CC 205 2015
Numisbrief
Stgl./BU
Numisbrief
Slowakei · 200. Geburtstag von Ľudovít Štúr
Auflage2.000
Ausgabepreis7,90 €
Ausgabedatum23.10.2015
VerpackungNumisbrief
RandschriftSLOVENSKÁ REPUBLIKA + ★ + Lindenblatt + ★
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze erinnert an den 200. Jahrestag der Geburt von Ľudovít Štúr (1815–1856). Das Motiv zeigt sein Porträt sowie seinen Namen und seine Lebensdaten. Zudem sind das Zeichen der Münzprägeanstalt Kremnica und die Initialen des Münzgestalters Ivan Řehák abgebildet.
Das Motiv
Die Münze zeigt das Porträt von Ľudovít Štúr. Rechts davon befinden sich entlang des Münzinnenrandes das Ausgabejahr „2015“ sowie weiter rechts der Name des Ausgabestaates „SLOVENSKO“. Links neben dem Portrait trägt die Münze entlang ihres Innenrandes Štúrs Geburts- bzw. Todesjahr „1815-1856“ und weiter links die Inschrift „ĽUDOVÍT ŠTÚR“. Im oberen rechten Teil des Motivs ist zwischen zwei Prägeformen das Zeichen „MK“ der Münzprägeanstalt Kremnica (Mincovňa Kremnica) zu erkennen. Unten rechts befinden sich in stilisierter Schrift die Initialen des Münzgestalters Ivan Řehák.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Ľudovít Štúr war Sprachwissenschaftler, Schriftsteller, Journalist und Politiker. Er gehörte zur Generation der slowakischen Nationalbewegung, die sich im 19. Jahrhundert innerhalb des Königreichs Ungarn formierte. Ihr Ziel war es, die slowakische Sprache im Bildungswesen, in der Literatur und im öffentlichen Leben zu verankern sowie politische und kulturelle Rechte für die slowakische Bevölkerung einzufordern.
Zu Štúrs Zeit bestanden unterschiedliche Vorstellungen darüber, welche Schriftsprache die Slowaken verwenden sollten. Protestantische Autoren schrieben häufig in einer Form des Tschechischen, während unter katholischen Gelehrten eine ältere, von Anton Bernolák ausgearbeitete Norm verbreitet war. Štúr und seine Mitstreiter Jozef Miloslav Hurban und Michal Miloslav Hodža verständigten sich 1843 auf eine neue Kodifizierung, die sich vor allem auf mittelslowakische Dialekte stützte. Štúr begründete diese Sprachform anschließend in sprachwissenschaftlichen Schriften. Nach späteren Anpassungen wurde sie zur Grundlage der heutigen slowakischen Standardsprache.
Als Journalist gab Štúr die Zeitung „Slovenskje národňje novini“ mit der Literaturbeilage „Orol tatránski“ heraus. Damit schuf er ein Forum für politische Debatten, Literatur und Fragen der nationalen Selbstorganisation. Zugleich war er Abgeordneter des ungarischen Landtags. Dort trat er unter anderem für soziale Reformen und die Anerkennung der sprachlichen Rechte der Slowaken ein.
Während der Revolutionen von 1848 verschärfte sich der Konflikt zwischen der ungarischen Nationalbewegung und den nichtmagyarischen Bevölkerungsgruppen des Königreichs. Štúr war an der Formulierung slowakischer politischer Forderungen beteiligt und gehörte zu den führenden Vertretern des Slowakischen Nationalrats. Dieser organisierte bewaffnete Aktionen gegen die ungarische Revolutionsregierung und arbeitete dabei zeitweise mit der habsburgischen Seite zusammen. Die erhoffte politische Selbstverwaltung wurde jedoch nicht verwirklicht.
Die Würdigung durch eine staatliche Gedenkmünze erklärt sich vor allem aus Štúrs Rolle bei der Ausbildung der slowakischen Schriftsprache und der politischen Formierung der slowakischen Nationalbewegung. Beides ist eng mit der Entstehung eines modernen slowakischen Selbstverständnisses verbunden.
Zu Štúrs Zeit bestanden unterschiedliche Vorstellungen darüber, welche Schriftsprache die Slowaken verwenden sollten. Protestantische Autoren schrieben häufig in einer Form des Tschechischen, während unter katholischen Gelehrten eine ältere, von Anton Bernolák ausgearbeitete Norm verbreitet war. Štúr und seine Mitstreiter Jozef Miloslav Hurban und Michal Miloslav Hodža verständigten sich 1843 auf eine neue Kodifizierung, die sich vor allem auf mittelslowakische Dialekte stützte. Štúr begründete diese Sprachform anschließend in sprachwissenschaftlichen Schriften. Nach späteren Anpassungen wurde sie zur Grundlage der heutigen slowakischen Standardsprache.
Als Journalist gab Štúr die Zeitung „Slovenskje národňje novini“ mit der Literaturbeilage „Orol tatránski“ heraus. Damit schuf er ein Forum für politische Debatten, Literatur und Fragen der nationalen Selbstorganisation. Zugleich war er Abgeordneter des ungarischen Landtags. Dort trat er unter anderem für soziale Reformen und die Anerkennung der sprachlichen Rechte der Slowaken ein.
Während der Revolutionen von 1848 verschärfte sich der Konflikt zwischen der ungarischen Nationalbewegung und den nichtmagyarischen Bevölkerungsgruppen des Königreichs. Štúr war an der Formulierung slowakischer politischer Forderungen beteiligt und gehörte zu den führenden Vertretern des Slowakischen Nationalrats. Dieser organisierte bewaffnete Aktionen gegen die ungarische Revolutionsregierung und arbeitete dabei zeitweise mit der habsburgischen Seite zusammen. Die erhoffte politische Selbstverwaltung wurde jedoch nicht verwirklicht.
Die Würdigung durch eine staatliche Gedenkmünze erklärt sich vor allem aus Štúrs Rolle bei der Ausbildung der slowakischen Schriftsprache und der politischen Formierung der slowakischen Nationalbewegung. Beides ist eng mit der Entstehung eines modernen slowakischen Selbstverständnisses verbunden.
Wissenswertes
Herausgeber: POFIS, Bratislava (Slowakische Post)


