AufschriftCITTÀ DEL VATICANO / 1929 / 2019 / FUSCO
DesignerDaniela Fusco (Maria Angela Cassol)
PrägestätteInstituto Poligrafico e Zecca Dello Stato, Roma
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze würdigt den 90. Jahrestag der Gründung des Staates Vatikanstadt. Das Motiv zeigt Papst Pius XI., der 1929 als Souverän des Staates eingesetzt wurde, sowie die Lateranbasilika in Rom. Ergänzt wird es durch die Aufschrift „CITTÀ DEL VATICANO“, die Jahreszahlen „1929“ und „2019“ und den Namen des Künstlers „FUSCO“.
Das Motiv
Auf der Gedenkmünze sind Papst Pius XI. (als Souverän des Staates der Vatikanstadt im Jahr 1929 eingesetzt) sowie die Lateranbasilika in Rom abgebildet. Über dem Porträt des Papstes ist halbkreisförmig von links nach rechts der Ausgabestaat „CITTÀ DEL VATICANO“ angegeben. Unten sind die Jahresangaben „1929“ und „2019“ sowie darunter der Name des Künstlers „FUSCO“ aufgeprägt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Die Entstehung der Vatikanstadt hängt mit der „Römischen Frage“ zusammen. 1870 nahmen Truppen des Königreichs Italien Rom ein; damit endete der Kirchenstaat, über den die Päpste zuvor weltliche Herrschaft ausgeübt hatten. Papst Pius IX. erkannte die einseitig von Italien angebotene Regelung seiner Stellung nicht an. Über mehrere Jahrzehnte blieb daher ungeklärt, wie das Verhältnis zwischen dem italienischen Staat und dem Heiligen Stuhl rechtlich gestaltet werden sollte.
Eine Lösung brachten die Lateranverträge, die am 11. Februar 1929 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien geschlossen wurden. Für den Heiligen Stuhl unterzeichnete Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri, für die italienische Regierung Benito Mussolini. Das Vertragswerk umfasste einen politischen Vertrag, ein Konkordat und eine Finanzkonvention. Italien erkannte die Souveränität des neu geschaffenen Kleinstaates an. Im Gegenzug akzeptierte der Heilige Stuhl das Königreich Italien mit Rom als Hauptstadt. Die Finanzvereinbarung regelte Entschädigungen für den Verlust des Kirchenstaates, während das Konkordat die Beziehungen zwischen Staat und katholischer Kirche in Italien ordnete.
Pius XI. hieß mit bürgerlichem Namen Achille Ratti. Vor seiner Wahl zum Papst im Jahr 1922 war er unter anderem Präfekt der Vatikanischen Bibliothek, päpstlicher Diplomat in Polen und Erzbischof von Mailand. Während seines Pontifikats wurde durch die Lateranverträge die bis heute bestehende staatsrechtliche Grundlage der Vatikanstadt geschaffen.
Die Lateranbasilika liegt nicht innerhalb der Vatikanstadt. Sie ist die Kathedrale des Bischofs von Rom und besitzt als Eigentum des Heiligen Stuhls einen besonderen extraterritorialen Status. Ihren Namen tragen auch der benachbarte Lateranpalast und die dort geschlossenen Verträge. Die Unterzeichnung fand im Lateranpalast statt; die Basilika verweist im Münzbild somit auf den Ort und den kirchlichen Zusammenhang der Einigung. Der Jahrestag bot Anlass, an die vertragliche Beilegung der Römischen Frage und die Entstehung der heutigen staatlichen Ordnung des Heiligen Stuhls zu erinnern.
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