CC 128 2012
Blister
Stgl./BU
Blister BU
Frankreich · 100. Geburtstag von L'Abbé Pierre
Auflage10.000
Ausgabepreis10,00 €
Ausgabedatum13.07.2012
VerpackungBlister
Randschrift2 ★ ★ × 6, abwechselnd aufrecht/verkehrt
Marktpreis35,00 €
Zum Ausgabeanlass
Die Gedenkmünze würdigt den 100. Geburtstag von Abbé Pierre, einem in Frankreich bekannten Fürsprecher der Armen. Das Motiv zeigt sein Porträt mit Béret sowie das Logo der von ihm gegründeten Stiftung und den Mikrotext „Et les autres?“ („Und die anderen?“), sein Motto zur Mahnung, anderen Menschen zu helfen. Daneben stehen die Buchstaben „RF“ sowie die Zeichen der Pariser Münze und des Münzmeisters.
Das Motiv
Die Münze zeigt ein Portrait von Abbé Pierre mit seinem Béret sowie das Logo der von ihm gegründeten Stiftung mit dem Mikrotext „Et les autres?“ („Und die anderen?“) — seinem Motto, mit dem er mahnte, anderen Menschen zu helfen. Links sind die Buchstaben „RF“ für „République française“ („Französische Republik“) sowie das Füllhorn — das Zeichen der Pariser Münze — und rechts eine Blüte — das Zeichen des Münzmeisters — eingeprägt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Auf dem äußeren Münzring sind die zwölf Sterne der Europaflagge dargestellt.
Hintergrund zum Thema
Abbé Pierre hieß mit bürgerlichem Namen Henri Grouès. Er wurde 1912 in Lyon geboren, trat zunächst in den Kapuzinerorden ein und empfing 1938 die Priesterweihe. Während der deutschen Besatzung Frankreichs beteiligte er sich an der Résistance. Er half Verfolgten bei der Flucht, beschaffte falsche Papiere und nahm den Decknamen „Abbé Pierre“ an, den er später beibehielt. Nach dem Krieg gehörte er von 1945 bis 1951 als Abgeordneter der französischen Nationalversammlung an.
1949 rief er in der Nähe von Paris die erste Emmaus-Gemeinschaft ins Leben. Dort lebten Menschen, die obdachlos oder gesellschaftlich ausgegrenzt waren, in einer Arbeits- und Solidargemeinschaft. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie unter anderem durch das Sammeln, Reparieren und Verkaufen gebrauchter Gegenstände. Aus diesem Ansatz entstand die international verbreitete Emmaus-Bewegung. Die später eingerichtete Fondation Abbé Pierre konzentrierte sich besonders auf Wohnungslosigkeit und menschenunwürdige Wohnverhältnisse.
Große öffentliche Aufmerksamkeit erhielt Abbé Pierre im strengen Winter 1954. Frankreich litt damals noch unter den Folgen des Krieges und einer schweren Wohnungsnot. Nachdem eine Frau auf der Straße erfroren war, wandte er sich über Radio-Luxembourg an die Bevölkerung. Sein Aufruf löste eine breite Hilfsaktion aus, die als „Aufstand der Güte“ bekannt wurde. Es gingen Geld- und Sachspenden ein; zugleich geriet die Wohnungspolitik stärker in die öffentliche Diskussion.
Abbé Pierre blieb über Jahrzehnte eine weithin bekannte Stimme in Debatten über Armut, Obdachlosigkeit und soziale Ausgrenzung. Er starb 2007. Die französische Ausgabe von 2012 knüpfte daher nicht nur an einen runden Jahrestag an, sondern auch an eine Person, deren Wirken eng mit der französischen Nachkriegsgeschichte, der Wohnungsfrage und dem organisierten Einsatz für Menschen ohne Unterkunft verbunden war.
1949 rief er in der Nähe von Paris die erste Emmaus-Gemeinschaft ins Leben. Dort lebten Menschen, die obdachlos oder gesellschaftlich ausgegrenzt waren, in einer Arbeits- und Solidargemeinschaft. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie unter anderem durch das Sammeln, Reparieren und Verkaufen gebrauchter Gegenstände. Aus diesem Ansatz entstand die international verbreitete Emmaus-Bewegung. Die später eingerichtete Fondation Abbé Pierre konzentrierte sich besonders auf Wohnungslosigkeit und menschenunwürdige Wohnverhältnisse.
Große öffentliche Aufmerksamkeit erhielt Abbé Pierre im strengen Winter 1954. Frankreich litt damals noch unter den Folgen des Krieges und einer schweren Wohnungsnot. Nachdem eine Frau auf der Straße erfroren war, wandte er sich über Radio-Luxembourg an die Bevölkerung. Sein Aufruf löste eine breite Hilfsaktion aus, die als „Aufstand der Güte“ bekannt wurde. Es gingen Geld- und Sachspenden ein; zugleich geriet die Wohnungspolitik stärker in die öffentliche Diskussion.
Abbé Pierre blieb über Jahrzehnte eine weithin bekannte Stimme in Debatten über Armut, Obdachlosigkeit und soziale Ausgrenzung. Er starb 2007. Die französische Ausgabe von 2012 knüpfte daher nicht nur an einen runden Jahrestag an, sondern auch an eine Person, deren Wirken eng mit der französischen Nachkriegsgeschichte, der Wohnungsfrage und dem organisierten Einsatz für Menschen ohne Unterkunft verbunden war.



