Rückseite Belgien 2017 200 Jahre Universität zu Gent – Rückseite
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CC 283 2017 2-Euro-Münze Stgl./BU Hauptmünze

2 Euro Stgl./BU

Belgien · 200 Jahre Universität zu Gent

Auflage200.000
Ausgabedatum29.09.2017
Randschrift2 ★ ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Marktpreis13,50 €

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Die Gedenkmünze würdigt den 200. Jahrestag der Gründung der Universität Gent. Das Motiv zeigt das Emblem der Universität mit den Jahreszahlen „1817-2017“, umgeben von der Aufschrift „200 JAAR UNIVERSITEIT GENT — 200 YEARS GHENT UNIVERSITY“ und dem Ländercode „BE“. Daneben sind das Münzzeichen von Brüssel, der behelmte Kopf des Erzengels Michael, sowie das Zeichen der Münzdirektoren, das Wappen der Stadt Herzele, abgebildet.

Das Motiv
Im Münzinneren ist das Emblem der Universität Gent mit der Jahresangabe 1817-2017 abgebildet, umgeben von der Aufschrift „200 JAAR UNIVERSITEIT GENT — 200 YEARS GHENT UNIVERSITY“ und dem Zeichen „BE“ für den Ausgabestaat. Das Münzzeichen von Brüssel, der behelmte Kopf des Erzengels Michael, und das Zeichen der Münzdirektoren, das Wappen der Stadt Herzele, sind rechts bzw. links vom Ländercode angebracht.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Die Universität entstand in der Zeit des Vereinigten Königreichs der Niederlande, zu dem nach dem Wiener Kongress auch das Gebiet des heutigen Belgien gehörte. König Wilhelm I. verfolgte das Ziel, in den südlichen Landesteilen ein staatlich organisiertes Hochschulwesen aufzubauen. Neben Gent wurden staatliche Universitäten in Lüttich und Löwen eingerichtet. Die Hochschule in Gent nahm ihren Betrieb zunächst mit den Fakultäten für Geisteswissenschaften, Rechtswissenschaft, Medizin und Naturwissenschaften auf. Unterrichtssprache war anfangs überwiegend Latein.

Nach der belgischen Revolution und der Staatsgründung von 1830 änderten sich die politischen und sprachlichen Rahmenbedingungen. Französisch setzte sich als Unterrichts- und Verwaltungssprache durch, obwohl in Gent und weiten Teilen Flanderns mehrheitlich Niederländisch gesprochen wurde. Die Forderung nach einer niederländischsprachigen Universität wurde daher zu einem Thema der flämischen Bewegung. Ein erster Versuch der Niederlandisierung während der deutschen Besatzung im Ersten Weltkrieg war politisch belastet und wurde nach Kriegsende rückgängig gemacht.

1930 wurde die Universität schließlich regulär auf Niederländisch umgestellt. Sie war damit die erste vollständig niederländischsprachige Universität Belgiens. Der Schriftsteller und Kunsthistoriker August Vermeylen wurde ihr erster Rektor nach dieser Neuordnung. Die Umstellung hatte über den Hochschulbetrieb hinaus politische Tragweite: Sie erweiterte für die niederländischsprachige Bevölkerung den Zugang zu akademischer Ausbildung in der eigenen Sprache und gehörte zum längerfristigen Wandel Belgiens hin zu einem föderalen, mehrsprachigen Staat.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Universität von einer kleineren staatlichen Hochschule zu einer breit aufgestellten Forschungsuniversität. Ihre Einrichtungen verteilen sich auf mehrere Standorte in Gent; hinzu kommen universitäre Aktivitäten außerhalb der Stadt. Forschung und Lehre umfassen heute unter anderem Medizin, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Agrarwissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften.

Das Jubiläum bot Belgien Anlass, nicht nur an die Gründung einer Hochschule zu erinnern, sondern auch an zwei Jahrhunderte belgischer Bildungs-, Sprach- und Staatsgeschichte. Die Universität steht dabei besonders für die Verbindung zwischen akademischer Entwicklung und der niederländischen Sprachbewegung in Flandern.

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