbeitete jedoch zugleich als Journalist und wandte sich zunehmend der Literatur zu. Bis zu seinem Tod im Jahr 1930 verfasste er Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Reiseberichte und autobiografische Aufzeichnungen.
Sein Werk steht am Übergang vom Naturalismus und Symbolismus zur literarischen Moderne in Portugal. Brandão interessierte sich besonders für Menschen am Rand der Gesellschaft: Arme, Fischer, Landarbeiter, Gescheiterte und gesellschaftlich Ausgeschlossene. Ihre Lebensumstände schilderte er nicht nur dokumentarisch. Häufig verband er soziale Beobachtungen mit inneren Monologen und Überlegungen zu Tod, Angst, Einsamkeit und menschlicher Identität. Seine journalistische Erfahrung prägte dabei den Blick auf konkrete Milieus.
Zu seinen bekannten Büchern gehören „Os Pobres“ über das Leben der städtischen Armen und „Os Pescadores“, das der portugiesischen Küstenbevölkerung und ihren Arbeitswelten gewidmet ist. Eine besondere Stellung nimmt „Húmus“ ein. Das 1917 veröffentlichte Buch besitzt keine durchgehend konventionelle Romanhandlung, sondern besteht aus fragmentarischen, tagebuchartigen Betrachtungen über die Bewohner einer Provinzstadt. Durch diese Form wirkte Brandão auf spätere portugiesische Autoren ein. Das Ausgabejahr der Münze fiel zugleich mit dem hundertsten Jahrestag der Erstveröffentlichung von „Húmus“ zusammen.
Auch Brandãos mehrbändige Erinnerungen sind für die portugiesische Kultur- und Zeitgeschichte von Interesse. Darin hielt er Eindrücke vom politischen und gesellschaftlichen Wandel fest, den Portugal vom späten 19. Jahrhundert über das Ende der Monarchie bis in die Zeit der Republik erlebte.
Die Wahl des Gedenkanlasses lässt sich somit nicht allein mit einem runden Geburtstag erklären. Brandão steht für eine Phase, in der sich die portugiesische Literatur neuen Erzählformen und zuvor wenig beachteten sozialen Lebenswelten zuwandte. Die Münze ordnet ihn damit in Portugals staatliches Gedenken an Schriftsteller und andere Kulturschaffende ein.
Sein Werk steht am Übergang vom Naturalismus und Symbolismus zur literarischen Moderne in Portugal. Brandão interessierte sich besonders für Menschen am Rand der Gesellschaft: Arme, Fischer, Landarbeiter, Gescheiterte und gesellschaftlich Ausgeschlossene. Ihre Lebensumstände schilderte er nicht nur dokumentarisch. Häufig verband er soziale Beobachtungen mit inneren Monologen und Überlegungen zu Tod, Angst, Einsamkeit und menschlicher Identität. Seine journalistische Erfahrung prägte dabei den Blick auf konkrete Milieus.
Zu seinen bekannten Büchern gehören „Os Pobres“ über das Leben der städtischen Armen und „Os Pescadores“, das der portugiesischen Küstenbevölkerung und ihren Arbeitswelten gewidmet ist. Eine besondere Stellung nimmt „Húmus“ ein. Das 1917 veröffentlichte Buch besitzt keine durchgehend konventionelle Romanhandlung, sondern besteht aus fragmentarischen, tagebuchartigen Betrachtungen über die Bewohner einer Provinzstadt. Durch diese Form wirkte Brandão auf spätere portugiesische Autoren ein. Das Ausgabejahr der Münze fiel zugleich mit dem hundertsten Jahrestag der Erstveröffentlichung von „Húmus“ zusammen.
Auch Brandãos mehrbändige Erinnerungen sind für die portugiesische Kultur- und Zeitgeschichte von Interesse. Darin hielt er Eindrücke vom politischen und gesellschaftlichen Wandel fest, den Portugal vom späten 19. Jahrhundert über das Ende der Monarchie bis in die Zeit der Republik erlebte.
Die Wahl des Gedenkanlasses lässt sich somit nicht allein mit einem runden Geburtstag erklären. Brandão steht für eine Phase, in der sich die portugiesische Literatur neuen Erzählformen und zuvor wenig beachteten sozialen Lebenswelten zuwandte. Die Münze ordnet ihn damit in Portugals staatliches Gedenken an Schriftsteller und andere Kulturschaffende ein.


