CC 315 2018
Numisbrief
Stgl./BU
Numisbrief
Vatikan · Europäisches Jahr des Kulturerbes
Auflage8.000
Ausgabepreis46,00 €
Ausgabedatum01.06.2018
VerpackungNumisbrief
Randschrift2 ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze würdigt das Europäische Jahr des Kulturerbes und die Laokoon-Gruppe. Das Motiv zeigt die Statue des Laokoon und seiner Söhne, ein bedeutendes Werk der weltweiten Bildhauerkunst und der Vatikanischen Museen, sowie die Inschrift „ANNO EUROPEO DEL Patrimonio Culturale“.
Das Motiv
Die Münze zeigt die auch unter dem Namen Laokoon-Gruppe bekannte Statue von Laokoon und seinen Söhnen, ein sowohl für die weltweite Bildhauerkunst als auch für die Vatikanischen Museen fundamentales Werk. Unten in der Mitte ist der Name des Ausgabestaates „Città del VATICANO“ eingraviert. Von links nach rechts ist im Halbkreis die Inschrift „ANNO EUROPEO DEL Patrimonio Culturale“ (Europäisches Jahr des Kulturerbes) zu sehen. Oben rechts sind das Ausgabejahr „2018“ und das Münzzeichen „R“ angebracht. Unten rechts ist der Name des Künstlers „D. LONGO“ zu lesen.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Laokoon ist keine historische Person, sondern eine Gestalt aus den Erzählungen über den Trojanischen Krieg. Als Priester in Troja warnte er seine Mitbürger davor, das von den Griechen zurückgelassene hölzerne Pferd in die Stadt zu bringen. In Vergils „Aeneis“ schleudert er eine Lanze gegen das Pferd. Kurz darauf kommen zwei Schlangen aus dem Meer und töten Laokoon und seine beiden Söhne. Die Trojaner deuten dies als göttliches Zeichen, holen das Pferd in die Stadt und ermöglichen damit den darin verborgenen griechischen Kriegern die Eroberung Trojas. Andere antike Überlieferungen erklären Laokoons Tod auf abweichende Weise.
Die Skulpturengruppe stellt den Kampf des Vaters und seiner Söhne gegen die Schlangen dar. Plinius der Ältere erwähnte eine entsprechende Gruppe im Palast des Kaisers Titus und schrieb sie den rhodischen Bildhauern Hagesandros, Polydoros und Athenodoros zu. Entstehungszeit und genauer kunsthistorischer Zusammenhang sind weiterhin Gegenstand der Forschung; diskutiert wird insbesondere ihr Verhältnis zur hellenistischen und zur römischen Kunst.
Gefunden wurde die Gruppe 1506 auf dem Esquilin in Rom. Papst Julius II. erwarb sie und ließ sie im Belvedere des Vatikans aufstellen. Ihre Wiederentdeckung beeinflusste die Beschäftigung der Renaissance mit antiker Körperdarstellung, Bewegung und Ausdruck. Auch ihre Ergänzungen und Restaurierungen spiegeln den Wandel im Umgang mit antiken Kunstwerken. Ein zunächst fehlender, angewinkelter Arm Laokoons wurde erst im frühen 20. Jahrhundert wiedererkannt und später an der Gruppe angebracht.
Das Europäische Jahr des Kulturerbes 2018 sollte das Bewusstsein für Europas materielles und immaterielles Erbe sowie für dessen Erhaltung und Vermittlung stärken. Die Wahl der Laokoon-Gruppe stellt dazu einen direkten Bezug her: Das Werk verbindet antike Mythologie, römische Überlieferung, päpstliche Sammlungsgeschichte, archäologische Wiederentdeckung und moderne Restaurierung. Zugleich erklärt seine enge Verbindung mit den päpstlichen Sammlungen, weshalb der Staat Vatikanstadt dieses Motiv für seinen Beitrag zum Themenjahr auswählte.
Die Skulpturengruppe stellt den Kampf des Vaters und seiner Söhne gegen die Schlangen dar. Plinius der Ältere erwähnte eine entsprechende Gruppe im Palast des Kaisers Titus und schrieb sie den rhodischen Bildhauern Hagesandros, Polydoros und Athenodoros zu. Entstehungszeit und genauer kunsthistorischer Zusammenhang sind weiterhin Gegenstand der Forschung; diskutiert wird insbesondere ihr Verhältnis zur hellenistischen und zur römischen Kunst.
Gefunden wurde die Gruppe 1506 auf dem Esquilin in Rom. Papst Julius II. erwarb sie und ließ sie im Belvedere des Vatikans aufstellen. Ihre Wiederentdeckung beeinflusste die Beschäftigung der Renaissance mit antiker Körperdarstellung, Bewegung und Ausdruck. Auch ihre Ergänzungen und Restaurierungen spiegeln den Wandel im Umgang mit antiken Kunstwerken. Ein zunächst fehlender, angewinkelter Arm Laokoons wurde erst im frühen 20. Jahrhundert wiedererkannt und später an der Gruppe angebracht.
Das Europäische Jahr des Kulturerbes 2018 sollte das Bewusstsein für Europas materielles und immaterielles Erbe sowie für dessen Erhaltung und Vermittlung stärken. Die Wahl der Laokoon-Gruppe stellt dazu einen direkten Bezug her: Das Werk verbindet antike Mythologie, römische Überlieferung, päpstliche Sammlungsgeschichte, archäologische Wiederentdeckung und moderne Restaurierung. Zugleich erklärt seine enge Verbindung mit den päpstlichen Sammlungen, weshalb der Staat Vatikanstadt dieses Motiv für seinen Beitrag zum Themenjahr auswählte.



