CC 277 2017
Coincard
Stgl./BU
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Estland · Estlands Weg in die Unabhängigkeit
Auflage10.000
Ausgabepreis7,00 €
Ausgabedatum26.06.2017
VerpackungCoincard
RandschriftEESTI × 2, abwechselnd aufrecht/verkehrt, durch Punkte getrennt
Marktpreis15,00 €
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze erinnert an die Unabhängigkeit Estlands und den „MAAPÄEV“, den Provisorischen Landtag des Gouvernements Estland, im Jahr 1917. Das Motiv zeigt den gebogenen Stamm einer Eiche, auf dessen einer Seite Äste und auf dessen anderer Seite Blätter dargestellt sind. Die Zweige symbolisieren die Zeit der Revolutionen und der Not auf Estlands Weg in die Unabhängigkeit, die Blätter Stärke, Erfolge und Langlebigkeit Estlands.
Das Motiv
Die Münze zeigt den gebogenen Stamm einer Eiche; auf der einen Seite des Stammes sind die Äste, auf der anderen Seite die Blätter des Baumes dargestellt. Die Zweige symbolisieren die Zeit der Revolutionen und Not, die Estlands Weg in die Unabhängigkeit vorausging. Die Blätter sind Sinnbild der Stärke, Erfolge und Langlebigkeit Estlands. Unten links des Stammes ist der Wortlaut „MAAPÄEV“ (Provisorischer Landtag des Gouvernements Estland) zu lesen, und darüber die Jahreszahl „1917“. Unten rechts sind der Name des Ausgabestaates „EESTI“ und darunter das Ausgabejahr „2017“ eingraviert.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Nach der Februarrevolution von 1917 endete im Russischen Reich die Zarenherrschaft. Die neue Provisorische Regierung gestattete den Esten eine territoriale Neuordnung: Die überwiegend estnischsprachigen Gebiete, die zuvor auf die Gouvernements Estland und Livland verteilt gewesen waren, wurden zu einer autonomen Verwaltungseinheit zusammengefasst. Damit erhielten politische Forderungen nach Selbstverwaltung erstmals einen institutionellen Rahmen.
Der Maapäev, offiziell der provisorische Landesrat, ging aus Wahlen hervor und fungierte als estnische Volksvertretung. Er befasste sich mit der regionalen Verwaltung und setzte eine Landesregierung ein. Die politischen Verhältnisse blieben jedoch instabil. Neben estnischen Parteien konkurrierten russische Behörden, Soldatenräte und revolutionäre Kräfte um die Macht. Zugleich führte Russland weiterhin Krieg gegen das Deutsche Reich.
Nach der bolschewistischen Machtübernahme in Petrograd erkannte der Landesrat die neue Regierung nicht als rechtmäßige oberste Gewalt Estlands an. Ende November 1917 erklärte er sich bis zum Zusammentritt einer verfassunggebenden Versammlung zur höchsten Gewalt im Land. Die Bolschewiki lösten ihn daraufhin gewaltsam auf; seine Vertreter arbeiteten teilweise im Untergrund weiter. Ein vom Landesrat bevollmächtigtes Gremium bereitete schließlich die staatliche Loslösung vor.
Als sich russische Truppen im Februar 1918 zurückzogen und deutsche Einheiten vorrückten, nutzten estnische Politiker das kurze Machtvakuum zur Ausrufung eines selbstständigen Staates. Unmittelbar danach besetzten deutsche Truppen das Gebiet. Erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs konnte eine estnische Regierung ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Im anschließenden Freiheitskrieg behauptete Estland seine staatliche Eigenständigkeit; der Friedensvertrag von Tartu regelte 1920 das Verhältnis zu Sowjetrussland.
Die Münzausgabe fiel in das hundertste Jahr nach der Entstehung der estnischen Volksvertretung. Der Landesrat wurde dabei als institutioneller Ausgangspunkt des parlamentarischen und staatlichen Selbstbestimmungsprozesses aufgegriffen, der zur Staatsgründung von 1918 führte.
Der Maapäev, offiziell der provisorische Landesrat, ging aus Wahlen hervor und fungierte als estnische Volksvertretung. Er befasste sich mit der regionalen Verwaltung und setzte eine Landesregierung ein. Die politischen Verhältnisse blieben jedoch instabil. Neben estnischen Parteien konkurrierten russische Behörden, Soldatenräte und revolutionäre Kräfte um die Macht. Zugleich führte Russland weiterhin Krieg gegen das Deutsche Reich.
Nach der bolschewistischen Machtübernahme in Petrograd erkannte der Landesrat die neue Regierung nicht als rechtmäßige oberste Gewalt Estlands an. Ende November 1917 erklärte er sich bis zum Zusammentritt einer verfassunggebenden Versammlung zur höchsten Gewalt im Land. Die Bolschewiki lösten ihn daraufhin gewaltsam auf; seine Vertreter arbeiteten teilweise im Untergrund weiter. Ein vom Landesrat bevollmächtigtes Gremium bereitete schließlich die staatliche Loslösung vor.
Als sich russische Truppen im Februar 1918 zurückzogen und deutsche Einheiten vorrückten, nutzten estnische Politiker das kurze Machtvakuum zur Ausrufung eines selbstständigen Staates. Unmittelbar danach besetzten deutsche Truppen das Gebiet. Erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs konnte eine estnische Regierung ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Im anschließenden Freiheitskrieg behauptete Estland seine staatliche Eigenständigkeit; der Friedensvertrag von Tartu regelte 1920 das Verhältnis zu Sowjetrussland.
Die Münzausgabe fiel in das hundertste Jahr nach der Entstehung der estnischen Volksvertretung. Der Landesrat wurde dabei als institutioneller Ausgangspunkt des parlamentarischen und staatlichen Selbstbestimmungsprozesses aufgegriffen, der zur Staatsgründung von 1918 führte.


