CC 373 2020
2-Euro-Münze
Stgl./BU Hauptmünze Bankausgabe
2 Euro Stgl./BU
Lettland · Keramik Lettgallens
Auflage400.000
Ausgabedatum05.06.2020
RandschriftDIEVS ★ SVĒTĪ ★ LATVIJU
Marktpreis4,90 €
Zum Ausgabeanlass
Die Münze ist der lettgallischen Töpferkunst gewidmet, die einst in Lettgallen und Kurland verbreitet war, jedoch nur in Lettgallen über Generationen hinweg fortgeführt wurde und zum lettischen Kulturkanon gehört. Das Motiv zeigt einen tönernen Kerzenhalter als typisches Beispiel lettgallischer Keramik sowie die Aufschriften „LATGALES KERAMIKA“ und „LATVIJA“.
Das Motiv
Die Münze ist der lettgallischen Töpferkunst gewidmet. Die traditionelle Töpferkunst war lange Zeit in zwei Regionen, Lettgallen und Kurland, beheimatet, überdauerte letztlich aber nur in Lettgallen, wo sie über Generationen hinweg weitergegeben wurde. Die lettgallische Töpferkunst ist auch Bestandteil des lettischen Kulturkanons. Das Münzbild zeigt ein typisches Beispiel lettgallischer Keramik — einen tönernen Kerzenhalter. Die Münze trägt die Aufschrift „LATGALES KERAMIKA“ (lettgallische Keramik), den Ländernamen „LATVIJA“ sowie das Ausgabejahr „2020“. Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Lettgallen ist eine historische Kulturlandschaft im Osten Lettlands. Durch seine lange Zugehörigkeit zum polnisch-litauischen Herrschaftsbereich entwickelte das Gebiet Besonderheiten, die es von anderen Teilen Lettlands unterscheiden. Dazu gehören die starke Prägung durch den Katholizismus und die lettgallische Schriftsprache. Die Keramik ist ein weiterer Ausdruck dieser regionalen Identität.
Grundlage des Handwerks waren örtliche Tonvorkommen und der Bedarf bäuerlicher Haushalte. Auf der Töpferscheibe entstanden Gefäße zum Kochen, Aufbewahren und Servieren, darunter Töpfe, Schüsseln, Krüge und Milchkannen. Daneben fertigten die Töpfer Leuchter, Pfeifen und dekorative Gegenstände. Die Formen wurden nicht nur nach ihrem Aussehen, sondern vor allem nach ihrem praktischen Zweck entwickelt. Verzierungen konnten eingeritzt, aufgesetzt oder mit Glasuren hervorgehoben werden. Häufig begegnen braune, grüne oder gelbliche Farbtöne.
Eine besondere Technik ist das Schwarzbrennen. Dabei wird gegen Ende des Brennvorgangs die Sauerstoffzufuhr im Ofen stark eingeschränkt. Der Rauch dringt in den Ton ein und verleiht den Gefäßen eine dunkle bis schwarze Oberfläche. Andere Werkstücke werden glasiert und anschließend erneut gebrannt. Da Brennführung, Glasur und Tonbeschaffenheit das Ergebnis beeinflussen, beruhte die Herstellung stark auf überlieferter Erfahrung.
Das Wissen wurde häufig innerhalb von Familien und örtlichen Werkstätten weitergegeben. Im 20. Jahrhundert trugen einzelne Meister und Werkstattgemeinschaften dazu bei, das Handwerk auch außerhalb seiner ursprünglichen bäuerlichen Verwendung bekannt zu machen. Keramik entwickelte sich damit zugleich vom Gebrauchsgegenstand zum Sammler- und Ausstellungsobjekt. In Lettgallen wird sie weiterhin in Werkstätten, Museen, Vorführungen und Ausbildungskursen vermittelt.
Der Münzausgabe lag kein bestimmtes historisches Jubiläum zugrunde. Sie würdigt vielmehr eine lebendige regionale Handwerkstradition als Teil der kulturellen Vielfalt Lettlands. Die Wahl eines alltäglichen keramischen Gegenstands stellt dabei nicht eine einzelne Person oder ein einmaliges Ereignis, sondern handwerkliches Wissen und dessen Weitergabe in den Mittelpunkt.
Grundlage des Handwerks waren örtliche Tonvorkommen und der Bedarf bäuerlicher Haushalte. Auf der Töpferscheibe entstanden Gefäße zum Kochen, Aufbewahren und Servieren, darunter Töpfe, Schüsseln, Krüge und Milchkannen. Daneben fertigten die Töpfer Leuchter, Pfeifen und dekorative Gegenstände. Die Formen wurden nicht nur nach ihrem Aussehen, sondern vor allem nach ihrem praktischen Zweck entwickelt. Verzierungen konnten eingeritzt, aufgesetzt oder mit Glasuren hervorgehoben werden. Häufig begegnen braune, grüne oder gelbliche Farbtöne.
Eine besondere Technik ist das Schwarzbrennen. Dabei wird gegen Ende des Brennvorgangs die Sauerstoffzufuhr im Ofen stark eingeschränkt. Der Rauch dringt in den Ton ein und verleiht den Gefäßen eine dunkle bis schwarze Oberfläche. Andere Werkstücke werden glasiert und anschließend erneut gebrannt. Da Brennführung, Glasur und Tonbeschaffenheit das Ergebnis beeinflussen, beruhte die Herstellung stark auf überlieferter Erfahrung.
Das Wissen wurde häufig innerhalb von Familien und örtlichen Werkstätten weitergegeben. Im 20. Jahrhundert trugen einzelne Meister und Werkstattgemeinschaften dazu bei, das Handwerk auch außerhalb seiner ursprünglichen bäuerlichen Verwendung bekannt zu machen. Keramik entwickelte sich damit zugleich vom Gebrauchsgegenstand zum Sammler- und Ausstellungsobjekt. In Lettgallen wird sie weiterhin in Werkstätten, Museen, Vorführungen und Ausbildungskursen vermittelt.
Der Münzausgabe lag kein bestimmtes historisches Jubiläum zugrunde. Sie würdigt vielmehr eine lebendige regionale Handwerkstradition als Teil der kulturellen Vielfalt Lettlands. Die Wahl eines alltäglichen keramischen Gegenstands stellt dabei nicht eine einzelne Person oder ein einmaliges Ereignis, sondern handwerkliches Wissen und dessen Weitergabe in den Mittelpunkt.
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